Trumps DEI-Dekret hat Folgen: US-Telekom-Tochter kürzt Diversitätsinitiativen

Washington taz | Die US-amerikanische Tochter der Deutschen Telekom, T-Mobile, hat sich den Forderungen der Trump-Regierung gebeugt und ihre Diversitätsinitiativen zurückgefahren. Das geht aus einem Schreiben an den Vorsitzenden der US-Aufsichtsbehörde FCC hervor.

Die US-Behörde genehmigte T-Mobile danach die zuvor geplante Übernahme eines Glasfaser-Kabelnetzbetreibers. Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen den Kürzungen der Initiativen zur Förderung von Diversität, Gleichberechtigung und Integration, im Englischen als DEI bekannt, und der Übernahmegenehmigung gibt, ist nicht bekannt.

T-Mobile hat sich mit seiner Entscheidung in eine immer länger werdende Liste von Unternehmen eingereiht, die seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ihre internen Diversitätsprogramme angepasst oder ganz abgeschafft haben. Dazu zählen Autohersteller wie Ford und General Motors, aber auch andere namhafte Unternehmen wie Coca-Cola, Disney oder Google.

Trump hatte bereits im Januar ein Dekret unterzeichnet, das die Abschaffung von DEI-Initiativen innerhalb der Bundesregierung forderte. Der FCC-Vorsitzende Brendan Carr hatte daraufhin angedroht, dass die Behörde keine Übernahmen und Fusionen von Firmen genehmigen werde, die „noch immer unlautere Formen der DEI-Diskriminierung fördern“.

T-Mobile schafft Räte für Diversitätsfragen ab

In seinem Schreiben an Carr erklärte das Mobilfunkunternehmen Ende März, dass man die eigenen DEI-Programme einer sorgfältigen Untersuchung unterzogen habe, um sicherzugehen, dass diese die veränderten rechtlichen und politischen Gegebenheiten reflektieren würden.

„DEI ist zu einem politisch brisanten Thema geworden, da manche es als Sanktionierung einer Vorzugsbehandlung einiger Amerikaner aufgrund unzulässiger Unterscheidungsmerkmale interpretieren“, hieß es in dem Schreiben.

Als ersten Schritt habe man die Auswahlkriterien für Lieferanten abgeändert. Auch bei der Auftragsvergabe habe T-Mobile Änderungen vorgenommen, hieß es in dem Schreiben. In beiden Bereichen gab es Diversitätsvorgaben, die nun komplett wegfallen oder stark abgeschwächt sind. Auch die vor fünf Jahren ins Leben gerufenen externen DEI-Räte zur Beratung in Diversitätsfragen mussten weichen.

Diversitätsförderung unter neuen rechtlichen Bedingungen

Trotz dieser Änderungen und Zugeständnisse an die Trump-Regierung will das Unternehmen weiterhin versuchen, Diversität innerhalb der Belegschaft und unter den Zulieferern zu fördern.

„T-Mobile ist dann herausragend, wenn seine Mitarbeiter und Lieferanten vielfältige Fähigkeiten und Hintergründe in unser gemeinsames Bestreben einbringen, das beste Mobilfunkunternehmen des Landes zu werden. Diesen Grundsätzen bleiben wir treu“, hieß es in dem von T-Mobile-Vizepräsident Mark W. Nelson unterschriebenen Brief.

Gegenüber der taz erklärte T-Mobile, dass die Veränderungen nur wenige Bereiche betreffen und die Kernwerte des Unternehmens in Bezug auf Diversität weiter bestehen bleiben würden. „Wir überprüfen unsere Programme stets, um sicherzustellen, dass sie mit unseren Werten im Einklang stehen und den gesetzlichen Bestimmungen vollständig entsprechen“, hieß es in einer Antwort der Pressestelle.

Das Ziel von Diversitätsprogrammen ist es, historisch bedingte Benachteiligungen etwa von Schwarzen oder Frauen zu bekämpfen. Republikaner und Trump sehen darin wiederum eine Diskrimination gegen andere Gruppen. Sie wollen diese Programme daher unterbinden.

  • informationsspiegel

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