Aus für Steuergeschenk für Autofahrende: Auf Nimmerwiedersehen, Tankrabatt!

Während die Bundesregierung an allen Ecken und Ende kürzen will, verbrennt sie 1,6 Milliarden Euro für den Tankrabatt. Ein bezeichnendes Irrlichtern.

E ndlich ist Schluss mit dem unsinnigen Steuergeschenk für Autofahrende, dem Tankrabatt – und hoffentlich wird es keine Wiederauflage dieser absurden Maßnahme geben, die den Fiskus 1,6 Milliarden Euro gekostet hat. Noch wird gerechnet, wie viel die Ölkonzerne im Mai und Juni von der Senkung der Mineralölsteuer an die Ver­brau­che­r:in­nen weitergegeben haben. Viel spricht dafür, dass sie einen Teil auf die eigenen Konten gebucht haben – skrupellos nicht nur angesichts ihres klimaschädlichen Geschäftsmodells, sondern auch in ihrer Preispolitik und beim Einstecken von Geld, das ihnen nicht zugedacht war.

Jeder Cent Steuergeld, der die Gewinne der Konzerne noch weiter nach oben treibt, ist einer zu viel. Aber selbst wenn die Unternehmen nichts von dem Steuergeschenk einbehalten hätten, ist der Tankrabatt keine gute Idee. Alternativen gibt es genug, sei es ein Spritpreisdeckel nach Luxemburger Vorbild, eine Übergewinnsteuer oder eine flächendeckende Senkung der Preise im öffentlichen Verkehr. Strukturell hat die Regierung nichts gegen die Preistreiberei beim Sprit getan. Sie kann jederzeit wiederkommen. Statt mit einem Tempolimit für ein sparsames Autofahren zu sorgen, entlastete sie Vielfahrende und Raser:innen. Klimakrise? Ist Union und SPD offenbar egal.

Die Regierung hat 1,6 Milliarden Euro für eine ökologisch und ökonomisch sinnlose Maßnahme verbrannt – während es für eine vernünftige Bafög-Reform, Wohngeld, die Pflege- und Krankenversicherung oder klamme Kommunen angeblich kein Geld gibt. Union und SPD wollen an allen Ecken und Enden kürzen. Nur den Autofahrenden greifen sie unter die Arme – und zwar gleichermaßen denjenigen, die eine Unterstützung gar nicht nötig haben, wie jenen, die noch viel mehr Hilfe bräuchten.

Diese Politik ist bezeichnend für das Irrlichtern der Regierung. Union und SPD müssen die Richtung wechseln. Sie müssen weg von ihrer klimaignoranten Linie und von einer Verteilungspolitik, die Wohlhabende subventioniert und Arme im Stich lässt.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 60 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei!

Jetzt unterstützen

  • informationsspiegel

    Related Posts

    Dolly Parton mit 80 Jahren gestorben: Sie hat den Feminismus vorgelebt
    • August 26, 2026

    Frauenrechte, queere Personen, Black Lives Matter – Country-Musikerin Dolly Parton stand immer auf der Seite der Selbstbestimmung. Nun ist sie gestorben. mehr…

    Weiterlesen
    Justizdrama „Staatsschutz“: Sie will nicht Ausländerin genannt werden
    • August 26, 2026

    Im Justizdrama „Staatsschutz“ lässt Regisseur Faraz Shariat eine Staatsanwältin zum Opfer rechter Gewalt werden. Wie stark ist der Apparat selbst unterwandert? mehr…

    Weiterlesen

    Nicht verpassen

    Dolly Parton mit 80 Jahren gestorben: Sie hat den Feminismus vorgelebt

    • 3 views
    Dolly Parton mit 80 Jahren gestorben: Sie hat den Feminismus vorgelebt

    Justizdrama „Staatsschutz“: Sie will nicht Ausländerin genannt werden

    • 4 views
    Justizdrama „Staatsschutz“: Sie will nicht Ausländerin genannt werden

    Filmdebüt „Strange River“: Hölderlin auf dem Gepäckträger

    • 4 views
    Filmdebüt „Strange River“: Hölderlin auf dem Gepäckträger

    Lange Speicherung von Daten: Datenschützer will gegen Schufa klagen

    • 3 views
    Lange Speicherung von Daten: Datenschützer will gegen Schufa klagen

    Podcast über Palantir und Alex Karp: Im Auge des Bösen

    • 5 views
    Podcast über Palantir und Alex Karp: Im Auge des Bösen

    WM-Boykottdrohung im Frauensport: Nicht einmal Tagegeld

    • 5 views
    WM-Boykottdrohung im Frauensport: Nicht einmal Tagegeld