
Nichts für ungut, liebe Medienkolleg*innen, aber ihr wisst es ja selbst: Es gibt nicht gerade zu wenige Podcasts.
Klar: Der mittlerweile große Wettbewerb hat dazu geführt, dass die Qualität vieler Produktionen gestiegen ist. Aber noch ein Zweipersonenformat, das „aufrüttelt und einordnet“, das jedes virale TikTok mit staatstragendem Eifer bespricht, das unterhalten aber auch informieren will, vor allem natürlich über die Sendenden selbst – braucht’s das?
In diesem Fall schon: „hä lol“ heißt ein Podcast, der seit September vergangenen Jahres wöchentlich von den Journalistinnen Sophia Sailer und Johanna Warda moderiert wird.
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Und jede Woche zeigt sich aufs Neue, dass es sich dabei eben nicht um ein weiteres Netzkultur-Infotainment-Irgendwas handelt. Im Gegenteil: Sailer und Warda kennen sich zwar hervorragend aus im unendlichen und unbeständigen Social-Media-Kosmos, bleiben aber in ihren Folgen nie an der Oberfläche.
Kulturwissenschaftliche Einordnungen
Vielmehr dividieren sie Themenkomplexe wie Dubai-Influencer*innen, das Dschungelcamp oder Dark-Romance-Literatur geduldig auseinander, liefern saubere Recherchen und verständliche soziologische sowie kulturwissenschaftliche Einordnungen.
Feminismus ist dabei nicht „ein Thema“, sondern laufende Selbstverständlichkeit, die gelegentlich explizit wird. Wie gut das gelingt, bewies zuletzt nicht nur die Folge „Der Fall Ulmen und das Problem Mann“.
Apropos „Problem Mann“: Auch wenn es mal persönlich wird, geht es den beiden Hosts nie primär um sich selbst. „hä lol“ leistet damit, was das konventionelle Feuilleton allzu oft nicht hinkriegt: Kulturjournalismus, für den man nicht auf der Bescheidwisser-Gästeliste stehen muss und bei dem auch mal gelacht werden darf.
Wenn man einen Kritikpunkt finden möchte, dann vielleicht den: Die Selbstbeschreibung „Im Podcast hä lol babbeln Sophia Sailer und Johanna Warda jeden Samstag über das Internet“ ist zwar einerseits wahr, andererseits ein massives Understatement.






