Berliner Stromausfall: Blackout im Berliner Südwesten vorbei

Seit Mittwochvormittag fließt der Strom auch für die letzten noch 25.000 betroffenen Haushalte wieder – einen Tag früher als angekündigt.

Der Blackout im Berliner Südwesten ist überraschenderweise schon an diesem Mittwochmorgen um 11 Uhr zu Ende gegangen. Das erfuhr die taz aus dem Umfeld der Senatskanzlei, der Berliner Regierungszentrale. 25.500 stromlose Haushalte in den Stadtteilen Zehlendorf, Lichterfelde, Nikolassee und Wannsee gehen wieder ans Netz. Am Dienstag noch hatten die schwarz-rote Landesregierung in einer Pressekonferenz eine Wiederversorgung für Donnerstagnachmittag in Aussicht gestellt.

Der Zeitpunkt 11 Uhr bedeute allerdings nicht, dass dann schon alle Haushalte auf einen Schlag wieder versorgt seien, hieß es. Schrittweise sollen nach Angaben von Stromnetz Berlin in den nächsten Stunden alle Hauhalte wieder angeschlossen werden.

Die schnellere Wiederversorgung erklärte die Senatskanzlei, mit dem Ausrufen einer Großschadenslage durch Regierungschef Kai Wegner (CDU). Das habe schnelleres Arbeiten ermöglicht. Details gab es dazu nicht.

Noch am Dienstag hatte der Stromnetz-Chef Bernhard Büllmann auf die andauernden Minusgrade hingewiesen, die den Wiederanschluss seit dem Wochenende erschwert hätten. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) präsentierte zum Veranschaulichen ein gut zehn Zentimeter dickes Kabelstück, das in mehreren Schichten unter herausfordernden Bedingungen verlegt werden müsse.

Bundesanwaltschaft ermittelt

Den Ausfall, von dem anfangs rund 45.000 Haushalte im Berliner Südwesten betroffen waren, hatte ein Anschlag auf eine Kabelbrücke zu einem Kraftwerk am Teltowkanal fast an der Landesgrenze zu Brandenburg verursacht. Dazu bekannte sich eine „Vulkangruppe“, der auch ein Anschlag auf das Stromnetz im Berliner Südosten im September 2025 zugerechnet wird. Nach Spekulationen um die Authentizität erschienen ein zweites Bekennerschreiben. Darin reklamierte die Gruppe den Anschlag für sich. Nur kurz darauf distanzierte sich die „Vulkangruppe“ in einem dritten Schreiben von ihrem doppelten Bekenntnis.

=”” span=””>

Die Bekennerschreiben der „Vulkangruppe“

In einem Schreiben einer „Vulkangruppe“ hatten sich die Ab­sen­de­r:in­nen erstmals am 4. Januar 2026 zu dem Brandanschlag auf das Stromnetz in Berlin bekannt. Am 6. Januar wurde ein weiteres Schreiben einer „Vulkangruppe“ veröffentlicht als sogenannte Richtigstellung, nachdem über eine Russland-Sabotage spekuliert worden war. In einem mittlerweile dritten, am 7. Januar publizierten Bekennerschreiben behaupten die Au­to­r:in­nen nun, sie seien die ursprüngliche „Vulkangruppe“ und hätten mit den Anschlägen der letzten Jahre nichts zu tun.

=”” div=””>

Weil der Vorfall als terroristische Attacke eingestuft wird – Wegner und auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprechen von „Linksterrorismus“ –, hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Die Berliner Polizei hatte am Dienstag von acht erfolgversprechenden Hinweisen aus der Bevölkerung gesprochen, denen man nachgehe.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei!

Jetzt unterstützen

  • informationsspiegel

    Related Posts

    Proteste bei Olympischen Winterspielen: Unerwünschte Teilnehmer
    • January 28, 2026

    Bei den Winterspielen in Italien kommen ICE-Beamte aus den USA zum Einsatz. Die Regierung beschwichtigt, die Opposition kündigt Demonstrationen an. mehr…

    Weiterlesen
    Regierung in den Niederlanden steht: Es fehlt die Mehrheit
    • January 28, 2026

    Der linksliberale Rob Jetten wird neuer Premier. Doch sein Tatendrang steht in einem Missverhältnis zu den Mehrheitsverhältnissen im Parlament. mehr…

    Weiterlesen

    Nicht verpassen

    Proteste bei Olympischen Winterspielen: Unerwünschte Teilnehmer

    • 3 views
    Proteste bei Olympischen Winterspielen: Unerwünschte Teilnehmer

    Regierung in den Niederlanden steht: Es fehlt die Mehrheit

    • 3 views
    Regierung in den Niederlanden steht: Es fehlt die Mehrheit

    Flutkatastrophe in Mosambik: Tropenstürme wüten in weiten Landesteilen

    • 4 views
    Flutkatastrophe in Mosambik: Tropenstürme wüten in weiten Landesteilen

    Verdacht auf Geldwäsche: Durchsuchungen bei Deutscher Bank

    • 4 views
    Verdacht auf Geldwäsche: Durchsuchungen bei Deutscher Bank

    Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag: „Ich bin das Kind, vor dem Hitler Angst hatte“

    • 4 views
    Holocaust-Gedenkstunde im Bundestag: „Ich bin das Kind, vor dem Hitler Angst hatte“

    EU-Abschiebevereinbarung mit den Taliban: „Technische“ Kontakte mit Folterern

    • 3 views
    EU-Abschiebevereinbarung mit den Taliban: „Technische“ Kontakte mit Folterern