Nach Grönland-Krise: Nato startet Mission zur Sicherung der Arktis

rtr/afp | Die Nato hat ‌als Reaktion auf die ‌Spannungen um Grönland einen neuen Einsatz zur Stärkung ihrer Präsenz in der Arktis begonnen. Dieser werde die zunehmende Militärpräsenz der Nato-Verbündeten in der Region koordinieren, teilte das Militärhauptquartier des Bündnisses am Mittwoch mit. Auch Deutschland wird sich beteiligen.

Arctic Sentry ist Teil einer Vereinbarung, die auch die Spannungen innerhalb der Allianz entschärfen soll. Ausgelöst wurden diese durch den Wunsch von US-Präsident Donald Trump, dass die USA das zu Dänemark gehörende Grönland erwerben.

Arctic Sentry betont ‌die Verpflichtung des Bündnisses, seine Mitglieder zu schützen und die Stabilität in einem der strategisch bedeutsamsten und ökologisch anspruchsvollsten Gebiete der Welt zu wahren“, sagte US-Luftwaffengeneral Alexus Grynkewich, der Oberbefehlshaber der Nato in Europa. Im Auge hat die Nato vor allem russische, aber auch chinesische Aktivitäten in der Region.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte, in einem ersten Schritt werde sich die Bundeswehr mit vier Eurofightern und Luft-Betankungsoptionen am Einsatz beteiligen. „Was darüber hinaus in der Folgezeit passieren wird, wird innerhalb der Nato zwischen den Partnern dann morgen und übermorgen abgestimmt.“

Weiter Gespräche mit USA, Dänemark und Grönland

Nato-Generalsekretär Mark Rutte betonte vor dem Nato-Verteidigungsminister-Treffen in Brüssel am Donnerstag, Trump habe zu Recht auf die Sicherheitsrisiken ‌in der Arktis hingewiesen. „Das bedeutet, dass die Russen und die Chinesen dort zunehmend aktiver werden, und deshalb müssen wir sehr wachsam und nicht naiv sein“, erklärte Rutte. Rutte zufolge laufen parallel zur Nato-Mission weitere Gespräche zwischen Dänemark, Grönland und ⁠den USA. Dabei gehe es darum, Investitionen in Grönland langfristig zu sichern und den wirtschaftlichen Zugang Chinas zu verhindern.

Großbritannien kündigte an, eine entscheidende Rolle bei Arctic Sentry zu spielen. Die von London geführte Militärallianz Joint Expeditionary Force (JEF) plane für September zudem ‌eine größere Übung ‌im hohen Norden mit Hunderten Soldaten in Island, den dänischen Meerengen und ⁠Norwegen. Der JEF gehören neben Großbritannien auch Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, die Niederlande, Norwegen und Schweden an.

Der Einsatz steht unter dem direkten Kommando des Nato-Oberbefehlshabers und ‌wird an das Kommando in Norfolk delegiert. Er soll ‌Aktivitäten mit dem nordamerikanischen Luft- und Weltraumverteidigungskommando (NORAD) sowie dem Nord- und Europakommando der USA abstimmen. Zudem soll das Nato-Kommando für Transformation (ACT) neueste Technologien einbringen, um Fähigkeitslücken zu ‌erkennen und zu schließen.

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