+++Angriffe auf Venezuela+++: Maduro wegen Drogenhandels und Terrorismus bereits angeklagt

Die USA haben in der Nacht zu Samstag Venezuela angegriffen. Nach Angaben von US-Präsident Trump wurde Venezuelas Präsident Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht. Venezuela hat militärische Gegenwehr angekündigt.

14.25 Uhr: USA wollen Maduro wegen Drogenhandels und Terrorismus den Prozess machen

Die US-Justiz will dem beim Militäreinsatz der Vereinigten Staaten gegen Venezuela mutmaßlich gefangen genommenen Staatschef Nicolás Maduro wegen Vorwürfen des Drogenhandels und des Terrorismus den Prozess machen. Maduro und seine Ehefrau seien angeklagt und würden bald mit „dem ganzen Zorn der amerikanischen Justiz auf amerikanischem Boden in amerikanischen Gerichten konfrontiert werden“, schrieb US-Justizministerin Pam Bondi am Samstag im Onlinedienst X.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor mitgeteilt, dass Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores während des nächtlichen US-Einsatzes „gefangen genommen und außer Landes geflogen“ worden seien.

Bondi verwies nun darauf, dass gegen Maduro bereits in der Vergangenheit Anklage wegen „Verschwörung zum Drogenterrorismus und Verschwörung zur Einfuhr von Kokain“ erhoben worden sei. Diese Anklage gegen Maduro hatte das US-Justizministerium bereits 2020 – während Trumps erster Amtszeit – angestrengt.

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden,
ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Washington beschuldigt Maduro, den Drogenhandel für das „Kartell der Sonnen“ zu leiten, dessen Existenz zahlreichen Experten zufolge allerdings erst noch bewiesen werden muss. Maduro wies in der Vergangenheit alle Anschuldigungen zurück. (afp)

14:00 Uhr: Gemischte Reaktionen aus deutscher Politik

Der Militärschlag der USA gegen Venezuela und die Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro rufen in Deutschland unterschiedliche Reaktionen hervor. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Hardt, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), das Ende der Herrschaft von Maduro „wäre ein Signal der Hoffnung für Venezuela, dessen Bevölkerung zu großen Teilen vor Maduros Regime ins Ausland floh“.

Wir würden Ihnen hier gerne einen externen Inhalt zeigen. Sie entscheiden,
ob Sie dieses Element auch sehen wollen:

Linke-Chef Jan van Aken sagte hingegen: „Wer wie Trump das Völkerrecht bricht und Präsidenten entführen lässt, der betreibt brutalen Staatsterrorismus.“ Die USA hatten Maduro und dessen Ehefrau bei dem Angriff gefasst und außer Landes gebracht, wie US-Präsident Donald Trump mitgeteilt hatte.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge forderte eine klare Reaktion der Bundesregierung. Die Luftangriffe stellten einen Bruch des Völkerrechts und eine gefährliche militärische Eskalation dar, sagte sie dem RND. „Wir erwarten daher von der Bundesregierung, dass sie dies verurteilt und sich unmissverständlich gegenüber den USA für Deeskalation, die Einhaltung des Völkerrechts und die Achtung staatlicher Souveränität einsetzt.“

Dröge betonte, die Politik Maduros sei in keiner Weise akzeptabel. Doch auch die US-Politik sei falsch: „Unter Donald Trump verfolgen die USA international eine Politik, die immer mehr auf das Recht des Stärken setzt und die Einhaltung internationalen Rechts missachtet.“ Es bestehe die Gefahr, dass andere Staaten diesem Beispiel folgten und die Welt so immer gefährlicher werde. (dpa)

13:35 Uhr: Venezuelas Innenminister: „Wir werden siegen“

Venezuelas Innenminister Diosdado Cabello hat sich trotz des US-Militärangriffs und der Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro siegesgewiss gezeigt. „Am Ende dieser Angriffe werden wir siegen“, sagte Cabello, der als einer der mächtigsten Männer des Landes gilt, am Samstag im staatlichen Fernsehen.

