21.O5 Uhr: Grüne auch nach jüngsten Hochrechnungen vorn
taz | Es scheint fast ein Fotofinish zu werden – doch die Grünen dürften sich knapp als Erste ins Zetten. Nach den jüngsten Hochrechnungen von ARD und ZDF ist der Vorsprung der Grünen auf 0,4 Prozentpunkte geschrumpft.
Aber laut offiziellen Zahlen sind mittlerweile 99 Prozent aller Wahlkreise ausgezählt. Es kann also nur noch minimale Änderungen geben. Laut offiziellem Auszählungsstand haben die Grünen sogar 0,5 Prozentpunkte Vorsprung. Das sollte reichen.
21.00 Uhr: Wähler wandern weg von SPD und FDP
taz | Eine Analyse der Wählerwanderungen durch das Umfrageinstitut infratest dimap zeigt, dass sowohl Grüne, noch stärker aber die CDU ehamlige Nichtwähler:innen für sich begeistern können. Das Duell der beiden Spitzekandidat:innen hat wohl besonders viele mobilisiert – was sich ja auch in der deutliche gestiegenen Wahlbeteiligung zeigt.
Aber auch die AfD hat deutlich von der gestiegenen Wahlbeteiligung profitiert.
Die FDP zeigt extreme Verluste an die CDU – auch das ist ein Beleg für die Polarisierung auf CDU und Grüne.
Auch das Desaster der SPD wird durch diese Grafik klar. Sie hat an alle Parteien mehr Anhänger:innen abgegeben als hinzugewonnen -am meisten noch an die Grünen. Vielen SPD-Wähler:innen war offenbar wichtiger, dass Özdemir gewinnt und nicht Hagel.
20.50 Uhr: Vorsprung der Grünen scheint zu halten
taz | Die Grünen können ihren Wahlsieg offenbar ins Ziel retten. Laut offiziellen Zahlen sind mittlerweile mehr als 97 Prozent der Wahlkreise ausgezählt. Und die Grünen liegen nun 0,4 Prozentpunkte vor der Union. Das ist minimal mehr als vor einer halben Stunde, das lagen sie nur 0,3 Punkte vorne.
Die Zahlen des Statistische Landesamtes zeigen den tatsächlichen Auszählungsstand. Sie sind anders als die Zahlen von ZDF und ARD keine Hochrechnungen und können daher verzerrt sein. Bei einem Auszählungsstand von nahezu 100 Prozent dürfte es aber nur noch minimale Änderungen geben.
Demnach dürfte auch klar sein, dass die SPD sicher im neuen Landtag ist. FDP und Linke liegen mit 4,5 Prozent klar unter den für den Einzug notwendigen 5 Prozent.
20.20 Uhr: AfD bietet CDU Zusammenarbeit an
taz | Der baden-württembergische AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier hat nach der heutigen Landtagswahl die CDU aufgefordert, über eine Zusammenarbeit mit seiner Partei nachzudenken. „Manuel Hagel hat immer noch die Chance, dafür zu kämpfen und zu arbeiten, dass hier in Baden-Württemberg eine konservativ-bürgerliche Politik gestaltet wird. Die AfD hat die Hand ausgestreckt“, äußerte sich Frohnmaier im Fernsehsender phoenix. Gemeinsamkeiten sehe er etwa beim Vorhaben einer Reduzierung von Bürokratie wie auch bei der Senkung von Energiepreisen.
20.15 Uhr: Der Vorsprung der Grünen schmilzt etwas
taz | Der Vorsprung der Grünen ist im Laufe des Abends etwa zusammenegschmolzen. Laut der neusten Hochrechnung des ZDF liegen die Grünen nur noch 1,0 Prozentpunkte vor der CDu. Bei der ARD ist es noch knapper, dort führen die Grünen mit nur noch 0,7 Prozentpunkten.
