
epd/rtr | Die ersten frisch 18-Jährigen werden schon im Januar die Fragebögen zur Wehrerfassung erhalten. Wie das Bundesverteidigungsministerium am Freitagabend mitteilte, sollen Mitte Januar die ersten Briefe an diejenigen versendet werden, die seit Anfang Januar volljährig geworden sind. Das Ausfüllen des Fragebogens, mit dem die Bereitschaft für den Dienst in der Bundeswehr abgefragt wird, ist für junge Männer nach dem am Freitag auch vom Bundesrat gebilligten neuen Wehrdienst-Gesetz verpflichtend, der Dienst selbst bleibt freiwillig.
Frauen, die im nächsten Jahr 18 Jahre alt werden, werden ebenfalls angeschrieben. Sie müssen den Fragebogen aber nicht ausfüllen. Die Schreiben werden den Angaben zufolge auch über andere Freiwilligendienste informieren.
Interesse für die Bundeswehr wird in Skala eingetragen
Die Briefe werden nach Angaben des Verteidigungsministeriums einen QR-Code enthalten, der eingescannt zu dem Online-Fragebogen führt. Die Angeschriebenen müssen dort binnen eines Monats zwölf Fragen zur Schul- und etwaigen Berufsausbildung sowie zu Größe, Gewicht und geschätztem Fitnesslevel machen.
Die Bereitschaft, zur Bundeswehr zu gehen, wird anhand einer Skala abgefragt – von 0 für „kein Interesse“ bis 10 für besonders großes Interesse. Gefragt wird auch, ob es eine bevorzugte Gattung gibt, also etwa Heer, Marine oder Luftwaffe, und wie lang man sich den Dienst für die Bundeswehr vorstellen kann.
Ziel des neuen Wehrdienstes ist es, mehr Soldatinnen und Soldaten für die Bundeswehr zu rekrutieren. Der Dienst bleibt zunächst freiwillig, auch wenn die Beantwortung des Bogens verpflichtend ist. Wer nicht antwortet, riskiert ein Bußgeld. Verpflichtend wird für junge Männer künftig auch wieder die Musterung sein.
Bundeswehr wächst 2025 um rund 3000 Soldaten
Die Bundeswehr hat im laufenden Jahr rund 25.000 neue Soldatinnen und Soldaten eingestellt. Damit sei die Bundeswehr wieder gewachsen, teilte das Verteidigungsministerium am Freitag mit. Der Personalbestand der Truppe lag zum 18. Dezember bei 184.200 und damit etwa 3000 höher als vor einem Jahr. Zu berücksichtigen ist, dass die Armee vor allem aus Altersgründen jährlich um die 20.000 Soldaten verliert. 2025 habe es insgesamt rund 53.000 Bewerbungen gegeben. Wesentlicher Treiber des Personalzuwachses war der bisherige, kurzzeitige Freiwilligendienst. Auf diesen entfielen 17.000 Bewerbungen und 12.200 Einstellungen, was rund der Hälfte aller neu eingestellten Kräfte entspricht.
Am Freitag hatte auch der Bundesrat nach dem Bundestag das neue Wehrdienstgesetz beschlossen, das nun Anfang 2026 in Kraft treten kann. Vor allem mit dem darin verankerten attraktiveren Freiwilligendienst soll die Bundeswehr angesichts der russischen Bedrohung in den kommenden zehn Jahren um 45 Prozent wachsen. 2026 will die Bundeswehr 20.000 Freiwillige gewinnen, die Zahl soll dann Jahr für Jahr wachsen. Dann sollen – inklusive 200.000 Reservisten – mindestens 460.000 Männer und Frauen unter Waffen stehen.







