+++ Nachrichten im Irankrieg +++: Trump spart nicht mit Beleidigungen gegen Iran


Trump: „Öffnet die verdammte Straße, ihr verrückten Mistkerle“

Angesichts des ablaufenden Ultimatums an den Iran hat US-Präsident Donald Trump mit scharfen Drohungen und Beleidigungen seiner Forderung nach Öffnung der Straße von Hormus erneut Nachdruck verliehen. „Öffnet die verdammte Straße (von Hormus), ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen“, schrieb er in einem Post am Ostersonntag auf seiner Plattform Truth Social. Fox News berichtete wenig später aus einem Telefoninterview mit Trump, in dem er gesagt habe, dass er es für möglich halte, dass bis Montag eine Einigung erzielt sei. „Sie verhandeln gerade“, habe er gesagt, berichtete der Reporter, der mit Trump sprach.

In seinem Post auf Truth Social drohte er erneut mit Angriffen auf Energieanlagen und Infrastruktur wie Brücken, sollte der Iran nicht einlenken. „Am Dienstag ist im Iran gleichzeitig Tag des Kraftwerks und Tag der Brücke. Das wird ein unvergessliches Erlebnis!“ schrieb Trump in Anspielung auf drohende Angriffe auf Kraftwerke und Brücken. Bereits am Samstag hatte er einen inhaltlich ähnlichen, aber bei weitem nicht so beleidigend formulierten Post abgesetzt.

Die iranische UN-Vertretung in Genf erklärte auf X, die Androhung der vorsätzlichen Zerstörung ziviler Infrastruktur – Kraftwerke und Brücken – stelle einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar. „Diese Rhetorik ist nicht nur eines Präsidenten unwürdig, sondern zeugt auch von einer gefährlichen Missachtung der Genfer Konventionen und des Schutzes von Nichtkombattanten.“ Diplomatie erfordere ein Mindestmaß an Rechtmäßigkeit und keine Drohungen mit der „Hölle“.

Trump hatte dem Iran schon einmal ein Ultimatum für die Öffnung der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus gesetzt, es vergangene Woche aber noch einmal verlängert. Bis zum 6. April (US-Ortszeit, 02.00 Uhr MESZ 7. April) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, sagte er seinerzeit unter Verweis auf „sehr gute“ Gespräche. (dpa)

Tote und Verletzte bei Attacke auf ein Gebäude in iibanesischer Hauptstadt

Israels Armee greift eigenen Angaben zufolge erneut Ziele der Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut an. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete am frühen Nachmittag Tote und Verletzte bei einem Angriff auf ein dreistöckiges Gebäude im Süden der Stadt. Zur genauen Zahl der Opfer machte die Agentur zunächst keine Angaben. Augenzeugen berichteten davon, dass Verletzte in Decken weggetragen worden seien.

Augenzeugen meldeten darüber hinaus vier weitere heftige Bombardements in den als Dahija bekannten südlichen Vororten Beiruts seit der Mittagszeit (Ortszeit). Rauchwolken seien in dem Gebiet aufgestiegen. Die Gegend gilt als Hochburg der Hisbollah, ist aber auch dicht besiedeltes Wohngebiet. Israels Armee hatte die Bewohner bereits mehrfach zur Flucht aufgerufen.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah feuerte derweil wieder Geschosse auf Nordisrael. In einer Gegend in Galiläa gab es Berichten zufolge am frühen Nachmittag (Ortszeit) gleich mehrfach Raketenalarm. Auch in anderen Gebieten im Norden des Landes heulten nach Beschuss der libanesischen Miliz die Warnsirenen. Berichte über Schäden oder Opfer gab es zunächst nicht. (dpa)

Netanjahu zu Ostern: „Nur Israel schützt Christen der Region“

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat Christen in aller Welt ein frohes Osterfest gewünscht. In seiner am Sonntag auf Sozialen Medien veröffentlichten Botschaft grüßte er ausdrücklich die „christlichen Freunde in Israel und den Vereinigten Staaten“. Netanjahu erinnerte daran, dass weltweit auch Christen verfolgt würden, auch im Mittleren Osten, im Libanon und in Syrien. „Aber in unserer Region verteidigt Israel allein unsere christliche Gemeinschaft, die wächst und gedeiht“, so der Ministerpräsident.