Laut Landeswahlleiter sind allerdings auch schon über 90 Prozent der Wahlkreise ausgezählt.
🐾 20.13: Özdemir – Der neue Kretschmann
taz | Özdemir hat es geschafft: Die Grünen haben die Wahlen in Baden-Württemberg auch ohne den langjährigen grünen Ministerpräsidenten Kretschmann gewonnen, kommentiert taz-Parlamentskorrespondent Tobias Schulze.
20.10 Uhr: Wahlforscher: Grüne punkten mit Kandidat und CDU mit Kompetenz
dpa | Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben die Grünen nach Einschätzung von Wahlforschern mit dem besseren Kandidaten und die CDU mit ihrer Sachkompetenz gepunktet. Der Analyse der Forschungsgruppe Wahlen zufolge waren die Grünen bei der Frage nach dem gewünschten Ministerpräsidenten klar im Vorteil. Bei der Kompetenz im wichtigsten Thema Wirtschaft lag die CDU aber ebenso vor den Grünen wie beim zweitwichtigsten Thema Bildung und Schule.
SPD und FDP litten nach der Beobachtung der Wahlforscher unter der schwarz-grünen Zuspitzung. Sie hätten aber auch große eigene Defizite gezeigt. Die AfD werde politisch nicht als Alternative wahrgenommen, erklärten sie. Gewählt werde sie nach Ansicht von 62 Prozent der Befragten „als Denkzettel“ und nach der Meinung von nur 32 Prozent wegen ihrer politischen Forderungen.
🐾 20.00 Uhr: Rehaugen verhageln der CDU den Sieg
taz | „Ich werd’s nie vergessen. Er hieß Cem.Schwarze Haare. Rehbraune Augen“, titelt die taz ihre ePaper-Ausgabe am Montag – und zeigt ein Foto des jungen Özdemir.
Kurz vor der Wahl war ein Video aufgetaucht, dass CDU-Spitezenkandidat Manuel Hagel bei einem TV-Interview vor 9 Jahren zeigte. Darin erzählte er von einem Besuch in einer Schule und schwärmte von einer unvergesslichen Schülerin. Das hatte ihm viel Kritik eingebracht.
Foto: Bernd Weißbrod/dpa
20.00 Uhr: FDP-Landeschef kündigt Rücktritt an
dpa | Nach dem voraussichtlichen Scheitern der FDP an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat Landeschef Hans-Ulrich Rülke seinen Rücktritt vom Landesvorsitz angekündigt. Das erklärte der 64-Jährige in Stuttgart.
🐾 19.50 Uhr: CDU: Vorsprung verhagelt
taz | Spitzenkandidat Manuel Hagel erreicht mit seiner CDU zunächst nur Platz 2. Er unterliegt dem weit erfahreneren Cem Özdemir, berichtet taz-Parlamentskorrespondention Sabine am Orde.
19.40: FDP-Chef Dürr: Bitterer Wahlabend
dpa | FDP-Chef Christian Dürr spricht nach dem enttäuschenden Ergebnis für die Liberalen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg von einem „bitteren Wahlabend“. Die Partei sei wegen des Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen CDU und Grünen unter Druck geraten, sagte er in der ARD. Die FDP dürfte den Hochrechnungen zufolge mit 4,4 Prozent erstmals in ihrem Stammland aus dem Landtag fliegen, dem sie seit mehr als 70 Jahren angehört.
🐾 19.40 Uhr: Grüne gewinnen mit Palmer und mit Blaskapelle
taz | Grüne können doch noch Wahlen gewinnen: Cem Özdemir hat einen zweistelligen Rückstand in einen leichten Vorsprung verwandelt. Und Grenzen ausgetestet, berichtet taz-Korrespondent Benno Stieber aus Stuttgart.
19.30 Uhr: Hagel gratuliert Özdemir
afp/taz | CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel hat seinem Konkurrenten Cem Özdemir gratuliert – noch nicht zum Wahlsieg, aber die Grünen hätten „deutlich zugelegt“, dafür gratuliere er der Partei und Özdemir „persönlich“, sagte Hagel im ZDF.
