Weg zur Energiewende: Batterien reichen nicht, wir brauchen Speichergase

Die Batteriespeicherkapazitäten haben sich verfünffacht. Doch für eine echte Energiewende führt kein Weg am Wasserstoff vorbei – und da hapert es.

D eutschlands Energiewende braucht dringend Stromspeicher. Insofern ist es eine positive Entwicklung, dass die Kapazitäten an Batteriespeichern in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut wurden. Gleichwohl sollte man diese Entwicklung nicht allzu euphorisch als Indiz einer sachgerechten Energiewende sehen, zumal die Zubauzahlen zuletzt sogar stagnierten.

Denn auch wenn die Batterielobby einen anderen Eindruck zu erwecken versucht: Mit Batteriespeichern alleine wird sich eine gesamte Volkswirtschaft nicht auf erneuerbare Energien umstellen lassen. Das zeigt schon ein einfaches Rechenbeispiel: Selbst wenn die Ziele der Branche für 2030 erreicht würden – Batteriekapazitäten von 100 Gigawattstunden –, könnte diese Menge an einem kalten Wintertag den Strombedarf in Deutschland nur für eine gute Stunde decken.

Eine Dunkelflaute, also Tage und Wochen ohne Wind und nennenswert Sonnenschein, ist mit Batterien nicht zu überbrücken. Batterien können alleine dem kurzfristigen Ausgleich dienen – etwa indem sie Mittagssonne für den Abend speichern, oder im Netz bei kurzfristigen Schwankungen die Last stabilisieren.

Doch die Energiewende braucht, wenn sie gelingen soll, auch saisonale Stromspeicher. Solche, die im Sommer mit Solarstrom gefüllt und im Winter entladen werden. Das kann aus heutiger Sicht nur durch die Herstellung von Speichergasen wie Wasserstoff gelingen.

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Die Politik weiß das grundsätzlich und verfasste bereits im Jahr 2020 eine Wasserstoffstrategie. Doch nun, da diese durch den Bau der ersten Elektrolyseure umgesetzt wird, scheint bereits in Vergessenheit geraten zu sein, warum man die Sache mit dem Wasserstoff überhaupt macht – wie gesagt, um die Stromüberschüsse aus Photovoltaik und Windkraft zu speichern. Doch Elektrolyseure entstehen derzeit nicht dort, wo häufig Strom im Überfluss vorhanden ist, sondern dort, wo gerade die Fördergelder hinfallen – zum Beispiel auch im Stromimportgebiet Süddeutschland. So offenbart der Ausbau von Speicherressourcen in Deutschland eine beängstigende Konzeptlosigkeit.

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