Netanjahu legitimierte vor diesem Hintergrund auch den von Israel und den USA geführten Krieg gegen den Iran. „In diesem Land, in dem die Geschichte begann, während Raketen auf unsere Hauptstadt, die heilige Stadt Jerusalem, abgefeuert werden, und während die USA und Israel standhaft gegen das iranische Regime und seine terroristischen Verbündeten auftreten, setzen wir unseren entschlossenen Einsatz fort, die Religionsfreiheit für alle Glaubensrichtungen zu schützen – besonders in dieser heiligen Zeit.“ (kna)

Iran und Oman bemühen sich um eine Regelung für Straße von Hormus

Der Iran und der Oman bemühen sich um eine Regelung für die Schifffahrt in der für den globalen Energiehandel zentralen Straße von Hormus. Nach Angaben der omanischen Nachrichtenagentur erörtern Vertreter der Außenministerien beider Länder sowie Fachleute Optionen, „wie unter den derzeitigen Umständen in der Region ein reibungsloser Durchgang durch die Straße von Hormus gewährleistet werden kann“.

Der Zeitpunkt der Gespräche fällt mit einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump zusammen. Trump droht mit Angriffen auf iranische Kraftwerke, sollte die Führung in Teheran die Meerenge nicht bis Ostermontag (US-Ortszeit, Nacht zum 7. April MESZ) vollständig und „ohne Drohungen“ für den Schiffsverkehr öffnen.

Über die Straße von Hormus werden rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels abgewickelt. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar liegt der Seeverkehr praktisch still. Irans Kontrolle sowie Warnungen vor Minen, Drohnenangriffen und der Entzug von Kriegsrisikoversicherungen machen die Passage für westliche Reedereien nahezu unmöglich. Hunderte Tanker, Containerschiffe und Frachter liegen in der Region fest.

Die Meerenge ist an ihrer engsten Stelle nur rund 33 Kilometer breit. Die Hoheitsgewässer des Irans und des Omans überlappen sich vollständig, einen neutralen Hochsee-Korridor gibt es nicht. Der Iran beansprucht die Kontrolle über die gesamte Passage und plant ein Mautsystem für die Durchfahrt.

Die Expertin für Energiemärkte, Amena Bakr, schrieb auf X, seit dem 30. März hat das Datenanalyseunternehmen Kpler eine strategische Aufteilung der Schifffahrtsrouten in eine „Oman-Route“ und eine „Iran-Route“ festgestellt. Mit „Oman-Route“ ist gemeint, dass Schiffe fern von iranischen Gewässern und nahe der omanischen Territorialgewässer fahren. (dpa)

Iran beschießt Israel erneut mit Raketen

Nach neuen iranischen Raketenangriffen auf Südisrael hat es am frühen Nachmittag dort auch Einschläge gegeben. Sicherheitskräfte seien deshalb im Einsatz, teilten Israels Polizei und Armee mit. Israelische Medien meldeten, bei einem Angriff sei ein Industriegebiet in der Wüste Negev getroffen worden. Es ist den Angaben zufolge bereits das dritte Mal, dass das Gebiet seit Kriegsbeginn vor fünf Wochen unter Beschuss geraten ist. Den Berichten zufolge gab es lediglich geringe Schäden durch Splitter und eine Druckwelle.

Im israelischen Fernsehen verbreitete Aufnahmen zeigten dicke Rauchschwaden über dem Gebiet.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz drohte derweil erneut dem Iran. „Solange der Raketenbeschuss auf israelische Bürger andauert, wird der Iran einen schmerzhaften Preis zahlen, der seine nationale Infrastruktur zersetzen und zusammenbrechen lassen wird“, sagte Katz laut in einer am frühen Nachmittag von seinem Büro veröffentlichten Videobotschaft. (dpa)

Emirate melden Angriffe mit 60 Geschossen aus dem Iran

Der Iran hat die Vereinigten Arabischen Emirate mit Dutzenden Geschossen angegriffen. Die Islamische Republik habe neun ballistische Raketen, einen Marschflugkörper und 50 Drohnen gegen die Emirate eingesetzt, teilte das Verteidigungsministerium am Sonntag mit. Damit seien die Emirate im Kriegsverlauf mit 507 Raketen, 24 Marschflugkörpern und 2.191 Drohnen angegriffen worden.