Bei Bestätigung der Hochrechnungen bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg siehr Hagel den Auftrag zur Regierungsbildung bei den Grünen. „Wenn sich das Wahlergebnis so bewahrheitet, dann liegt der Regierungsbildungsauftrag bei Bündnis 90/Grünen“, sagte er am Sonntag im ZDF. „Dort liegt der Ball.“
19.30 Uhr: Nächste Koalition wohl wieder Grün-Schwarz
taz | Nach der Landtagswahl wird sich wohl eins Baden-Württemberg nicht ändern. Das Land wird weiter von einer grün-schwarzen Koalition regiert werden.
Rechnersich möglich wäre zwar auch ein Bündnis von CDU und AfD oder von Grünen und AfD. Doch beide ist politisch ausgeschlossen. Grün-Rot oder Schwarz-Rot sind wegen des schwachen Abschneidens der SPD weit von einer Mehrheit entfernt.
19.24 Uhr: Wahlsieg der CDU laut ZDF unwahrscheinlich
taz | Laut einer neuen Hochrechnung des ZDF verfestigt sich das Wahlergebnis. Die Grünene liegen fest rund 1,5 Prozentpunkte vor der Union. Es sei unwahrscheinlich, dass sich das noch dreht.
Die SPD wird mit 5,4 Prozent wohl knapp der Wiedereinzug in den Landtag schaffen.
Die FDP wird mit 4,4 Prozent erstmals nicht mehr im Stuttgarter Landtag vertreten sein.
Die Linkspartei wird mit ebenfalls 4,4 Prozent den Traum vom ersten Einzug in den Landtag nicht realisieren können.
19.15 Uhr: Kretschmann: „Ich bin froh, dass ich jetzt aufhören darf“
rtr | Der scheidende Ministerpräsident Winfried Kretschmann übergibt nach eigenen Worten ein gut bestelltes Haus an seinen Parteifreund Cem Özdemir. „Ich bin froh, dass ich jetzt aufhören darf“, sagte er in der ARD. „Und wenn man solch einen talentierten Nachfolger hat, der so viel Erfahrung, Weitsicht und Umsicht hat, dann geht man auch gerne aus dem Amt.“
19.01 Uhr: Neue Hochrechnung sieht Linke und FDP klar nicht im Landtag
taz | Das Scheitern von FDP und Linkspartei wird immer klarer. Laut einer neuen Hochrechnung des ZDF liegen beide jetzt nur nochj bei 4,4 Prozent. Es geht also eher weiter nach unten als Richtung 5-Prozent-Hürde.
Die Grünen bleiben stärkste Partei, sie liegen rund 1,5 Prozentpunkte vor der CDU.
19.00 Uhr: Hagel sagt, klares Ziel war stärkste Partei zu werden
taz | CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel beton im ZDF, seine Verantwortung für das Wahlergebnis. Klares Ziel sei gewesen, stärkste Partei zu werden und den Ministerpräsidenten zu stellen. Welche Folgen das für ihn hat, wenn es beim aktuellen Ergebnis bleibt, ließ er offen.
18.59 Uhr: SPD-Chef Klingbeil hofft auf Rheinland-Pfalz
rtr | Die SPD-Spitze blickt nach der Wahlniederlage in Baden-Württemberg bereits auf die kommende Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. SPD-Chef und Vize-Kanzler Lars Klingbeil verweist im ZDF auf steigende Umfragewerte und den Charakter der SPD als Volkspartei in dem Bundesland. Das Ergebnis in Baden-Württemberg nennt er ein „unglaublich schlechtes Ergebnis“. Co-Parteichefin Bärbel Bas sagt, man müsse sich auch auf Bundesebene stärker auf arbeitende Menschen mit geringerem Verdienst konzentrieren. Es gehe vor allem um den Schutz von Industrie-Arbeitsplätzen, sagt sie in der ARD.
