Nach Katastrophe in Crans-Montana: 50 Schwerverletzte müssen ins Ausland

Mehr als 70 Prozent verbrannte Haut und schwere Lungenschäden: Viele junge Opfer des Infernos in der Schweiz werden nun im Ausland behandelt.

dpa | Nach der Akutversorgung der Brandopfer von Crans-Montana muss fast die Hälfte der 119 Schwerverletzten mangels Kapazität in der Schweiz ins Ausland verlegt werden. Deutschland hat bereits Menschen aufgenommen und weitere Kapazitäten angeboten.

Bis Sonntag sollen 50 Menschen verlegt werden, teilt das schweizerische Bundesamt für Bevölkerungsschutz mit. Angeflogen werden unter anderem auch Kliniken in Frankreich, Italien und Belgien.

Bei dem Brand in einer Bar waren in der Silvesternacht 40 junge Menschen gestorben. Nach ersten Erkenntnissen geriet wohl Schaumstoff an der Decke durch das Abbrennen von funkensprühenden Partyfontänen in Brand. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus. In der Bar waren überwiegende Teenager und junge Erwachsene.

Ärztin: Patienten stehen viele Operationen bevor

Im Kinderspital Zürich werden fünf minderjährige Brandopfer behandelt, wie Kathrin Neuhaus, Chefärztin des dortigen Brandverletzungszentrums, dem Sender SRF sagt. Teilweise sei mehr als 70 Prozent der Körperoberfläche verbrannt.

„Das heißt, sie sind Infektionen ausgesetzt, sie verlieren Wärme und es kommt durch die schwere Brandverletzung zu einer Verbrennungskrankheit, die den ganzen Körper systematisch betrifft, also auch das Herz-Kreislauf-System“, sagt sie. Zudem hätten viele durch das Einatmen von Rauch schwere Schädigungen etwa der Lunge.

Vielen der jungen Patienten stehe eine zweistellige Zahl von Eingriffen bevor. Sie müssen dann mehrmals die Woche in den Operationssaal (OP). „Im Moment planen wir, mit jedem Patienten jeden zweiten Tag in den OP zu gehen“, sagte sie.

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