Nach einem der Angriffe kam es am Sonntag in einer petrochemischen Fabrik zu einem Brand. Die Behörden in Abu Dhabi teilten mit, das Feuer sei ausgebrochen, nachdem Trümmer eines abgefangenen Geschosses auf die Anlage in Ruwais nahe der saudi-arabischen Grenze gestürzt seien. Die Produktion sei angehalten worden.

Die petrochemische Industrie ist in vielen Staaten der Region ein wichtiger Sektor. Anlagen in Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und auch im Iran verarbeiten Öl und Gas zu Produkten wie Kunststoffen, Polymeren und Düngemitteln und erzielen damit Exporteinnahmen in Milliardenhöhe.

Zu den Angriffen auf petrochemische Anlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Bahrain bekannten sich die iranischen Revolutionsgarden. Sollten sich die Attacken auf zivile Ziele im Iran wiederholen, würden die Einsätze gegen wirtschaftliche Interessen der USA intensiviert, warnten sie in einer Mitteilung. (ap/rtr)

Tanker mit irakischem Rohöl passiert Straße von Hormus

Ein mit irakischem Rohöl beladener Tanker passiert Daten von LSEG und Kpler zufolge die Straße von Hormus nahe der iranischen Küste. Zuvor hat der Iran den Irak von den Transitbeschränkungen für die wichtige Seeroute ausgenommen. Die „Ocean Thunder“ hat den Daten nach rund eine Million Barrel Rohöl geladen und soll ihre Fracht Mitte April in Malaysia entladen. (rtr)

Pakistan und Ägypten sprechen mit Iran über Deeskalation

Die Außenminister Pakistans und Ägyptens haben mit ihrem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi Möglichkeiten für eine Deeskalation im Krieg im Nahen Osten ausgelotet. Der pakistanische Außenminister Ishaq Dar habe mit Araghtschi die Lage besprochen und deutlich gemacht, dass sein Land alle Bemühungen begrüße, die einer Entspannung dienten, teilte das Außenministerium in Islamabad am Sonntag mit.

Das ägyptische Außenministerium erklärte, Minister Badr Abdel-Atti habe sowohl mit Araghtschi als auch mit Dar, dem türkischen Chefdiplomaten Hakan Fidan und dem US-Gesandten Steve Witkoff telefoniert. In der Mitteilung vom Sonntag hieß es, Abdel-Atti habe tags zuvor mit seinen Gesprächspartnern „Ideen und Vorschläge“ diskutiert, um „die erforderliche Ruhe herzustellen“. Der Minister warnte demnach vor einer „beispiellosen Eskalation“ im Nahen Osten. (dpa)

Iranische Revolutionsgarde: mehrere „fliegende Objekte“ zerstört

Das iranische ‌Militär hat nach eigenen Angaben bei dem US-amerikanischen Rettungseinsatz für den am Freitag abgeschossenen Piloten im Südwesten des Iran mehrere US-Flugzeuge abgeschossen. „Untersuchungen von Experten vor Ort haben ergeben, dass zwei militärische Transportflugzeuge vom Typ C-130 und zwei Black-Hawk-Hubschrauber ‌der US-Armee von unseren Streitkräften zerstört wurden“, teilte das vereinigte Kommando der iranischen Streitkräfte am Sonntag mit. Die Angaben ließen sich von der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht überprüfen.

