
Die deutschen Gasspeicher erreichen zum 1. November nicht den gesetzlich geforderten Füllstand. Die Bundesnetzagentur sieht darin kein Problem.
Die deutschen Gasspeicher erfüllen zum Stichtag 1. November die gesetzlichen Vorgaben nicht. Sie sind aktuell zu 61 Prozent gefüllt, gesetzlich vorgesehen sind 70 Prozent. Das geht aus den Zahlen der Initiative Energie Speichern (INES) hervor, in der 29 deutschen Gasspeicherbetreiber mit 47 Standorten organisiert sind. Sie repräsentieren mehr als 90 Prozent der deutschen Lagerkapazitäten.
Konsequenzen hat die Zielverfehlung nicht. Für die Überwachung der Füllstände ist die Bundesnetzagentur zuständig. Sie nehme die Entwicklung ernst, heißt es in der aktuellen Lageeinschätzung der Behörde. Gleichzeitig stellt sie klar: „Die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.“ Dafür sei es nicht zwingend, dass die Füllstandsziele erreicht werden. „Für die Versorgungssicherheit entscheidend ist ein Zusammenspiel von Pipelineimporten, Speichern, LNG-Importen, Infrastruktur und Nachfrage“, heißt es weiter. „Auf dem Weltmarkt ist ausreichend Gas verfügbar, und es sind ausreichend Importmöglichkeiten vorhanden.“
Die Branche, Oppositionspolitiker:innen und Fachleute warnen seit Monaten davor, dass das gesetzliche Ziel nicht erreicht wird. Sollte der Winter sehr kalt und Gas knapp werden, steigen die Preise noch stärker an. Die zuständige Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich lange dagegen gewehrt einzugreifen und darauf verwiesen, dass der Markt für genügend Gasvorräte sorgen würde. Erst Ende September hat sie eine Kehrtwende vollzogen und den Kauf von etwas zusätzlichem Gas angeordnet.
Ursache der niedrigen Füllstände sind Marktstörungen. Früher haben Händler:innen im Frühjahr und Sommer in großem Stil Gas gekauft und gelagert, weil sie es im Winter für mehr Geld verkaufen konnten. Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr. Weil die Preise auch im Frühjahr und Sommer sehr hoch sind, lohnt sich der frühe Einkauf für Händler:innen nicht mehr. In diesem Jahr kamen verschärfend die hohen Energiepreise durch die Sperrung der Straße von Hormus infolge des Irankriegs hinzu. Die Speicher waren im Frühjahr außergewöhnlich leer, weshalb die Wiederbefüllung schwieriger war als in den Vorjahren.
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