afp | FDP-Spitzenkandidat und -Landeschef Hans-Ulrich Rülke hat angesichts der ersten Hochrechnungen zur Landtagswahl in Baden-Württemberg Konsequenzen angekündigt. Es gelte erstmal abzuwarten, was der Abend noch bringe, sagte Rülke im ZDF. Es könne jedoch sein, dass die FDP aus dem Landtag ausscheide. Für diesen Fall kündigte Rülke an, „die entsprechende Verantwortung“ zu übernehmen.
Rülke zufolge wäre der verpasste Parlamentseinzug auch „ein Rückschlag“ für die FDP im Bund. Er betonte aber: „Wir wollen das Ergebnis zunächst mal abwarten, bevor wir die Schicksalswahl bewerten.“
🐾 18.43 Uhr: AfD, rechtsextrem und normalisiert
taz | Trotz Skandalen um Filz und Vetternwirtschaft: Die AfD erzielt ein Rekordergebnis im Südwesten. Dennoch hatten manche in der Partei mehr erwartet, berichtet taz-Redakteur Gareth Joswig.
🐾 18.42: FDP komplett rasiert
taz | Die FDP fliegt voraussichtlich knapp aus dem Stuttgarter Landtag. Wäre mit einer anderen Spitzenkandidatin mehr drin gewesen?, fragt taz-Korrespondent Benno Stieber.
18.42 Uhr: Frohnmaier sieht AfD als relevanteste Oppositionskraft etabliert
afp | Nach deutlichen Zugewinnen seiner Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg sieht Spitzenkandidat Markus Frohnmaier die AfD als wichtigste Oppositionspartei in Baden-Württemberg. „Wir haben uns im Grunde als die relevante Oppositionskraft im Südwesten etabliert“, sagte Frohnmaier am Sonntagabend in der ARD. „Darauf sind wir natürlich stolz.“
18.40 Uhr: Özdemir bietet CDU „Partnerschaft auf Augenhöhe“ an
rtr | Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir reicht der CDU die Hand zu einer Neuauflage der Koalition. „Es muss eine Partnerschaft auf Augenhöhe sein“, sagte Özdemir.
18.37 Uhr: Linken-Chef van Aken freut sich über „Wahnsinnsleistung“
afp/taz | Linken-Bundeschef Jan van Aken tut sich offenbar schwer, das enttäuschende Abschneiden seiner Partei als solche einzugestehen. Er sei zufrieden mit dem Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg, sagt van Aken am Abend. Die Linke habe am Sonntag das bislang beste Ergebnis in dem Bundesland geholt, was eine „Wahnsinnsleistung“ sei, sagte van Aken in der ARD.
Nach den ersten Hochrechnungen kommt die Linkspartei bei der Wahl in Baden-Württemberg laut ARD und ZDF auf 4,5 Prozent. Damit wäre die Partei nicht im Landtag vertreten.
Van Aken sagte mit Blick auf die weitere Stimmenauszählung, er sei „gar nicht so pessimistisch“. Die Chancen, dass die Linke doch in den Stuttgarter einziehe, liege bei „fifty-fifty“.
18.35 Uhr: Özdemir spricht über „fulminante Aufholjagd“
taz | „Was für ein Wahlkampf! Was für eine fulminante Aufhohljagd“, sagt Spitzenkandidat Cem Özdemir bei der Wahlfeier der Grünen unter dem Jubel seiner Anhänger:innen. Er habe die Zahlen gesehen, aber für eine endgültige Bewertung sei es noch zu früh, in Baden-Württemberg sei man immer etwas skeptisch.