Bei Angriffen in derselben Gegend sind Medienangaben zufolge zehn Menschen getötet und sieben verletzt worden. Unter den Opfern seien auch zwei Touristen gewesen, berichtete die Seite Nurnews, die den iranischen Sicherheitskräften nahestehen soll, am Sonntag. Ob es sich um Iraner handelte oder andere Staatsangehörige, ging aus der Meldung nicht hervor, ebenso wenig wie der Grund für ihren Aufenthalt in der angegriffenen Gegend rund 580 Kilometer südlich von Teheran. Ob es gar einen Zusammenhang zwischen der Rettungsaktion für den Piloten und den Toten gab, ging aus der Nurnews-Meldung ebenfalls nicht hervor. (dpa/rtr)

Crewmitglied des abgeschossenen US-Kampfjets in Sicherheit

Ein US-Waffenoffizier, dessen Kampfjet über dem Iran abgeschossen worden war, ist von US-Spezialkräften bei einem hochriskanten Kommandoeinsatz gerettet worden. „Wir haben ihn“, schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social in Großbuchstaben. Der Soldat sei verletzt, befinde sich jetzt aber in Sicherheit. Es werde ihm gut gehen, schrieb Trump. Der Pilot der am Freitag abgeschossenen F-15E war laut übereinstimmenden Medienberichten bereits zuvor gerettet worden. Auch dessen Rettung bestätigte Trump nun offiziell.

Die Aktion für das zweite Besatzungsmitglied folgte einem zweitägigen „Wettlauf auf Leben und Tod“ zwischen US-amerikanischen und iranischen Streitkräften, um den verletzten Luftwaffenangehörigen zu erreichen, zitierte die New York Times US-Beamte. Der US-Soldat sei von „unseren Feinden gejagt worden“, sie seien ihm stündlich nähergekommen, schrieb Trump. US-Spezialkommandos seien zu seiner Rettung „tief in feindliches Gebiet“ vorgerückt, schrieb die Zeitung. Laut Trump wurden sie von Dutzenden Kampfjets flankiert.

Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es schließlich zu einem „heftigen Feuergefecht“ kam. Am Ende konnten die US-Kommandos laut New York Times den verletzten Offizier begleitet von Hunderten Spezialeinsatzkräften bergen. Er sei „nie wirklich allein“ gewesen, schrieb Trump. Die US-Militärführung habe seinen Standort in den Bergen „rund um die Uhr“ überwacht. Es sei eine der gewagtesten Such- und Rettungsaktionen des US-Militärs in der Geschichte der USA gewesen, schrieb der Präsident weiter.

Solche Bilder verbreitet das US-Militär von sich selbst gerne: Eine F/A-18E Super Hornet startet am 1. April vom Flugdeck der USS Abraham Lincoln

Foto: US Navy/reuters

Rettungsflugzeuge flogen den Waffenoffizier nach Angaben der New York Times zur medizinischen Behandlung nach Kuwait. Es habe jedoch ein letztes Hindernis gegeben, das die Rettung des Mannes verzögert habe. Zwei Transportflugzeuge, die die Einsatzkommandos und den Waffenoffizier in Sicherheit bringen sollten, hätten im Iran festgesteckt, wurde ein US-Militärbeamter zitiert. Drei Ersatzflugzeuge seien eingesetzt worden, um die US-Soldaten zu bergen. Diese hätten die beiden zurückgelassenen Flugzeuge gesprengt, um zu verhindern, dass sie in iranische Hände fielen, hieß es.

Iranische Medien hatten von hohen Geldsummen berichtet, die für die Ergreifung des US-Soldaten versprochen worden sein sollen. Iraner hätten ihre Smartphones gen Himmel gerichtet, um die Rettungsaktion zu verfolgen, berichtete das Wall Street Journal. Auf Videoaufnahmen sei zu sehen, wie Iraner in die Luft feuerten und versuchten, US-Hubschrauber abzuschießen, die den an der Rettungsaktion beteiligten Hubschraubern ähnelten, hieß es.

Hätte der Iran das Besatzungsmitglied zuerst gefunden, hätte die Führung in Teheran dies nach Einschätzung von Experten als Druckmittel nutzen können. Wäre das Crew-Mitglied in Gefangenschaft geraten und wären Bilder davon veröffentlicht worden, hätte dies zudem die ohnehin schon kritische Haltung der amerikanischen Öffentlichkeit zum Krieg weiter negativ beeinflusst, hatte Laurel Rapp, Direktorin des Nordamerika-Programms der Denkfabrik Chatham House, der BBC gesagt.