Es sei „nicht der erste Kampf gegen unser Volk“, sagte der Innenminister weiter und fügte hinzu: „Es lebe das Vaterland! Es lebe! Immer loyal! Niemals Verräter!“ Das venezolanische Volk wisse, wie es „unter allen Umständen überlebt“. Auf Online-Plattformen hatte es Gerüchte über eine Festnahme oder den Tod Cabellos gegeben. (afp)

13.29 Uhr: EU-Chefdiplomatin erinnert an Völkerrecht

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat nach dem US-Angriff auf Venezuela zur Achtung des Völkerrechts aufgerufen. „Unter allen Umständen müssen die Grundsätze des internationalen Rechts und der Charta der Vereinten Nationen eingehalten werden. Wir rufen zur Zurückhaltung auf“, schrieb Kallas auf X. Nach eigenen Angaben hatte sie zuvor mit US-Außenminister Marco Rubio telefoniert.

Die Europäische Union beobachte die Lage in Venezuela aufmerksam, heißt es im Post von Kallas. Die EU habe wiederholt erklärt, dass Maduro Legitimität fehle, und sich für einen friedlichen Übergang ausgesprochen. „Die Sicherheit der EU-Bürger in diesem Land hat für uns oberste Priorität“, fügte die estnische Politikerin hinzu.

Auch EU-Ratspräsident António Costa zeigte sich besorgt über die. „Die Europäische Union ruft zur Deeskalation und zu einer Lösung unter vollständiger Achtung des Völkerrechts und der in der Charta der Vereinten Nationen verankerten Grundsätze auf“, schrieb Costa auf X. Die EU werde sich weiterhin für eine friedliche, demokratische und inklusive Lösung in Venezuela einsetzen.

Die USA hatten in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) Ziele in Venezuela angegriffen und nach Angaben von Präsident Donald Trump auch den autoritären Staatschef Maduro gefasst und außer Landes gebracht. Die Luftschläge richteten sich Berichten zufolge vor allem gegen Militärstützpunkte, Flugplätze, Kommunikationsanlagen und Häfen. (dpa)

Milei feiert Maduros Festsetzung durch die USA

Argentiniens Präsident Javier Milei feiert die von den USA verkündete Festsetzung von Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro. „DIE FREIHEIT SCHREITET VORAN, ES LEBE DIE FREIHEIT VERDAMMT NOCHMAL“, schrieb der ultraliberale Politiker auf X in Versalien zu einem Nachrichtenbericht, den er auf der Plattform teilte. (dpa)

12:27 Uhr: Russland fordert zur Rückkehr zu Gesprächen auf

In einem russischen Regierungsstatement heißt es: „In der gegenwärtigen Situation ist es vor allem wichtig, eine weitere Eskalation zu verhindern und sich auf die Suche nach einer Lösung im Dialog zu konzentrieren. Wir gehen davon aus, dass alle Parteien, die möglicherweise Beschwerden gegeneinander haben, Lösungen durch dialogbasierte Mechanismen suchen müssen. Wir sind bereit, solche Bemühungen zu unterstützen.“

Russland bekräftigt darüber hinaus seine „Solidarität mit dem venezolanischen Volk“ und eine „Unterstützung für den Kurs seiner bolivarischen Führung, der darauf abzielt, die nationalen Interessen und die Souveränität des Landes zu wahren.“ (smd)

11.55 Uhr: Venezuela meldet Tote und Verletzte

Bei dem US-Angriff auf Ziele in Venezuela sind nach Regierungsangaben Soldaten und Zivilisten getötet worden. „Wir verurteilen diesen Angriff auf unser Volk, der Beamten, Soldaten, Unschuldigen und Zivilisten das Leben gekostet hat“, sagte Vizepräsidentin Delcy Rodríguez im Staatsfernsehen. (dpa)

