Annexionsfantasien Trumps: Mit Blutkonserven nach Grönland

Von wegen Übung: Als Dänemark im Januar Truppen nach Grönland flog, waren nach Informationen des Dänischen Rundfunks DR auch Sprengstoff und Blutkonserven mit an Bord. Falls die USA Ernst machen würden mit ihrer Drohung, sich die zum dänischen Königreich gehörende Insel im Zweifelsfall gewaltsam einzuverleiben.

Wie DR am Donnerstag berichtete, sollte der Sprengstoff unter anderem zur Zerstörung von Landebahnen eingesetzt werden können, wenn amerikanische Militärflugzeuge versuchen würden, Soldaten nach Grönland zu bringen. Die zur Insel verlegten dänischen Kampfflugzeuge waren demnach mit scharfen Waffen ausgerüstet. Der Auftrag an die Soldaten soll es gewesen sein, sich im Fall eines Angriffs zu verteidigen.

DR beruft sich auf „zentrale Quellen“ aus der dänischen Regierung, auf Top-Offiziere, hohe Beamte und Informanten von dänischen, französischen und deutschen Nachrichtendiensten. Die Blutkonserven wurden den Angaben zufolge zur Versorgung Verwundeter mitgenommen, falls es zu Kampfhandlungen kommen würde. Die Informanten hätten insgesamt das Bild eines unvergleichlichen Jahres gezeichnet, mit „schlaflosen Nächten“, seit der alte und neue US-Präsident Donald Trump mit seinem Anspruch auf Grönland nicht lockerließ.

Nach US-Angriff auf Venezuela Militärübung vorgezogen

Schon kurz nach Trumps zweitem Amtsantritt Anfang 2025 habe Dänemark sich bei seinen nordischen Nachbarn, aber auch etwa bei Frankreich und Deutschland der politischen Unterstützung in der Grönland-Frage vergewissert. Gemeinsame Übungen auf der Arktis-Insel – von Soldaten aus Dänemark und verbündeten europäischen Ländern wie etwa Deutschland, Frankreich, Norwegen und Schweden – seien zwar für das Jahr 2026 geplant gewesen. Man habe damit zeigen wollen, dass man die Verteidigung der Insel ernst nehme. Eine schwache Verteidigungsbereitschaft Dänemarks war ein ständig wiederkehrendes Argument Trumps, warum die USA die Kontrolle der Insel übernehmen müssten.

Auslöser für das plötzliche Vorziehen der Militärübung auf den Januar war dann der US-Angriff auf Venezuela, wie laut DR acht verschiedene Informanten sagten. In die Beurteilung der angespannten Lage sei eingeflossen, dass „die offiziellen USA nicht mehr so funktionierten wie üblich“, erklärte demnach eine hochrangige Quelle aus dem dänischen Sicherheitsapparat.

Über konkrete Angriffspläne habe keine der Quellen „handfeste“ Informationen gehabt, dennoch sei im Januar die Befürchtung gewachsen, der eigentlich wichtigste Alliierte USA könne Grönland jederzeit attackieren. Ziel der vorgezogenen Militärübung – nun offenbar mit scharfer Munition und auf alles vorbereitet – sei vor allem Abschreckung gewesen. Mit der Präsenz von Soldaten aus gleich mehreren verbündeten Ländern sollten die Folgen eines potenziellen Angriffs für die USA mehr Gewicht bekommen und so die Hemmschwelle erhöht werden.

  • informationsspiegel

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