Die US-Regierung und besonders Trump hatten in den vergangenen Wochen immer wieder suggeriert, dass US-Flugzeuge im iranischen Luftraum keine Angriffe mehr fürchten müssten. Die USA hätten die Lufthoheit erlangt. „Trump sagte, der Iran sei „vernichtet“ worden. Dann wurde ein amerikanischer Kampfjet vom Typ F-15E abgeschossen“, schrieb der US-Fernsehsender NBC.

Nach der Rettung des zweiten Besatzungsmitglieds der F-15E schrieb der US-Präsident, man wieder niemals einen amerikanischen Soldaten zurücklassen. Dass der Rettungseinsatz durchgeführt werden konnte, ohne dass ein Amerikaner getötet oder verwundet wurde, beweise „einmal mehr, dass wir die überwältigende Lufthoheit über den iranischen Luftraum erlangt haben“. (dpa)

Trump erneuert Drohung gegen Iran

Trump droht dem Iran erneut mit schweren Angriffen, sollte Teheran sich nicht seinem Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus beugen. „Die Zeit läuft davon – 48 Stunden, bevor die Hölle über sie hereinbricht“, schrieb er am Samstag auf Truth Social. Die Bedingungen seien erfüllt, wenn der Iran einem Abkommen zustimme oder die Straße von Hormus öffne.

Trump hatte gedroht, Irans Kraftwerke zerstören zu lassen, sollte der Iran die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Meerenge nicht vollständig und „ohne Drohungen“ für den Schiffsverkehr öffnen. Sein Ultimatum dafür verschob er vergangene Woche noch einmal. Bis zum 6. April (US-Ortszeit, Nacht zum 7. April deutscher Zeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte er unter Verweis auf „sehr gute“ Gespräche an. (dpa)

Iran greift erneut Ziele in Kuwait an

Bei iranischen Angriffen auf das Golfemirat Kuwait sind nach Behördenangaben in der Nacht zum Sonntag zwei Kraftwerke mit angeschlossener Wasserentsalzungsanlage erheblich beschädigt worden. Die Anlagen seien „im Rahmen des abscheulichen iranischen Angriffs“ mit „feindlichen Drohnen“ angegriffen worden, es sei „erheblicher Sachschaden“ entstanden, erklärte das kuwaitische Elektrizitäts- und Wasserministerium. Menschen seien durch den Angriff nicht zu Schaden gekommen.

Zuvor hatte die kuwaitische Armee nächtliche Drohnen- und Raketenangriffe gemeldet. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um „auf die Bedrohung durch feindliche Raketen und Drohnen zu reagieren“, hatten die Streitkräfte erklärt.

Dem kuwaitischen Finanzministerium zufolge wurde bei einem iranischen Drohnenangriff auf die Hauptstadt Kuwait-Stadt am Samstagabend ein Regierungskomplex „erheblich“ beschädigt. In dem Gebäude sind demnach mehrere Ministerien untergebracht. Verletzte habe es nicht gegeben. Die Angestellten leisteten ihre Arbeit aus dem Homeoffice, Besuche in dem Gebäudekomplex seien ausgesetzt. Nach Angaben des Informationsministeriums traf eine Drohne zudem eine Anlage des Ölkonzerns Kuwait Petroleum Corporation. Auch dabei habe es keine Verletzten gegeben. (afp/dpa)

Südkorea bittet Golfstaaten um stabile Energielieferungen

Südkorea bittet die Golfstaaten um stabile Energielieferungen. Finanzminister Koo Yun-cheol habe zudem ‌um den Schutz koreanischer Schiffe in der Straße von Hormus gebeten, teilt das Ministerium mit. Die Gesandten sagten eine enge Abstimmung zu, um die Versorgung zu gewährleisten. Hintergrund ist der eskalierende Krieg mit dem Iran, der den Schiffsverkehr stört. (rtr)

Israel greift Chemieanlagen in Iran an

Die israelische Luftwaffe hat im Iran nach Armeeangaben einen Industriekomplex zur Herstellung von Chemikalien für die Waffenproduktion bombardiert. Es sei in Mahschahr im Südwesten ein Gelände mit einer von zwei zentralen Anlagen zur Herstellung von Materialien für Sprengstoffe, ballistische Raketen und andere Waffensysteme attackiert worden, teilte die Armee mit. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor unter Berufung auf das Gouverneursamt von drei Einschlägen berichtet.