18.30 Uhr: SPD-Generalsekretär: „Sehr bitteres Wahlergebnis“
dpa | SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat den Ausgang der Wahl in Baden-Württemberg als „sehr bitteres Wahlergebnis für uns“ bezeichnet. Der SPD habe eine Polarisierung geschadet: Im Wahlkampf habe es eine Zuspitzung auf die Frage gegeben, ob der Grünen-Kandidat Cem Özdemir oder der CDU-Kandidat Manuel Hagel gewinnen werde. Dies sei zulasten der SPD gegangen, sagte Klüssendorf der ARD. Nun hoffe er, dass dieser Effekt bei der bevorstehenden Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wieder eintrete – nur dieses Mal zugunsten des SPD-Spitzenkandidaten, Ministerpräsident Alexander Schweitzer, sagte Klüssendorf.
18.24 Uhr: Hochrechnung der ARD sieht Grüne klar vor der CDU
taz | Laut der ersten Hochrechnung der ARD kommen die Grüne auf 31,8 Prozent der Stimmen und liegen damit klar vor der CDU, die hier nur auf 29,8 Prozent kommt.
Auch die ARD sieht die SPD knapp über, Linke und FDP unter der 5-Prozent-Hürde.
18.23 Uhr: Erste Hochrechnung des ZDF sieht Grüne klarer vorn
taz | Laut der ersten Hochrechnung des ZDF kommen die Grüne auf 31,7 Prozent der Stimmen und liegen damit etwas nun deutliche vor der CDU, die auf 30,3 Prozent kommt.
SPD muss mit nur 5,4 Prozent weiter um den Einzug zittern.
FDP und Linke scheitern mit jeweils 4,5 Prozent an der 5-Prozent-Hürde.
18.22 Uhr: Hagel übernimmt Verwantwortung für das Wahlergebnis
taz | CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel hat die Verwantwortung für das Wahlergebnis übernommen. Von einer Niederlage sprach er allerdings nicht. Es gelte die Entwicklung der Ergebnisse im Laufe des Abends abzuwarten.
18.15 Uhr: SPD-Landeschef tritt zurück
taz/rtr | Nach dem desatrösen Abschneiden bei der Wahl hat SPD-Landesparteitchef und Spitzenkandidat Andreas Stoch seinen Rückzug angekündigt.
Die SPD führt ihre Wahlschlappe zu großen Teilen auf den Zweikampf zwischen CDU und Grünen in Baden-Württemberg zurück. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf bezeichnet das Ergebnis seiner Partei bei der Landtagswahl als „sehr bitter“. Die SPD sei in dem Zweikampf zwischen den Spitzenkandidaten von CDU und Grünen, Manuel Hagel und Cem Özdemir, „unter die Räder gekommen“. Diese Polarisierung habe der SPD massiv geschadet. Wähler seien von der SPD zu den Grünen gewandert.
18.15 Uhr: Grünen-Chef freut sich über den Start ins Wahljahr
rtr | Co-Parteichef Felix Banaszak sieht seine grüne Partei durch das Abschneiden in Baden-Württemberg im Aufwind. „Dieses Ergebnis bringt uns so einen Rückenwind“, sagte er. „Mit den Grünen ist zu rechnen in diesem Land.“ Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ricarda Lang sprach von einem „historischen Ergebnis“. „Ich bin total überwältigt“, sagte sie in der ARD.
18.07 Uhr: CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hofft noch
rtr | CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann gibt die Wahl für seine Partei noch nicht verloren. Der Abend bleibe spannend, sagte er in der ARD. Man warte auf die erste Hochrechnung. „Natürlich hoffen wir noch“, sagte Linnemann. Nach ersten Prognosen liegen die Grünen leicht vor der CDU.
18.05 Uhr: Spahn will noch nicht über Pleite reden
taz | Jens Spahn, Fraktionschef der Union im Bundestag, will noch im ZDF nicht über eine Niederlage seiner Partei spekulieren. Die Ergebnisse könnten sich im Laufe des Abends noch ändern, so Spahn. Sicher sei nur, dass Cem Özdemir erfolgreich sei, weil er alles Grüne an sich versteckt habe.