11.50 Uhr: Viele falsche Video im Netz geteilt

In den Social-Media-Kanälen werden aktuell zahlreiche Videos geteilt, die den US-Angriff auf Venezuela zeigen sollen. Nicht alle davon sind echt. Darauf hat auf X der BBC-Journalist Shayan Sardarizadeh hingewiesen, dessen Spezialgebite Verifikation und Desinformation sind. So zeige ein Video, das angeblich den US-Angriff auf eine Militärbasis in Venezuela zeigen soll, eine iranische Raketen auf Israel. (ga)

11.40 Uhr: Russland verurteilt US-Angriff auf Venezuela als „verwerflich“

Russland hat den US-Militärangriff auf Venezuela mit deutlichen Worten verurteilt. Das Vorgehen sei „zutiefst beunruhigend und verwerflich“, erklärte das russische Außenministerium in Moskau am Samstag. Es gebe keine Rechtfertigung für diese „bewaffnete Aggression“. (afp)

11.35 Uhr: Spanien ruft zur Deeskalation in Venezuela auf

Spanien hat angesichts der US-Angriffe in Venezuela und der Mitteilung über eine Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro zur Mäßigung aufgerufen. Das Völkerrecht und die UN-Charta müssten beachtet werden, stand in einer ersten Erklärung des spanischen Außenministeriums zur Lage in dem südamerikanischen Land.

Zugleich bot die linke Regierung in Madrid ihre Hilfe an, um „eine friedliche und durch Verhandlungen erzielte Lösung der gegenwärtigen Krise zu erreichen“. (dpa)

11.35 Uhr: „New York Times“: Keine Opfer auf US-Seite

Bei dem Angriff auf Venezuela gab es laut einem Medienbericht keine Opfer auf US-Seite. Dies berichtete die Zeitung „New York Times“ unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. (dpa)

11.20 Uhr: Krisenstab der Bundesregierung tagt

Im Auswärtigen Amt wird heute der Krisenstab der Bundesregierung zusammentreten. „Wir beobachten die Lage in Venezuela sehr aufmerksam und verfolgen die aktuellen Meldungen mit größter Sorge“, heißt es im Außenministerium. Das Auswärtige Amt stehe im engen Kontakt mit der Botschaft in Caracas. Die Lage sei derzeit „in Teilen noch unübersichtlich“. Die Bundesregierung stimme sich eng mit den Partnern ab. (rtr)

11.15: US-Senator zu Venezuela: „Dieser Krieg ist illegal“

Nach dem Angriff der USA auf Venezuela haben mehrere US-Parlamentarier Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens geäußert. Der demokratische Senator von Arizona, Ruben Gallego schrieb im Kurznachrichtendienst X: „Dieser Krieg ist illegal. Es ist beschämend, dass wir uns vom Weltpolizisten zum Weltmobber entwickelt haben. Es gibt keinen Grund, warum wir mit Venezuela im Krieg sein sollten“.

Auch ein Parteifreund von US-Präsident Donald Trump, der republikanische Senator Mike Lee von Utah, meldete Zweifel an: „Ich bin gespannt darauf zu erfahren, was – falls überhaupt etwas – diese Handlung verfassungsrechtlich rechtfertigen könnte, angesichts des Fehlens einer Kriegserklärung oder einer Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt.“ (dpa)

11.08 Uhr: Vizepräsidentin weiß nicht, wo Maduro ist

Die venezolanische Regierung weiß derzeit nicht, wo sich Präsident Nicolas Maduro und seine Frau aufhalten. Das teilt Vizepräsidentin Delcy Rodriguez in einer im Staatsfernsehen ausgestrahlten Audiobotschaft mit. Sie fordert „einen sofortigen Beweis“, dass die beiden noch am Leben seien. US-Präsident Donald Trump hat mitgeteilt, dass Maduro ⁠und ‍seine Frau gefangen genommen und außer Landes geflogen worden seien. (rtr)