Getroffen wurden demnach die Petrochemieunternehmen Fadschr 1 und 2, Ridschal und Amirkabir, hieß es. Es sei sehr wahrscheinlich, dass es Todesopfer und Verletzte gegeben habe. Mahschahr ist eine Hafenstadt in der iranischen Provinz Chusesten nahe der Grenze zum Irak.

Unterdessen kam Israel in der Nacht erneut unter Beschuss aus dem Iran. Eine Rakete sei in Südisrael in ein unbewohntes Gebiet eingeschlagen, zitierte die Times of Israel das Militär.

Niemand sei verletzt worden. Während des Tages waren in Vororten von Tel Aviv Wohnhäuser Medienberichten zufolge bei Raketenbeschuss stark beschädigt worden. Vier Menschen wurden verletzt. Zugleich sei eine Drohne der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz aus dem Jemen abgefangen worden. (dpa)

Hisbollah: Israelisches Kriegsschiff vor libanesischer Küste angegriffen

Die pro-iranische Hisbollah im Libanon hat einen Angriff mit einer Rakete großer Reichweite auf ein israelisches Kriegsschiff für sich reklamiert. Sie habe das israelische Schiff 68 Seemeilen vor der libanesischen Küste mit einem Marschflugkörper angegriffen, teilte die vom Iran unterstützte Miliz am Sonntag mit. Das Kriegsschiff habe sich angeblich „auf Angriffe auf libanesisches Gebiet vorbereitet“.

Es ist das erste Mal seit ihrem Eintritt in den Iran-Krieg, dass die Hisbollah den Einsatz einer solchen Rakete für sich reklamiert.

Die israelische Marine nahm israelischen Angaben zufolge Hisbollah-Ziele im Libanon von Kriegsschiffen aus ins Visier, darunter war auch ein Luftangriff auf Beirut, bei dem am Mittwoch ein hochrangiger Hisbollah-Kommandeur getötet wurde.

Der Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel war seit dem Beginn des Iran-Krieges erneut eskaliert. Die pro-iranische Miliz feuerte am 2. März als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab und zog damit den Libanon in den Iran-Krieg hinein. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze. (afp)

Zwei weitere Todesurteile im Iran vollstreckt

Im Iran sind zwei weitere Todesurteile im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten vollstreckt worden. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars handelt es sich dabei um Schahin Vahedparast Kaloor (30) und Mohammedamin Biglari (19). Die Justiz wirft ihnen vor, gemeinsam mit anderen in einen „militärisch klassifizierten Standort“ der paramilitärischen Basidsch-Miliz in Teheran eingedrungen und dort Feuer gelegt zu haben. Ein versuchter Diebstahl von Waffen soll gescheitert sein.

Nach Justizangaben wurde das Todesurteil vom obersten Gericht überprüft. Unterstützer schreiben dagegen auf X, es sei ein überstürztes Verfahren mit erzwungenen Geständnissen und fehlenden Beweisen gewesen. Der Zugang zu unabhängigen Anwälten sei verwehrt worden. Ein Recht auf Berufung habe es ebenfalls nicht gegeben. Diese Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Aus der Gruppe von sieben Jugendlichen und Männern war am Donnerstag bereits der 18 Jahre alte Amirhossein Hatami hingerichtet worden.

Im Iran sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw mindestens 160 Todesurteile vollstreckt worden.

Die iranische Justiz hatte am Dienstag angekündigt, die Todesstrafe künftig für mehr Delikte als bisher „ohne Gnade und Nachsicht“ zu vollstrecken. Dazu zählen auch Terrorhandlungen sowie die Zerstörung staatlicher Einrichtungen.

