
Ein Mann fährt mit einem Auto während des CSD 2026 in Berlin in Menschen – 16 Personen sind schwer verletzt, eine Frau tot. Die Polizei geht von einem Anschlag aus, fahndet nach dem Täter. In Österreich wurde 2023 ein Angriff auf den Wiener CSD verhindert, im Jahr darauf gab es offizielle Warnungen vor Angriffen auf Pride-Veranstaltungen aus den USA.
Dabei warnte das US-amerikanischen Federal Bureau of Investigation: „Ausländische terroristische Organisationen oder deren Anhänger könnten versuchen, die im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Pride-Monat im Juni 2024 zu erwartenden vermehrten Menschenansammlungen auszunutzen.“ Ähnlich das US-Außenministerium, das damals die Warnung veröffentlichte: „Seien Sie an Orten, die von Touristen frequentiert werden, einschließlich Pride-Feiern, wachsam.“
Obwohl weder konkrete Versammlungen noch Orte genannt wurden, wiesen die Strafverfolgungsbehörden darauf hin, dass Botschaften der Terrororganisation „Islamischen Staat“ (IS), die im Februar 2023 auf Englisch verbreitet wurden, Rhetorik gegen LGBTQI+-Veranstaltungen und -Veranstaltungsorte enthielten.
Das FBI bezog sich in seiner Warnung auch auf die Festnahme von drei IS-Sympathisanten, die 2023 versucht haben sollen, einen Angriff auf eine Pride-Parade in der österreichischen Hauptstadt Wien zu verüben.
Angriff auf queere Community in den USA 2026
Nachhaltig in Erinnerung geblieben in den USA ist der Angriff auf die queere Community im Jahr 2016, als ein bewaffneter Mann in der Nacht vom 12. Juni 2016 im Pulse Nightclub in Orlando im US-Bundesstaat Florida das Feuer eröffnete.
Das Pulse war ein bekannter LGBTQI+-Nachtclub, rund 300 Menschen befanden sich zu diesem Zeitpunkt dort. 49 Menschen wurden getötet, 53 weitere wurden verletzt. Es war der schwerste Angriff auf die LGBTQI+-Community, den die USA je erlebt haben.
Bericht: Knapp die Hälfte der CSDs laufen nicht ohne Störung ab
Das Forschungsnetzwerk ReGA (Research Against Global Authoritarianism) veröffentlichte im Juni dieses Jahres einen Bericht zu Angriffen auf Pride-Veranstaltungen in Deutschland. Dort wird berichtet, dass es in den letzten drei Jahren in Deutschland zu einer Zunahme von Angriffen auf Pride-Paraden, von als Gegendemonstrationen bezeichneten Neonazi-Kundgebungen sowie von queerenfeindlichen Übergriffen auf Organisatoren und Teilnehmer gekommen sei.
Der Fokus des Netzwerks liegt auf Entwicklungen im Bereich Autoritarismus, Rechtsextremismus und demokratiefeindliche Mobilisierung. Für 2025 stellte ReGA fest: „Nur 110 von 243 CSDs und Pride-Veranstaltungen fanden ohne dokumentierte Zwischenfälle statt – das heißt, ohne veranstaltungsbezogene (rechtsextreme) Demonstrationen oder Kundgebungen und ohne gemeldete Angriffe, Beleidigungen oder Drohungen.“
Gegen 17 CSDs gab es demnach rechtsextreme Versammlungen, jedoch keine Störungen; bei 35 CSDs gab es rechtsextreme Versammlungen und Störungen; und bei 81 gab es „nur“ Störungen, jedoch keine rechtsextremen Demonstrationen.







