Black Friday: KI-Schnäppchen betrügerisch billig

Es ist wieder November, und das bedeutet: Schnäppchenalarm! Black Friday steht vor der Tür, der Tag, an dem Kosum gefeiert wird und selbst Dinge, die niemand braucht, plötzlich unverzichtbar erscheinen. Die Deutschen sind in Shopping-Laune: Käu­fe­r:in­nen wollen im Schnitt 317 Euro ausgeben, und das vor allem online, wie eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom zeigt.

Künstliche Intelligenzen wie ChatGPT, die schon in vielen Bereichen des Alltags zum Einsatz kommen, können auch beim Online-Shoppen nützlich sein: Beispielsweise kann man ihnen auftragen, nach Coupons oder dem günstigsten Deal zu suchen. KI kann auch helfen, wirklich lohnende Aktionen von Schnäppchenfallen zu unterscheiden, indem sie den Preisverlauf von Produkten über längere Zeit analysiert. Laut Bitkom hat ein Drittel der Befragten bereits Chatbots zur Beratung beim Onlinekauf genutzt.

Klingt praktisch? Ist es auch. Wer nicht gerne stöbert, kann seine Einkäufe günstig und schnell abwickeln, so weit zumindest die Theorie. Doch während KI dabei hilft, den besten Deal zu finden, ist sie auch an anderer Front gern genutzt, nämlich im Arsenal der Betrüger:innen. In den großen Malls des Internets, wo Rabatte in grellen Farben blinken, lauern nicht nur Schnäppchen, sondern auch perfekte Illusionen. Gefälschte Onlineshops kopieren alles: Bilder, Farben, Logos, sogar Kundenbewertungen. Be­trü­ge­r:in­nen lassen sie von KI so professionell designen, dass ein Unterschied für das ungeschulte Shopping-Auge kaum erkennbar ist.

Früher konnte man sich über krude Rechtschreibfehler und holprige Sätze noch amüsieren. Heute? Dank KI sind die Texte der Phishing-Mails fehlerfrei und individuell auf die Emp­fän­ge­r:in­nen zugeschnitten. Laut einer Studie der Sicherheitsfirma Abnormal Security basieren inzwischen rund 80 Prozent der Phishing-Kampagnen auf generativer KI. Eine weitere Studie der norwegischen IT-Firma Signicat belegt, dass Betrugsversuche in den letzten drei Jahren um rund 80 Prozent zugenommen haben.

Es gibt Schutzmöglichkeiten

Klickt man leichtsinnig auf eine Anzeige, landet man auf einer Website, die wie der Shop des Lieblingsladens aussieht – nur dass der „Mega-Sale“ am Ende keine Lieferung, sondern nur ein Loch im Konto hinterlässt. Das vermeintliche Schnäppchenparadies am Black Friday mutiert damit immer mehr zum Dschungel, in dem nur die Vorsichtigen überleben. Die Be­trü­ger:in­nen? Hochgerüstet. Ihre Werkzeuge? KI-Modelle wie ChatGPT. Das britische National Cyber Security Centre und andere Behörden warnen: Die Zeiten, in denen der Betrug leicht zu entlarven war, sind vorbei.

Aber Schutzmöglichkeiten gibt es dennoch: Die Verbraucherzentrale Brandenburg e. V. rät allen Kauf-Begeisterten auf Anfrage der taz: „Wenn der Preis zu gut wirkt, um wahr zu sein, dann ist es manchmal leider auch so. Was hilft: Angebote vergleichen, auch über Vergleichsportale, und bei absurd günstigen Preisen lieber vorsichtig sein oder nicht bestellen.“ Wer sich unsicher ist, kann verdächtige URLs mit dem „Fakeshop-Finder“ in Sekundenschnelle prüfen lassen – eine KI entlarvt die andere. Außerdem gilt: Immer ein Impressum suchen, Gütesiegel prüfen und Zahlungsoptionen mit Vorsicht betrachten. PayPal ist sicherer als Vorkasse.

  • informationsspiegel

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