10.55 Uhr: US-Elitesoldaten sollen Maduro gefangen genommen haben

Die Gefangennahme ⁠von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro erfolgte nach Angaben eines US-Vertreters durch amerikanische Elitesoldaten. Der Sender CBS News berichtet, es habe sich um Mitglieder der Delta Force gehandelt, einer Spezialeinheit der US-Armee. (rtr)

10.55 Uhr: Venezuela kündigt „massiven“ Einsatz all seiner militärischen Mittel an

Wegen des US-Angriffs auf Venezuela hat das südamerikanische Land am Samstag einen „massiven“ Einsatz all seiner militärischen Mittel angekündigt. In einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in Caracas wurde den USA überdies vorgeworfen, auch Wohngebiete mit Zivilisten bombardiert zu haben. (afp)

10.42 Uhr: Trump kündigt Pressekonferenz an

US-Präsident Trump verkündet in einem social media post, Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und seine Frau in Gewahrsam genommen wurden und zur Stunde aus dem Land geflogen werden. Trump befindet sich derzeit in seinem Anwesen in Mar-a-Lago in Florida und hat dort für 11 Uhr Ortszeit eine Pressekonferenz angekündigt. (sny)

10.40 Uhr: Venezuelas Verteidigungsminister meldet sich lebend

Venezuelas Verteidigungsminister, General Vladimir Padrino Lopez, hat sich als erstes Regierungsmitglied an die Öffentlichkeit gewendet. Zuvor war auf X spekuliert worden, der General sei Opfer des US-Angriffs geworden. Padrino Lopez gilt als einer der engsten Mitarbeiter der Maduro-Regierung. (sny)

10.37 Uhr: Kuba verurteilt den US-Angriff

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel verurteilt den US-Angriff auf Venezuela als „kriminellen Attacke“. Er fordert die internationale Gemeinschaft zu einer „dringende Reaktion“ auf. (sny)

10.35 Uhr: Trump bestätigt Angriff in Venezuela – Maduro gefangen genommen

US-Präsident ⁠Donald Trump hat bestätigt, dass die USA Venezuela angegriffen haben. Es habe sich ⁠um ‍einen großangelegten Angriff ⁠gegen das Land und seinen Anführer gehandelt, teilte Trump am Samstag mit. Venezuelas Präsident Nicolas Maduro ⁠sei gefangen genommen und außer ⁠Landes gebracht worden.

10.34 Uhr: Iran verurteilt US-Militärangriff auf Venezuela

Der Iran hat einen Militärangriff der USA auf Venezuela scharf verurteilt. Es handle sich um eine „eklatante Verletzung seiner nationalen Souveränität und territorialen Integrität“, teilte das iranische ⁠Außenministerium ‍mit. Iran forderte den UN-Sicherheitsrat auf, „sofort zu handeln, um ⁠die unrechtmäßige Aggression zu stoppen“ und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Iran gilt als enger Verbündeter Venezuelas. (rtr)

10.29 Uhr: CBS News: Angriffe in Venezuela schon Weihnachten geplant

US-Präsident Donald Trump hat für Angriffe auf Venezuela laut einem Medienbericht bereits vor Tagen grünes Licht erteilt. Militärvertreter hätten erwogen, die Attacken an Weihnachten durchzuführen, berichtete der US-Nachrichtensender CBS News unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Aufgrund der US-Luftschläge in Nigeria gegen Ziele des Islamischen Staates (IS) seien die Pläne dann allerdings verschoben worden. CBS News zufolge gab es in den Tagen nach Weihnachten weitere Zeitfenster für Angriffe – allerdings sei das Wetter ungünstig gewesen, sodass das US-Militär auf bessere Bedingungen gewartet habe.

