Kongresswahl in Argentinien: Der überraschende Sieg des Javier Milei

Bei der Zwischenwahl in Argentinien ist die Partei des rechten Präsidenten als Sieger hervorgegangen. Warum? Und was bedeutet das für die Menschen im Land?

taz | Bei den Kongresswahlen in Argentinien ist die Partei des rechten Präsidenten Javier Milei überraschend deutlich als Sieger hervorgegangen. Die Opposition dagegen konnte nicht von den sozialen Verwerfungen im Land profitieren. Und die sind mannigfaltig, seit Milei seinen neoliberalen Kurs in die Tat umsetzt.

So bringt seine Sparpolitik vor allem die ärmsten Schichten der Gesellschaft in Gefahr, während US-Präsident Donald Trump die Wirtschaft mit einem Währungstausch am Leben halten will. Diese Wirtschaftshilfe hatte Trump von einem Erfolg Mileis bei den Wahlen abhängig gemacht – eine Bedingung, die jetzt offensichtlich erfüllt ist.

Gleichzeitig rechnen viele Argentinier es Milei an, dass es ihm gelungen ist, die vor zwei Jahren noch extrem hohe Inflation zu drücken. Damals änderte sich der Preis für Grundlebensmittel quasi täglich, viele Menschen konnten mit ihrem wenigen Erspartem keine langfristige Lebensplanung betreiben.

Doch gegen die Austeritätsmaßnahmen formiert sich immer wieder Protest. So gingen 2024 Studierende in Buenos Aires auf die Straße, als Milei die staatlichen Mittel für die Universitäten zusammenstreichen wollte. Seit Jahren – und seit zwei Jahren vermehrt – demonstrieren zudem Rentner für eine bessere Altersversorgung. Mileis Sicherheitskräfte antworteten auf diese Demos teils mit Gummigeschossen und Tränengas.

Wie verändert Mileis Wirtschaftspolitik das Leben der Menschen in Argentinien? Wo regt sich Widerstand? Und was haben die vier Hunde des Präsidenten damit zu tun? Über diese Fragen spricht der taz-Auslandsredakteur Leon Holly mit Argentinienkorrespondent Jürgen Vogt.

Diese Folge wurde aufgezeichnet am 28. Oktober um 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

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