Es begab sich aber zu der Zeit, dass im herrlich kuscheligen Weihnachtszimmer ein deutlich hörbares „Knacken“ ertönte. Alle Anwesenden erbleichten vor Schreck und ergriffen, wer dazu noch in der Lage war, Sofortmaßnahmen am Unfallort. Sie riefen den Notarzt, kramten ein Kühlpack aus dem Tiefkühlfach – herrje, wo war es denn? – und nahmen sich vor, den Erste-Hilfe-Kurs aufzufrischen.
Denn das Knacken kam nicht vom Weihnachtsbaum, der in seinem Ständer umgeknickt war, denn Bäume knicken ja nicht mehr um, seitdem der jüngst verstorbene Klaus Krinner den Super-Christbaumständer entwickelt hat; nein, nein, hier geht es um jenen Weihnachtsständer, der in der heimeligen, durchs Freudenfest zusätzlich euphorisierten Atmosphäre erst aufgerichtet und dann so deutlich mehr beansprucht wurde als sonst, dass er laut knackend zerbrach.
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Die Studie
Forscher der Münchener Uniklinik haben sich einfangen lassen von der weihnachtlichen Atmosphäre allüberall: draußen kalt, drinnen kuschelig, goldglänzender Weihnachtsschmuck, Feuerzangenbowle, Mistelzweige, unter denen man sich ungezwungen näher kommt. Von da, dachten sich die Urologen, ist es nicht mehr weit bis zum Penisbruch (Wirklich, die Mistelzweige werden in der Studie erwähnt!).
Und tatsächlich: Penisbrüche kommen an den Weihnachtstagen in Deutschland auffällig öfter vor als an anderen Tagen. Für die Studie haben sie Daten vom Bundesamt für Statistik ausgewertet. Aus einem Wust an Zahlen diese: Es wären in Deutschland seit 2005 43 Prozent mehr Penisbrüche aufgetreten, wenn jeden Tag Weihnachten wäre.
Die Atmo rund ums Fest endet für ihn also oft schmerzhaft. Wilder Sex und außergewöhnliche Stellungen („Reverse Cowgirl“) beanspruchen den Penis über alle Maßen – die Schmerzen müssen entsetzlich sein, Hämatome, Schwellungen. Wenn der Penis „bricht“, dann entstehen Risse in der Gewebeschicht, die die Schwellkörper des Penis umgibt. Man sollte umgehend ins Krankenhaus.
Was bringt’s?
Die höchste Gefahr eines Penisbruchs droht an Tagen größter Entspannung. Weihnachten ragt heraus, aber auch jeder Sommer und jeder Sonntag weist eine höhere Inzidenz auf. Die Studienmacher widersprechen der Aussage von Elvis Presley et al., dass die Welt wunderbar wäre, wenn jeder Tag wie Weihnachten wäre, und sie schließen in ihrer Zusammenfassung mit der Abwandlung des berühmtesten aller weihnachtlichen Popsongs, „Last Christmas“ von Wham!: „This year, to save us from tears, we will NOT do something special“, zu Deutsch: „Dieses Jahr werden wir es, um uns Tränen zu ersparen, NICHT besonders toll treiben.“ Es ist die Aufforderung an Paare, an denen Penistragende beteiligt sind, dieses Jahr zu Weihnachten weniger wilde Sextechniken anzuwenden, um urologische Kliniken zu entlasten.