In der Nacht zum Samstag haben die Vereinigten Staaten dann offensichtlich Ziele in Venezuela angegriffen. Die Regierung in Caracas warf Washington vor, eine militärische Aggression gegen zivile und militärische Ziele durchzuführen. Auch die US-Medien CBS News und Fox News berichteten, die USA hätten Ziele in Venezuela attackiert. (dpa)

10.15 Uhr: US-Luftfahrtbehörde untersagt Flüge rund um Venezuela

Die US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) hat Flüge rund um Venezuela untersagt. „In Zusammenhang mit den andauernden militärischen Aktivitäten“ ist der Betrieb von kommerziellen und privaten US-Flügen in bestimmten Gebieten verboten. Das geht aus einer sogenannte Notam (Notice to Airmen, Hinweise an Piloten) hervor, die die FAA bei verschiedenen Gefahrensituationen und Lagen herausgibt. Konkret handelt es sich um die venezolanische Küstenstadt Maiquetía, die Karibikinsel Curaçao, um Piarco auf der Insel Trinidad sowie um San Juan auf Puerto Rico. (dpa)

09.58 Uhr: US-Medien: Militäreinsatz gegen Venezuela geht von den USA aus

Der Militäreinsatz gegen Venezuela geht nach Informationen von US-Medien von den USA aus. Die Sender CBS News und Fox News berichteten am Samstag, dass Vertreter der US-Regierung, die anonym bleiben wollten, die Beteiligung der US-Armee bestätigt hätten. Das Weiße Haus und das Pentagon äußerten sich zunächst nicht.

Die venezolanische Regierung warf der Regierung von US-Präsident Donald Trump einen „schweren militärischen Angriff“ vor. Dieser habe sich gegen „zivile und militärische Orte in Caracas und den Bundesstaaten Miranda, Aragua sowie La Guaira rund um Caracas“ gerichtet.

„Eine solche Aggression bedroht den Frieden und die internationale Stabilität“ und bringe „das Leben von Millionen Menschen schwerwiegend in Gefahr“, hieß es in der Erklärung weiter. Ziel der USA sei „nichts anderes, als sich Venezuelas strategischer Ressourcen zu bemächtigen, insbesondere seines Erdöls und seiner Mineralien“. Die Regierung in Caracas rief den Ausnahmezustand aus und ordnete eine Mobilisierung des ganzen Landes zur Abwehr „diesen imperialistischen Angriffs“ auf. (afp)

09.28 Uhr: Die Lage am Samstagmorgen

In der venezolanischen Hauptstadt Caracas haben sich Medienberichten zufolge eine Reihe von Explosionen ereignet. Auf vom Fernsehsender NTN24 veröffentlichten Bildern waren Explosionen und Rauchwolken zu sehen. Mehrere davon sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt. Auf einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über die nächtliche Stadt fliegen. Was der Auslöser der Explosionen war, blieb zunächst unklar. ‍Ziel sollten ⁠unter anderem Militäreinrichtungen sein, berichtete die Reporterin des Senders CBS am Samstag auf ⁠X unter Berufung auf US-Vertreter.

Die Regierung in Venezuela hat den USA einen „schweren militärischen Angriff“ vorgeworfen. Sein Land ⁠lehne diese Aggression ab, heißt es in einer Erklärung des Staatschefs Nicolás Maduro. Ziel der Angriffe waren demnach die Hauptstadt Caracas und La Guaira sowie die Bundesstaaten Miranda und ⁠Aragua. Maduro habe daraufhin den Ausnahmezustand ausgerufen und die Mobilisierung der Bevölkerung angeordnet, hieß es am Samstag in einer Mitteilung der Regierung. US-Präsident Donald Trump hatte Maduro kürzlich gedroht, dass dessen Tage „gezählt“ seien.

Explosionen in Venezuela: Rauch steigt am Flughafen La Carlota auf

Foto: dpa

Der Militäreinsatz gegen Venezuela geht nach Informationen von US-Medien von den USA aus. Die Sender CBS News und Fox News berichteten am Samstag, dass Vertreter der US-Regierung, die anonym bleiben wollten, die Beteiligung der US-Armee bestätigt hätten. Das Weiße Haus und das Pentagon äußerten sich zunächst nicht.

