Trans* Aktivist auf Instagram: Eine sichtbare Realität

Protest, Community und die banalen Dinge: Trans* Aktivist Paul Ninus Naujoks zeigt seinen Alltag.

Paul Ninus Naujoks steht in der Fußgängerzone. „Ich bin trans*“ steht auf dem Schild. Darunter: „Was willst Du wissen?“ Viele sprechen ihn an, teilen ihre eigene Erfahrung und fragen nach, wie es ihm geht. „Gut“, antwortet Paul Ninus Naujoks und lacht. Das Format nennt er „Schildexperiment“, und das Video der Aktion hat er auf seinem Instagram, @ paulninusnaujoks, hochgeladen.

Naujoks ist Autor, DJ und setzt sich für die Rechte von trans* Menschen ein. Auf seinem Instagram-Profil teilt er alles, was damit zu tun hat. Er berichtet aus POV-Perspektive – POV steht für „point of view“, also Ich-Perspektive – von seinen Erfahrungen als trans* Mann, informiert über politische Debatten und gibt queeren Perspektiven eine Plattform.

Der Insta-Kanal ist ein Space für alle aus der queeren Community und ihre Allys. Naujoks will Sichtbarkeit für die Lebensrealität von trans* Menschen schaffen und nimmt seine Follwer:innen mit in seinen Alltag.

Naujoks wird konkret

Das kann heißen, sich über die fragile Männlichkeit von transphoben Kommentartrolls lustig zu machen. In dem Fall vielleicht die beste Gegenwehr. Es heißt aber auch, das politische Versagen anzuprangern, trans* Menschen und die queere Community nicht ausreichend zu schützen.

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Naujoks Kanal ist die richtige Mischung aus sweetem Alltagscontent, Einblicken in queeren Protest und Updates zur politischen Lage aus trans* Perspektive. Er stellt nicht nur die großen Fragen wie „Was ist eigentlich Männlichkeit?“, sondern wird auch konkret. Zum Beispiel, wie es ist, nach dem Gym in der Männerdusche zu duschen, wenn man keinen Penis hat.

Wer noch mehr von Naujoks möchte, kann sein Buch „Männer & Zerbrechlichkeiten“ lesen. Wem aber mehr nach Party ist: In legendären Molotow-Club in Hamburg auf der Reeperbahn legt Naujoks als Testo Terror regelmäßig auf.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit “Alles beginnt im Zentrum”. Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion.

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