Shortbandcontest in Bremen: „Eine intensive Zeit, die zusammenschweißt“

taz: Ein „Speedbanding“, muss man sich das so vorstellen wie ein Speeddating für Musiker:innen, Frau Bläß?

Sabrina Bläß: Ja, das kann man sich wirklich ein bisschen so vorstellen. Mit dem Unterschied, dass die Teilnehmenden am Einlass bunte Kärtchen ausgehändigt bekommen, zum Beispiel Blau für Schlagzeug oder Rot für Gesang, damit man sehen kann, was die Musizierenden so mitbringen.

taz: Und dann kommen sie zusammen und lernen sich kennen?

Bläß: Genau. Es gibt eine kleine Moderation vom Schauspieler und Musiker Maciej Tyrakowski, der die Idee hatte für den Bandcontest. Er moderiert eine Fragerunde. Dann beginnt der offene Teil, wo die Menschen sich zu Bands zusammenfinden können.

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Alle Siegerbands der letzten fünf Jahre gibt es noch heute

taz: Und die proben dann 48 Stunden zusammen und machen zwei, drei Songs, die sie am Montagabend präsentieren?

Bläß: Ja, das ist eine intensive Zeit, die diese Bands miteinander verbringen. Das Set umfasst dann am Ende 15 Minuten. Das heißt, wenn es Punkbands sind, gibt es auch mal ein paar Songs mehr.

taz: Wer macht da mit? Sind das Leute, die schon in der Musikszene unterwegs sind und in anderen Bands spielen? Oder auch Neulinge?

Bläß: Das sind völlig unterschiedliche Menschen. Da sind Menschen, die noch keine Bühnenerfahrung gesammelt haben, die ihr Instrument schon ein paar Jahre spielen, aber nicht so richtig wissen: Wie fange ich das an? Wie starte ich das? Wie suche ich mir eine Band? Aber es sind auch Menschen, die professionell in der Musik unterwegs sind, die jahrzehntelange Erfahrung mitbringen, aber einfach Lust haben, ein neues Instrument ausprobieren oder ein neues Genre.

taz: Deshalb passt der Contest gut zur Arbeit ihres Vereins Musikszene Bremen. Weil es da auch darum geht, zu vernetzen und zu helfen, Bandräume und Auftrittsmöglichkeiten zu organisieren?

Bläß: Genau. Uns ist wichtig, die Interessen der Musikszene, die ja total divers sind, zu bündeln und sichtbar zu machen und die Menschen miteinander in Austausch zu bringen. Auch wenn Bremen eine relativ überschaubare Szene hat, gibt es natürlich auch hier immer diese Klüngelbildung. Es ist ja auch gut und wichtig ist, dass man sich seinen Raum schafft und sicher fühlt. Aber wir sehen eine große Chance darin, diesen Horizont auch mal zu erweitern und mit Musizierenden zu spielen, die eigentlich aus einem anderen Genre kommen oder älter sind oder jünger.



Bild: privat

Im Interview: Sabrina Bläß

35, arbeitet für den Musikszene Bremen e.V. und das Kulturzentrum Lagerhaus und engagiert sich für die Förderung der lokalen Musikszene.

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taz: Die Gewinner des Contests spielen dann auf dem Überseefestival?

Bläß: Ja. Das war ursprünglich einfach unser Sommerfest vom Verein. Wir haben zwei Kisten Bier auf die Rampe gestellt und einen Grill und es haben ein, zwei Bands gespielt. Das wurde dann immer größer, mittlerweile ist es eine Institution. Wir haben dieses Jahr 15-Jähriges gefeiert. Wir haben zwei große Bühnen und dank einer Kooperation mit dem Architekturbüro nebenan auch eine kleine Secret Stage. Da spielen übers Wochenende heute über 25 Bands aus Bremen.

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Der Shortbandcontest in Bremen

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taz: Und die Bands, die sich beim Shortbandcontest zusammengefunden haben: Bleiben die zusammen oder ist das eher etwas Kurzfristiges?

Bläß: Alle Siegerbands der letzten fünf Jahre gibt es noch heute. Das ist das eigentlich Witzige: Die Idee war, dass man sich einfach mal für eine kurze, intensive Zeit trifft und guckt, was daraus entsteht, ohne dass das dann irgendwie Bestand haben muss. Aber im Endeffekt ist diese intensive Zeit dann doch etwas, was auch sehr zusammenschweißt.

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