Tik-Tok-Trend „Day in the life“: Effizienz statt Esoterik

„Schreibe alle deine Ziele und Wünsche für die Zukunft auf. Egal, wie unrealistisch eine Vorstellung auch sein mag. Alles, was du haben, tun und sein möchtest, je detaillierter, desto besser!“, empfehlen Tiktoker*innen.

Doch bei der bloßen Auflistung von Wünschen bleibt es nicht. Den Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung soll ChatGPT haben. „Erzähle mir eine Geschichte über einen Tag aus dem Leben meines zukünftigen Ichs“, lautet der virale Prompt. ChatGPT liefert daraufhin eine verheißungsvolle Erzählung vom Glück, inspiriert von den eigenen Träumen.

Dieser exklusive Einblick in die persönliche Ideal welt ist mehr als nur eine Inspirationsquelle – für viele wird er zu einem kraftvollen Motivationsschub.

Manifestation auf Social Media ist nicht neu, das Konzept hat sich schon lange als eigenes Content-Genre für selbsternannte „Eso-Mäuse“ etabliert. Doch beim „Day in the life“-Trend geht es nicht mehr nur um die reine Vorstellung und positive Gedanken.

Dank ChatGPT als Lifecoach und einer Schritt-für-Schritt-Anleitung soll nun auch die Umsetzung folgen. Der nächste Prompt lautet: „Erstelle mir einen Tagesplan, um dieses Leben zu erreichen.“

Mehr Erfolg mit KI?

ChatGPT gehorcht und spuckt Hilfestellungen und Handlungsempfehlungen aus, die von der Planung langfristiger Projekte, Entwicklung täglicher Routinen bis hin zu Dankbarkeit- und Achtsamkeitsübungen reichen.

Mit diesen Anweisungen ausgestattet, braucht man vielleicht die gängige Methode nicht mehr: das Vision Board. Dieses zu erstellen ist für viele essenziell um den Jahreswechsel. Bilder suchen, die die eigene Wunschvorstellung vom Leben widerspiegeln, ausdrucken und sie zu einer ästhetischen Collage zusammenkleben. So hat man seine Ziele täglich vor Augen – und etwas zum Teilen auf Social Media.

Die Feeds überschlagen sich mit idealisierten Zukunftsbildern und der vermeintlich ­besten Version seiner selbst, angepinnt auf einem ­Korkbrett.

Doch sobald Neujahrsvorsätze und Selbstoptimierung nicht mehr klicken, verstauben die Vision Boards meist bis zu dem Moment, in dem wir merken, dass das Jahr fast schon ­wieder vorbei ist. Dann müssen wir uns fragen, was seit Silvester aus den Intentionen geworden ist.

Pläne mit einer KI zu schmieden, verspricht ein wenig mehr Erfolg. Denn das bloße Träumen lässt Wünsche nicht Wirklichkeit werden. Wer sich aber konkrete To-dos vornimmt, kommt vom Schwärmen ins Handeln und das Vision Board entwickelt sich vom Wunschzettel zum Aktionsplan.

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