Parteitag der Grünen: Wohin steuert die Partei jetzt?

Der Parteitag zeigt die Grünen im Übergang: soziale Klimapolitik, Industrieangst sowie Streit um Wehrdienst und Nahost. Der Bundestalk ordnet ein.

Die Grünen haben auf ihrem Parteitag in Hannover versucht, eine zentrale Frage zu klären: Wer sind sie nach der Ära Baerbock und Habeck und wohin wollen sie in einer Opposition, die ihnen kaum Luft lässt? Zwischen sozialer Klimapolitik, Autodebatten und der Wiederentdeckung klassischer Gerechtigkeitsthemen zeigte sich eine Partei im Übergang: mutig in manchen Beschlüssen, vorsichtig in anderen, und mit sichtbaren Spannungen zwischen Landes- und Bundeslogiken.

Deutlich wurde auch: Die kommenden Landtagswahlen 2026 werden zur strategischen Nagelprobe. In Baden-Württemberg will Cem Özdemir Winfried Kretschmann beerben und positioniert sich zwischen Industrienöten, Abstiegsängsten und einer Basis, die stärker soziale Absicherung fordert. Zugleich ringt die Bundespartei darum, Klimapolitik wieder mehrheitsfähig zu machen, ohne ihre Kernklientel zu verlieren.

Auch die innerparteilichen Konflikte blieben sichtbar – etwa in der Wehrdienst-Debatte, in der Grünen Jugend und Parteispitze hart aneinandergerieten, oder beim Umgang mit der Israel-Palästina-Frage, für die ein komplizierter Formelkompromiss gefunden wurde. Und doch: Der Parteitag machte klar, dass die Grünen bereit sind, ihre Bandbreite auszuhalten, zwischen Realo-Pragmatismus und linkem Aufbruch.

Wohin steuert diese Partei? Und was bedeutet der neue Kurs für ein Wahljahr, das über ihre bundespolitische Rolle entscheiden könnte?Darüber spricht Bundestalk-Moderatorin Martina Mescher mit Anja Krüger, Tobias Schulze und Benno Stieber.

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