18.02 Uhr: ARD sieht Grüne deutlicher vorn
taz | Bei der ersten Prognose der ARD liegen die Grünen klar vor der CDU. Sie kommen dort auf 32 Prozent, die CDU auf 29 Prozent.
Auch bei der ARD muss die SPD zittern, sie liegen bei 5,5 Prozent.
FDP und Linkspartei droht auch laut der ARD die Pleite. Beide werden mit 4,5 Prozent unter der 5-Prozent-Hürde gesehen.
Die AfD kommt bei der ARD auf 17,5 Prozent.
18.01 Uhr: Grüne laut ZDF knapp vor der CDU
taz | Nach einem sensationellen Schlussspurt haben die Grünen in Baden-Württemberg die CDU offenbar doch noch überholt. Laut einer unmittelbar nach Schließung der Wahllokale im ZDF veröffentlichen Prognose kommen die Grünen auf 31,5 Prozent, die CDU liegt mit 30,5 knapp dahinter.
Die AfD holt ihr bisher bestes Ergebnis in einem westdeutschen Bundesland. Mit 18 Prozent bleibt sie aber unter den 20 Prozent, bei denen sie zwischenzeitlich in Umfragen gesehen worden waren.
SPD, FDP und Linkspartei leiden unter der Polarisierung zwischen Grünen und CDU. Die SPD kommt nur noch auf 5,5 Prozent.
Die FDP kommt auf 4,5 Prozent und muss erstmals fürchten aus dem Landtag zu fallen.
Die Linke holt 4,5 Prozent und könnte den lange sicher geglaubten Einzug ins Parlament ebenfalls verpassen.
15.35 Uhr: Jede Stimme zählt
afp/taz | Landeswahlleiterin Nesch rief „alle Wahlberechtigten, die ihre Stimmen bislang noch nicht abgegeben haben, dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen“. Die Wahllokale sind noch bis 18.00 Uhr geöffnet.
Tatsächlich gilt bei dieser Wahl wie selten zuvor der Spruch, dass jede Stimme zählt. Denn laut letzten Umfragen lagen nicht nur Grünen und CDU gleichauf. Die stärkere Partei von beiden wird aller Vorraussicht nach den Minsterpräsidenten stellen.
Unten müssen zudem FDP und Linke um den Einzug in den Landtag zittern. Beide wurden zuletzt bei knapp über 5 Prozent gesehen.
15.30 Uhr: Wagenknecht will AfD-Regierung
afp/taz | BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hat für mehr Zusammenarbeit mit der AfD sowie eine Regierungsbeteiligung der Rechtsextremen geworben. „Ächtung und Ausgrenzung fördern Radikalisierung, Regierungsaussichten fördern Anpassung“, schreibt Wagenknecht in einem Gastbeitrag für die „Ostdeutsche Allgemeine“. Die sogenannte Brandmauer sei „ein demokratischer Irrweg“, der nur der AfD helfe.
Das BSW hat in Baden-Württemberg laut allen Umfragen keine Chance auf den Einzug in den neuen Landtag.
15.20 Uhr: Hohe Wahlbeteiligung bis 14 Uhr
afp | Bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg zeichnet sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. Bis Sonntag 14.00 Uhr gaben 41,34 Prozent der Wahlberechtigten, die nicht Briefwahl beantragt hatten, in den Wahllokalen ihre Stimme ab, wie Landeswahlleiterin Cornelia Nesch in Stuttgart mitteilte. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Wahlbeteiligung der Urnenwähler zum selben Zeitpunkt nur bei 30,57 Prozent gelegen – allerdings gab es damals deutlich mehr Briefwähler.
In diesem Jahr beantragten von den 7,7 Millionen Wahlberechtigten in Baden-Württemberg nach Angaben der Wahlleiterin rund zwei Millionen Briefwahl, also rund jeder und jede Vierte. Im Jahr 2021 hatte aufgrund der Corona-Pandemie mehr als jeder dritte Wahlberechtigte Briefwahl beantragt.