Die Proteste wurden Ende Dezember zunächst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat ging brutal gegen die Proteste vor. Tausende Demonstranten wurden getötet. (dpa)

Im Libanon getötete indonesische Blauhelmsoldaten beigesetzt

Eine Woche nach ihrer Tötung im Südlibanon sind in Indonesien drei Blauhelmsoldaten beigesetzt worden. Die Soldaten der UN-Mission Unifil wurden am Sonntag in ihren jeweiligen Heimatorten mit militärischen Ehren beerdigt. Ihre Särge waren jeweils mit der indonesischen Flagge umhüllt. Weinende Angehörige streuten Blütenblätter auf die Gräber.

Zulmi Aditya Iskandar wurde auf einem Militärfriedhof in seiner Heimatstadt Bandung im Westen der indonesischen Insel Java beigesetzt. Muhammad Nur Ichwan und Farizal Rhomadhon fanden in ihren jeweiligen Heimatstädten in Zentraljava und Yogyakarta ihre letzte Ruhe. Die drei Leichname waren am Samstag in Jakarta eingetroffen, wo sie mit einer militärischen Zeremonie im Beisein von Präsident Prabowo Subianto empfangen wurden.

Die drei Blauhelmsoldaten gehörten der UN-Mission Unifil im Libanon an. Einer der drei Soldaten wurde am Sonntag vergangener Woche bei der Explosion eines Geschosses im Südlibanon getötet, wo die Kämpfe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah seit Beginn des Iran-Krieges wieder aufgeflammt sind. Die anderen beiden Blauhelmsoldten starben einen Tag später bei einer Explosion in einem Logistikkonvoi im Südlibanon. (afp)

Planet Labs stellt Veröffentlichung von Nahost-Satellitenfotos ein

Das Unternehmen Planet Labs stellt aufgrund einer Aufforderung der US-Regierung mit Verweis auf den Iran-Krieg die Veröffentlichung aktueller Satellitenaufnahmen aus dem Nahen Osten weitestgehend ein. Das berichteten unter anderem die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eine E-Mail des US-Anbieters an dessen Kunden. Aufnahmen sollen demnach bis auf weiteres nur noch in Einzelfällen freigegeben werden. Die Einschränkung gelte unter anderem für den Iran sowie die betroffenen Staaten rund um den Persischen Golf.

Unter anderem Journalisten und Forscher nutzen solche Satellitenaufnahmen, um zum Beispiel die Folgen von Angriffen in der Region oder die Bewegung von Schiffen zu dokumentieren. Die Aufnahmen sind vor allem hilfreich für Gebiete, die sonst schwer zugänglich sind – sei es wegen laufender Kampfhandlungen, ihrer Lage oder Beschränkungen durch die örtlichen Behörden.

Planet Labs hatte die Veröffentlichung von Aufnahmen aus der Region nach Beginn des Iran-Kriegs vor gut fünf Wochen bereits aus Sicherheitsgründen verzögert. Auch das Konkurrenzunternehmen Vantor habe die Veröffentlichung von Satellitenaufnahmen aus der Region bereits eingeschränkt, hieß es in den Berichten weiter. Die US-Regierung befürchtet, dass aktuelle Satellitenaufnahmen Gegnern wie dem Iran für deren Angriffe nutzen könnten. (dpa)

Drei Tote bei US-israelischen Angriffen im Nordwesten des Iran

Bei Angriffen der USA und Israels im Nordwesten des Iran sind nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim drei Menschen getötet worden. Drei weitere Menschen seien bei den Attacken auf die Ortschaften Dschafarabad und Germi in der an Aserbaidschan angrenzenden Provinz Ardabil verletzt worden, meldete Tasnim unter Berufung auf den Regionalgouverneur weiter.

Der Iran wirft Israel seit längerem vor, das Territorium des Nachbarlands Aserbaidschan für Geheimdienstoperationen und Angriffe zu nutzen. Israel ist ein wichtiger Waffenlieferant für den Staat im Südkaukasus.

Nach den mehrtägigen Angriffen Israels und der USA auf den Iran im Juni 2025 hatte Aserbaidschan dem Iran zugesichert, sein Staatsgebiet werde nicht für Angriffe auf das Nachbarland genutzt. Anfang März waren mehrere Drohnen in der aserbaidschanischen Region Nachitschewan abgestürzt. Aserbaidschan machte dafür den Iran verantwortlich. Teheran wies dies zurück und beschuldigte Israel. (afp)

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