Serie „Adults“ bei Disney: Zwischen Sex, fehlender Krankenversicherung und Abschiebung

Das Fernsehgesetz will es, dass jede Generation eine ikonische Serie bekommt, die sich um einen Freundeskreis in New York City dreht. Gen X hatte „Friends“, die Millennials „Girls“ – und Gen Z? Hat ebenfalls „Girls“ für sich entdeckt, weil es bisher kaum eine Serie gab, die das Leben von heutigen Twentysomethings behandelte. „Adults“ nun will diese Lücke schließen.

Die Serie erzählt von fünf Freun­d*in­nen – Issa, Billie, Paul, Samir und Anton –, die in einem kleinen Reihenhaus in Queens leben. Es geht um alltägliche Quarterlife-Krisen wie Job- und Geldprobleme, dem Wunsch nach Freundschaft, Liebe und Sex oder der Angst vor dem überquellenden Briefkasten.

Die Serie hat viele nette und originelle Momente. Will man etwas sehr Emotionales oder Peinliches zugeben, wird ein „mind wipe“ verlangt, um nach dem Geständnis so zu tun, als habe man nie was gesagt.

Natürlich adressiert „Adults“ auch typische US-Probleme: Eine fehlende Krankenversicherung wird ebenso thematisiert wie die in einigen States kriminalisierte Abtreibung, außerdem soll eine der Figuren abgeschoben werden. Da die Serie trotz politischer Anspielungen eine Sitcom ist, betrifft Letzteres allerdings einen weißen Kanadier.

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Großes Potenzial

„Adults“ ist nicht perfekt, hat einige zu klamaukige Darstellungen, die eindeutig darauf abzielen, Unbehagen in den Zu­schaue­r*in­nen auszulösen. Sie ist aber trotzdem sehr sehenswert, was an vielen gelungenen Witzen, Situationskomik und vor allem den charmanten Schau­spie­le­r*in­nen und der außerordentlichen Chemie dieses Freundeskreises liegt, die sowohl in Zweierinteraktionen als auch in der Gruppendynamik deutlich wird.

Im Verlaufe der acht Episoden findet die Serie ihren Rhythmus, sie ist nur etwas zu kurz, um die Figuren richtig gut kennenzulernen. Ob sie für eine zweite Staffel verlängert wird, ist bisher noch offen. Zu wünschen wäre es, ihr Potenzial ist nämlich sehr groß.

„Adults“, 8 Folgen, Disney+

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