Damals lag der Briefwähleranteil schließlich offiziell bei 51,5 Prozent, denn bei Briefwählern liegt der Anteil derer, die ihre Stimmte tatsächlich abgeben in der Regel bei knapp100 Prozent.
🐾 15.00 Uhr: Die möglichen Koalitionen
taz Drei Stunden vor Schließung der Wahllokale wird es mal Zeit, über mögliche Regierung zu spekulieren. Mit dem Koalitionsrechner lässt sich mit wenigen Klicks anzeigen, welche Parteienbündnisse eine Mehrheit im neuen Landtag hätten. Dabei wird klar, dass rein rechnerisch auch Koalitionen mit der AfD eine Mehrheit ergeben würden. Faktisch haben das aber alle anderen Parteien ausgeschlossen. Damit bleibt wahrscheinlich nur die Frage, welche der beiden aktuell regierenden Parteien CDU und Grüne am Ende vorne liegt und dann den Ministerpräsidenten stellen darf.
🐾 10.30 Uhr: Warum die Wahl in Baden-Württemberg auch Menschen in anderen Bundesländern interessieren sollte
taz | Bei der Wahl in Baden-Württemberg geht es nur um den Landtag? Keineswegs! Annika Reiß vom taz-Klimahub erklärt hier auf Instagram, warum und vor allem, was die baden-württembergischen Wahlen mit der gesamtdeutschen Energiezukunft und Verkehrswende zu tun haben.🔌🚗
10.20 Uhr: Kretschmann gibt seine Stimme ab
dpa | Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat seine Stimme für die Landtagswahl abgegeben. Begleitet von seiner Frau Gerlinde und seinem Sohn Johannes kam der 77-Jährige zum Wahllokal in Sigmaringen. Der Grünen-Politiker tritt bei der Wahl nicht mehr an.
08.00 Uhr: Wahllokale haben geöffnet
taz | Die Wahllokale in Baden-Württemberg haben seit 8 Uhr morgens geöffnet. Noch bis 18 Uhr können die 7,7 Millionen Bürger Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Bei der Landtagswahl 2021 waren die Grünen stärkste Partei geworden. Sie regierten zusammen mit der CDU unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der nach 15 Jahren im Amt nicht mehr antritt.
07.45 Uhr: Neues Wahlrecht in Baden-Württemberg
taz | Erstmals dürfen in dem Bundesland auch schon 16- und 17-Jährige wählen. Neu ist auch, dass alle Wähler:innen – wie etwa bei der Bundestagswahl – zwei Stimmen haben. Die Erststimme entscheidet über die Vergabe der Direktmandate in den einzelnen Wahlkreisen. Noch wichtiger ist die Zweitstimme, denn sie entscheidet über die Größe der Fraktionen im neuen Landtag.
07.30 Uhr: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Özdemir und Hagel
taz | Laut letzten Umfragen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Grünen ab. Im am Donnerstagabend veröffentlichten ZDF-Politbarometer standen beide Parteien bei 28 Prozent. Da eine erneute Koalition der beiden als wahrscheinlich gilt, ist entscheidend, welche der beiden Parteien am Ende vorne liegt. Denn die stärkere wird das Recht für sich beanspruchen, den Ministerpräsidenten zu stellen.
Der CDU scheint auf den letzten Metern des Wahlkampfes die Puste auszugehen. Denn bis zuletzt hatte sie jahrelang in den Umfragen teils sehr klar vor den Grünen gelegen. Allerdings war Cem Özdemir bei den Wähler:innen viel beliebter als Manuel Hagel. Gut möglich, dass das am Ende den Ausschlag gibt.
