Marinemanöver vor Südafrika: Gegner des Westens zeigen die Zähne

Inmitten eskalierender globaler Spannungen starten vier Brics-Nationen in wenigen Tagen ein großes gemeinsames Marinemanöver in Südafrikas Territorialgewässern vor Kapstadt – der Region, wo der Atlantische und der Indische Ozean aufeinandertreffen.

Am Manöver „Exercise Will for Peace 2026“ unter chinesischer Führung nehmen China, Russland, Iran und Südafrika teil. Es beginnt am Freitag, dem 9. Januar, und soll eine Woche dauern. Nach amtlichen Angaben soll es die Fähigkeit zur Zusammenarbeit zwischen See- und Luftstreitkräften verbessern im Hinblick auf „gemeinsame Aktionen, um die Sicherheit der Schifffahrt und maritimer Wirtschaftsaktivitäten zu gewährleisten“.

Die Teilnehmer betonen, dass es sich um eine praktische Antwort auf zunehmende weltweite Instabilität handelt. Man müsse kollektiv gegen Piraterie und Terrorismus vorgehen können und den Welthandel schützen, sagte Chinas Verteidigungsministerium. Zwei chinesische Kriegsschiffe, die zuvor im Golf von Aden zwischen Jemen und Somalia an der Piraterieabwehr teilnahmen, sind über den kenianischen Hafen Mombasa nach Südafrika gefahren.

Russland hat zwei Kriegsschiffe mit Zwischenstopps in Kongo-Brazzaville und Namibia nach Südafrika geschickt; sie sollen nach Abschluss des Manövers Mosambik, Tansania und Guinea besuchen. Die russische Marineführung spricht von der Bedeutung einer verstärkten Verteidigungskooperation in einem unberechenbaren Sicherheitsumfeld.

Iran begründete seine Teilnahme als Ausdruck von Solidarität mit Partnern im Globalen Süden. Südafrikas Verteidigungsministerium spricht von einer Manifestation der blockfreien Außenpolitik des Landes.

Trilaterale Marinemanöver von Russland, China und Südafrika gab es bereits 2019 und 2023. Es ist nun geplant, dass sie alle zwei Jahre stattfinden und weitere Länder teilnehmen – wie diesmal Iran.

Das letzte fiel in die Zeit des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und sorgte für kontroverse Debatten in Südafrika und international. Westliche Regierungen äußern auch jetzt scharfe Kritik.

Das US-Verteidigungsministerium nannte das Manöver „ein geopolitisches Signal, das die bestehende Sicherheitsarchitektur untergräbt“. Es werde regionale Spannungen vergrößern, statt zur Entspannung beizutragen. Auch Nato-Offizielle warnen insbesondere vor einer Zusammenarbeit mit Iran, das unter internationalen Sanktionen steht.

Das Manöver findet statt vor dem Hintergrund einer breiten globalen Verurteilung der kürzlichen US-Militärschläge in Venezuela, dessen Präsident Nicolás Maduro am vergangenen Wochenende in die USA entführt und angeklagt wurde. Auf einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats am Dienstag verurteilten China, Russland, Südafrika, Kolumbien und andere Länder die US-Spezialoperation als Völkerrechtsbruch und Verletzung der UN-Charta, die einen „gefährlichen Präzedenzfall“ darstelle.

Die Spannungen stiegen weiter, als Nordkorea diese Woche neue Raketentests durchführte und ausdrücklich den US-Angriff auf Venezuela verurteilte. Nordkorea ist ein strategischer Verbündeter Russlands.

  • informationsspiegel

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