I st das nicht schön? In nur einem Jahr ist laut dem US-Magazin Forbes die Zahl der Milliardäre weltweit um 400 gestiegen. Allein Elon Musk hat sein Vermögen auf 725 Milliarden Dollar verdoppelt. Doch bei aller Freude bleiben Fragen: Was machen die eigentlich mit der ganzen Kohle: hineinspringen und wie ein Maulwurf darin herumwühlen? Oder zünden sie ihren Wohnzimmerkamin mit Geldscheinbündeln an?
Auf uns Normalverdienende wirkt das doch sehr abstrakt. Wie können wir uns solche Summen, dem Geldkreislauf entzogen und dem Rest der Bevölkerung vorenthalten, überhaupt imaginieren?Und da kommt Gerd Müller ins Spiel, der selige „Bomber der Nation“, der ein Traumangebot des FC Barcelona mit den Worten abgelehnt haben soll: „I kann doch ned mehr als ein Schnitzel am Tag essen.“
Aber freilich hätte er können. Drei bis fünf Schnitzel gehen auf jeden Fall. Legen wir für unsere Milliardäre einmal Kalbsschnitzel à 50 Euro das Kilo zugrunde, das entspricht etwa fünf Schnitzeln. Oder Schweineschnitzel à 20 Euro das Kilo.
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Eine ungewohnte Down-to-Earth-Erfahrung
Steht ein gewöhnlicher (ca. 100 Milliarden) Milliardär in der eigenen Küche, um sich – nicht aus Not, sondern als in seiner Bodenständigkeit schon wieder megaprätentiöses Hobby, mit dem er in einer Homestory für zum Beispiel Forbes punktet – seine fünf Schnitzel (Frühstück, Brotzeit, Lunch, Vesper und Abendessen) selber zuzubereiten, könnte er das 5,5 Millionen Jahre lang durchziehen – mit Schweineschnitzel immerhin 14 Millionen Jahre, aber das schmeckt natürlich weniger exquisit.
Oder er serviert seinen Mitreichen, falschen Freunden, Parasiten, Arschkriechern und Groupies auf seinen zahlreichen Yachten täglich zahllose Mahlzeiten. Aber immer nur auf einer Yacht, denn wie hätte Gerd Müller gesagt?: „I kann doch ned mehr als wie mit einer Yacht am Tag umanand segeln.“
Wichtig ist noch die Frage, ob der Fleischer Tesla-Aktien nimmt, da ein Großteil von Elon Musks Vermögens darin gebunden ist. Wenn nein, muss der Mann nämlich wie wir alle erst mühsam in seinem Geldbeutel kramen, und später nach dem Genuss von nur wenigen hunderttausend Schnitzeln hungrig zu Bett gehen. Was für eine ungewohnte Down-to-Earth-Erfahrung.
Noch weniger Schnitzel gibt es, wenn man sie nicht selbst zubereitet, sondern in einem legendären Milliardärsschnitzelrestaurant essen geht. Dort werden die Schnitzel aus schaumgeborenen Kälbern gesäbelt, die mit Champagner aus der Flasche großgezogen, einer teuren Mittelstreckenrakete getötet und anschließend mit Gold paniert wurden. Kostenpunkt fünftausend Dollar, mit Kartoffelsalat zehntausend.
Bittere Absurdität
Da ist für einen ärmeren, nur fünffachen Lumpenmilliardär schon nach fünfhunderttausend Portionen Schluss. Davon fünf am Tag, hunderttausend Tage lang, da wird es dann im Grunde schon recht übersichtlich – das sind ja nicht mal dreihundert Jahre. Im Grunde verdienen diese Menschen viel zu wenig.
Ich weiß nicht, wie es euch geht, liebe Lesys, aber für mich ist hier leider längst der „point of joke“ überschritten, ab dem eine Person, eine Sache, ein Zustand derart aberwitzig wird, dass die Absurdität die eigentlich so bitter nötige Wut erstickt, die es braucht, um diesen Zustand ändern zu wollen oder wenigstens diese Person zu hassen.
Das gilt auch für Musk. Was denkt, was fühlt, was macht man angesichts einer so mächtigen Witzfigur? Dieser Mensch ist völlig kaputt. Er hat in seinem ganzen Leben noch nichts Konstruktives geschafft. Er hat auch nichts erfunden, wie gern behauptet wird, er kapert oder kauft Erfindungen und Erfinder. Seine emotionale Intelligenz ist gleich Null. Seine Kinder hassen ihn. Er ist drogensüchtig. Er weiß nichts von der Welt. Er ist wahrscheinlich zu dumm, um böse zu sein.
Um hier mal den Unterschied zu illustrieren: Wenn Putin stirbt, werde ich jubeln, als ob für mein Team ein wichtiges Tor fällt. Musk hingegen kann meinetwegen leben oder sterben, verarmen oder Fantastilliardär werden, er kann Tofu- oder Pandabärschnitzel essen, jeden Tag drei oder drei Millionen – es ist mir egal.







