Stadbild oder Weltbild?: Was soll diese Stadtbild-Debatte?

Friedrich Merz sorgt mit seinen Aussagen über das Stadtbild für Kritik. Was verrät die Debatte über seine politische Strategie?

taz | Die AfD hat in Umfragen mit der Union gleichgezogen, in der CDU wächst die Nervosität. Friedrich Merz will die extreme Rechte offensiver bekämpfen und erteilt allen Annäherungsversuchen eine klare Absage. Gleichzeitig entfacht er eine Debatte über das Stadtbild, die Emotionen und Ressentiments weckt – und Fragen offenlässt.

Ja, es gibt Probleme im Stadtbild, aber sie sind vielschichtig: soziale Ungleichheit, Armut, Wohnungsknappheit. Wie kann es sein, dass Merz diese Themen auf Abschiebung reduziert? Auf der einen Seite nennt er Deutschland ein Einwanderungsland, auf der anderen behauptet er, man könne am Aussehen erkennen, wer legal oder illegal hier sei. Und mit seiner Bemerkung, man müsse „die eigenen Töchter fragen“, verschiebt er den Fokus – weg von tatsächlichen Ursachen für Unsicherheit, hin zu einem diffusen Gefühl, das Migration verantwortlich macht.

Wie passt das alles zusammen? Was verrät diese Rhetorik über den Zustand der Union – und über Merz selbst? Über einen Parteichef, der einerseits die AfD bekämpfen will, ihr mit solchen Aussagen aber zugleich in die Hände spielt, spricht Sabine am Orde, innenpolitische Korrespondentin der taz, mit Patricia Hecht (Gender-Redaktion), Jasmin Kalarickal (Sozialpolitik) und Lukas Wallraff (Seite 1).

taz lesen kann jede:r

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Texte, die es nicht allen recht machen und Stimmen, die man woanders nicht hört – immer aus Überzeugung und hier auf taz.de ohne Paywall. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass guter, kritischer Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei!

Jetzt unterstützen

  • informationsspiegel

    Related Posts

    Historikerin über Kultur in der NS-Zeit: „Kulturpolitik verband sich mit Rassenideologie“
    • February 2, 2026

    Eine Hamburger Ausstellung beleuchtet die Rolle von Kultureinrichtungen und Kulturverwaltung im NS-Regime – eine bislang kaum erforschte Facette. mehr…

    Weiterlesen
    Trump und das US-Fernsehen: Eine perfekte Symbiose
    • February 2, 2026

    In seinem Buch „Alle Scheinwerfer auf mich!“ untersucht „New York Times“-Journalist James Poniewozik den Aufstieg Trumps im Kabelfernsehen. Er fragt: Wer kontrolliert hier wen? mehr…

    Weiterlesen

    Nicht verpassen

    Historikerin über Kultur in der NS-Zeit: „Kulturpolitik verband sich mit Rassenideologie“

    • 6 views
    Historikerin über Kultur in der NS-Zeit: „Kulturpolitik verband sich mit Rassenideologie“

    Trump und das US-Fernsehen: Eine perfekte Symbiose

    • 5 views
    Trump und das US-Fernsehen: Eine perfekte Symbiose

    Kursrutsch bei Gold, Bitcoin und SAP: An den Finanzmärkten wird es ungemütlich

    • 4 views
    Kursrutsch bei Gold, Bitcoin und SAP: An den Finanzmärkten wird es ungemütlich

    Wohnen mit hohen Heizkosten: Immer weniger Häuser werden energetisch saniert

    • 4 views
    Wohnen mit hohen Heizkosten: Immer weniger Häuser werden energetisch saniert

    Gespräch mit den USA: Iran will reden

    • 4 views
    Gespräch mit den USA: Iran will reden

    ADAC-Verkehrspräsident tritt zurück: Bekenntnis zu Klimaschutz verursachte „Reputationsschaden“

    • 7 views
    ADAC-Verkehrspräsident tritt zurück: Bekenntnis zu Klimaschutz verursachte „Reputationsschaden“