US-Präsident verklagt JPMorgan: Trump gegen den mächtigsten Banker der USA

Donald Trumps Rachefeldzug geht weiter. Der neuste Gegner heißt Jamie Dimon und gilt als der wichtigste Banker in den Vereinigten Staaten. Dimon, der das US-Finanzunternehmen JPMorgan Chase seit knapp 20 Jahren führt, ist in dieser Woche zum Ziel einer Klage durch den Präsidenten geworden. Wie aus der Anklageschrift zu vernehmen ist, wirft Trump dem Bankkonzern und Dimon vor, mehrere seiner Konten aus politischen Gründen unrechtmäßig geschlossen zu haben.

Die Kontokündigungen erfolgten kurz nach den Geschehnissen des 6. Januar 2021. An jenem Tag stürmten tausende Trump-Anhänger gewaltsam das US-Kapitol, um dort die Bestätigung des Wahlsiegs des Demokraten Joe Biden zu verhindern.

„Er hat mir das Bankkonto gekündigt. Wir werden sehen, ob das irgendwelche Konsequenzen hat, aber ich denke, das sollte es. Was Jamie Dimon getan hat – das darf er nicht“, sagte Trump während des Heimflugs aus der Schweiz, wo er während der vergangen zwei Tage das Weltwirtschaftsforum in Davos besucht hatte.

Der US-Präsident und die weiteren Kläger im Fall, allesamt Firmen mit Beziehungen zu Trump, verlangen mindestens 5 Milliarden Dollar Schadensersatz.

JPMorgan bestreitet die Vorwürfe

„Die Kläger sind zuversichtlich, dass die Entscheidung von JPMorgan, die Konten zu kündigen, auf politischen und sozialen Motiven beruhte“, heißt es in der Anklageschrift. Die Bank soll außerdem einer „Wokeness“-Kultur aufgelaufen sein, die sie dazu veranlasst hätte, sich von Präsident Trump und seinen konservativen politischen Ansichten zu distanzieren.

JPMorgan Chase bestreitet, dass Trumps Politik mit den Kontokündigungen im Zusammenhang stehe. Das Unternehmen erklärte, dass die Kündigungen aufgrund rechtlicher Vorschriften erfolgt sei.

„JPMorgan schließt keine Konten aus politischen oder religiösen Gründen. Wir schließen jedoch Konten, wenn diese ein rechtliches Risiko für das Unternehmen darstellen“, erklärte Unternehmenssprecherin Patricia Wexler gegenüber CNBC.

Der Konzern bedauere es, dass Trump rechtliche Schritte eingeleitet hat, doch sei man der festen Überzeugung, dass die Klage unbegründet ist.

In der Anklage fehlt ein Beweis, der erläutern würde, wie Trump und sein Rechtsbeistand auf die Idee kommen, dass die Kontoschließungen politischer Natur waren. Es heißt nur, dass die Bank nie eine offizielle Erklärung für ihr Handeln vorgelegt habe.

Dimon wird kein Notenbankchef

Neben der rechtswidrigen Kontoschließung, so der Vorwurf, soll JPMorgan auf Dimons persönliche Anweisung die Namen des Präsidenten, einiger seiner Familienmitglieder sowie der Trump-Organisationen auf eine Blacklist, also eine schwarze Liste innerhalb der Bankbranche, gesetzt haben. Weitere Details zu einer Liste blieb die Anlage allerdings schuldig.

Die Anklage, die am Mittwoch offiziell eingereicht wurde, kam nur wenige Tage, nachdem Trump in einem Post auf seiner Plattform Truth Social deutlich gemacht hatte, dass er Dimon den Posten als Notenbankchef niemals unterbreitet habe. Er reagierte damit auf einen Wall Street Journal-Bericht, der das Gegenteil behauptete.

Der 69-jährige Dimon, der ebenfalls in Davos beim Weltwirtschaftsforum zu Gast war, bestritt, dass Politik die Entscheidung, Trumps Konten zu schließen, beeinflusst hätte.

Dimon ist kein Feind von Trump

Auch wenn Trump und Dimon bisher eine größtenteils freundliche Beziehung pflegten, blieben Meinungsverschiedenheiten in politischen und wirtschaftlichen Fragen nicht aus. Im Jahr 2022 sagte Dimon, dass Trumps anhaltende Leugnung seiner Niederlage bei den Präsidentschaftswahlen 2020 „Verrat“ gleichkomme.

In Davos outete sich Dimon als bekennender Anhänger der Globalisierung. „Ich wünsche mir eine stärkere Nato, ein starkes Europa. Einige der Maßnahmen, die Trump ergriffen hat, tragen dazu bei. Andere nicht. Ich bin kein Befürworter von Zöllen“, sagte Dimon.

Als Geschäftsführer der größten US-amerikanischen Bank – JPMorgan Chase verwaltet Vermögen im Wert von mehr als vier Billionen Dollar – erhielt Dimon im vergangenen Jahr eine Gesamtvergütung von 43 Millionen Dollar. Sein Privatvermögen soll laut Forbes rund 2,8 Milliarden Dollar betragen.

  • informationsspiegel

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