
Es ist das alte Klischee vom geldscheffelnd rumsitzenden Unternehmen, das glauben macht, der Fleiß-Appell richte sich nur an Arbeitnehmer. “Fleiß!“ kann auch – und sogar vor allem – als Aufforderung zu unternehmerischem Wagemut und Einsatz aufgefasst werden. Allein die Selbstverständlichkeit, mit der hierzulande “Arbeit” mit “Lohnarbeit” gleichgesetzt wird, ist ein gewaltiger Standortnachteil.
DASS Arbeitgeber gerne mehr Umsatz aus ihrem Personalaufwand herausholen möchten – geschenkt. Und dass sie im aktuellen Marktgeschehen in dieser Bemühung (noch) im Hintertreffen sind, ist auch klar. Mir fällt kaum eine Branche ein, die nicht unter Fachkräftemangel leidet, und die Fachkräfte nutzen das, um an Gehalt und/oder Work-Life-Balance zu schrauben.
Das Problem, auf das die Lobbyisten richtig hinweisen und auf das auch politische Initiativen (die wohlgemerkt Fleiß belohnen und nicht etwa obrigkeitlich einfordern wollen) im Blick haben, ist das der Schraube: Die Steigerung von “ganz fest zu” ist “ab”. Natürlich KANN man alle möglichen Ansprüche für Lohn-, Care- oder Nicht-Arbeit für “berechtigt” erklären. Aber irgendwann sind die Anspruchsgegner weggezogen oder haben kein Geld mehr.