Offensichtlich ist diese Frage auch den Wähler:innen bewusst. Sie scheinen sich auf die Spitzenkandidat:innen Cem Özdemir oder Manuel Hagel zu fokussieren, beziehungsweise auf Grüne und CDU. Denn obwohl die Grünen in Umfragen zuletzt deutlich zulegen konnte, hat die CDU nicht verloren – im Gegenteil.
🐾 07.30: Umfragen sind der Motor für die Wahlentscheidung
taz | Kurz vor dem Wahlsonntag liegen Grüne und CDU laut Umfragen gleich auf. Das zeigt auch, wie sehr sich Wähler:innen an Umfragen orientieren. Ein Kommentar von Gereon Asmuth.
07.30 Uhr: Linke und FDP müssen zittern
taz | Unter dem Spitzenrennen leiden die anderen Parteien. SPD, Linke und auch die FDP sind zuletzt in den Umfragen klar abgesackt. Linke und FDP müssen daher sogar um den Einzug in den neuen Landtag zittern. Die FDP, die 2021 noch bei über 10 Prozent lag, würde erstmal an der 5-Prozent-Hürde scheitern. Die Linkspartei könnte umgekehrt erstmals im Stuttgarter Landtag vertreten sein, wenn sie über 5 Prozent kommt.
🐾 07.30: Was ein AfD-Direktkandidat so alles auf Telegram chattete
taz | Der taz liegen Chats des AfD-Kandidaten Sebastian Ruth vor. Der 20-Jährige leitete eine Telegram-Gruppe, in der gefordert wurde, „Asylheime anzuzünden“. Ein Bericht von Gareth Joswig.
07.30 Uhr: Fast nur Männer im Rennen
afp/taz | Es sind fast nur Männer, die in Baden-Württemberg bei der Landtagswahl am Sonntag nach der Macht greifen – und das am 8. März, der international als Frauentag gefeiert wird.
Grüne, CDU, SPD, FDP und AfD ziehen mit männlichen Spitzenkandidaten in die Wahl. Nur bei der Linken gibt es ein Frauentrio. Dies sind die Kandidaten der laut Umfragen aussichtsreichsten Parteien:
Die Grünen ziehen mit Cem Özdemir (60) in die Wahl. Die CDU will mit Manuel Hagel als Spitzenkandidaten nach der Ära des scheidenden Grünen-Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann das Amt zurückgewinnen. Hagel ist erst 37 Jahre alt, er würde bei einem Wahlerfolg der jüngste Ministerpräsident seit Bestehen der Bundesrepublik werden.
Für die SPD ist Andreas Stoch Spitzenkandidat, genau wie bei der Landtagswahl 2021. Stoch ist seit zehn Jahren SPD-Landtagsfraktionschef und seit 2018 auch Landesvorsitzender.
Die FDP will mit Hans-Ulrich Rülke als Spitzenkandidat wieder in den Landtag.
Die AfD machte Markus Frohnmaier zu ihrem Frontmann. Der erst 35 Jahre alte Frohnmaier will zwar Ministerpräsident werden, in den Landtag strebt er aber nicht. Frohnmaier hat ein Bundestagsmandat und ist dort stellvertretender Fraktionschef.
Nur bei der Linken soll ein Frauentrio als Spitzenkandidatinnen für den erstmaligen Einzug in den Stuttgarter Landtag sorgen. Kim Sophie Bohnen, Amelie Vollmer und Mersedeh Ghazaei wurden im vergangenen Jahr von einem Landesparteitag gewählt. Das Trio soll ein feministisches Zeichen gegen die männlichen Spitzenkandidaten der anderen Parteien sein.
🐾 07.30 Uhr. Autoindustrie in Baden-Würrtemberg: Isch over?
In Stuttgart geraten Autoindustrie und Stadtkasse unter Druck. Absatzkrise, Transformation und Sparzwang treffen eine Region, die vom Erfolg lebte. taz-Wirtschaftsredakteurin Anja Krüger hat sich vor Ort umgesehen.