Auch der Präsident des Nachbarlandes Kolumbien hat von einem Angriff auf Venezuela gesprochen. „In diesem Moment wird Caracas bombardiert. Alarm an alle: Venezuela wurde angegriffen. Sie beschießen es mit Raketen“, schrieb Staatschef Gustavo Petro auf der Plattform X. „Die Organisation Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen sollten sofort zusammentreten“, forderte er.

USA werfen Venezuela vor, Drogenschmuggel zu fördern

Feuer über Caracas

Foto: reuters

Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war zuletzt immer weiter eskaliert. Die US-Streitkräfte haben vor der Küste Venezuelas zahlreiche Kriegsschiffe, Kampfflugzeuge und Soldaten zusammengezogen. Das Militär versenkte zuletzt eine Reihe von angeblichen Drogenbooten, die Küstenwache beschlagnahmte mit Sanktionen belegte Öltanker. US-Präsident Donald Trump bestätigte zudem einen Angriff auf ein Hafengebiet in dem südamerikanischen Land.

Venezuelas autoritärer Präsident Maduro wirft dem Weißen Haus vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen. Im Oktober hatte Trump öffentlich bestätigt, dass er verdeckte Einsätze des Auslandsgeheimdienstes CIA in Venezuela genehmigt habe.

Die USA werfen Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas Präsident Maduro vermutet dagegen US-Pläne zu seinem Sturz und ein Bestreben der USA, sich der riesigen venezolanischen Erdölvorkommen zu bemächtigen.

Am Donnerstag zeigte sich Maduro jedoch offen für Gespräche mit den USA. „Wo immer sie wollen und wann immer sie wollen“, sagte er im Staatsfernsehen mit Blick auf mögliche Gespräche mit den USA über die Bereiche Drogenhandel, Öl und Migration. Maduro betonte jedoch auch die Wehrhaftigkeit seines Landes: „Das nationale Verteidigungssystem hat die nationale Integrität, den Frieden des Landes und die Nutzung unserer Territorien garantiert und garantiert dies weiterhin“, erklärte er. (afp/reuters/dpa)

  • informationsspiegel

    Related Posts

    Proteste bei Olympischen Winterspielen: Unerwünschte Teilnehmer
    • January 28, 2026

    Bei den Winterspielen in Italien kommen ICE-Beamte aus den USA zum Einsatz. Die Regierung beschwichtigt, die Opposition kündigt Demonstrationen an. mehr…

    Weiterlesen
    Regierung in den Niederlanden steht: Es fehlt die Mehrheit
    • January 28, 2026

    Der linksliberale Rob Jetten wird neuer Premier. Doch sein Tatendrang steht in einem Missverhältnis zu den Mehrheitsverhältnissen im Parlament. mehr…

    Weiterlesen

    Nicht verpassen

    Proteste bei Olympischen Winterspielen: Unerwünschte Teilnehmer

    • 6 views
    Proteste bei Olympischen Winterspielen: Unerwünschte Teilnehmer

    Regierung in den Niederlanden steht: Es fehlt die Mehrheit

    • 5 views
    Regierung in den Niederlanden steht: Es fehlt die Mehrheit

    Flutkatastrophe in Mosambik: Tropenstürme wüten in weiten Landesteilen

    • 5 views
    Flutkatastrophe in Mosambik: Tropenstürme wüten in weiten Landesteilen

    Verdacht auf Geldwäsche: Durchsuchungen bei Deutscher Bank

    • 5 views
    Verdacht auf Geldwäsche: Durchsuchungen bei Deutscher Bank

    Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag: „Ich bin das Kind, vor dem Hitler Angst hatte“

    • 4 views
    Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag: „Ich bin das Kind, vor dem Hitler Angst hatte“

    EU-Abschiebevereinbarung mit den Taliban: „Technische“ Kontakte mit Folterern

    • 6 views
    EU-Abschiebevereinbarung mit den Taliban: „Technische“ Kontakte mit Folterern