18:29 Uhr: Iranmeldet 85 bei Raketenangriff getötete Schülerinnen
dpa | Bei einem Raketenangriff im Süden Irans sind nach iranischen Angaben mindestens 85 Schülerinnen ums Leben gekommen. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Mehr als weitere 90 Schülerinnen seien verletzt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
„Diese Schule war ein direktes Ziel dieses Angriffs“, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. Die Trümmerbeseitigung sowie die Rettungsmaßnahmen für die Schülerinnen seien im Gange. Der Vorfall ereignete sich demnach im Kreis Minab unweit der Küste am Persischen Golf. Rund 170 Schülerinnen sollen sich in der Schule zum Zeitpunkt des Raketenangriffs aufgehalten haben.
In der Provinz Hormusgan liegen mehrere Marinestützpunkte der iranischen Streitkräfte. Weitere Details zu dem Angriff lagen zunächst nicht vor.
Israel und die USA hatten am Samstagmorgen mit Angriffen auf den Iran begonnen. Zu dem im Iran gemeldeten Angriff auf die Mädchenschule gab es von den Ländern zunächst keine Angaben.
Das iranische Außenministerium veröffentlichte ein Foto, das die in Trümmern liegende Schule zeigen soll. „Dies ist ein offenkundiges Verbrechen. Die Welt muss sich dieser großen Ungerechtigkeit entgegenstellen“, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut einer Mitteilung seines Ministeriums.
17:08 Uhr: Israel vermeldet Tod „hochrangiger Personen“ im Iran
dpa | Bei den israelisch-amerikanischen Luftangriffen sind israelischen Angaben zufolge drei Orte gleichzeitig angegriffen worden, an denen Versammlungen der iranischen Führung stattgefunden haben sollen. Dabei seien mehrere hochrangige und für die „Führung des Regimes“ bedeutende Personen getötet worden, teilte ein Vertreter der israelischen Armee mit. Mehr Details zu den Todesopfern wurden nicht genannt. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Israels Militär nahm den Angaben zufolge Hunderte Ziele im Iran ins Visier. Die Angriffe seien monatelang geplant worden. Das Vorhaben habe darauf basiert, „eine operative Gelegenheit zu erkennen, zu einem Zeitpunkt, an dem hochrangige Regierungsvertreter zusammentreten würden“.
16:28 Uhr: Großbritannien lässt Militärflugzeuge aufsteigen
afp | Als Reaktion auf die Eskalation des Iran-Konflikts hat Großbritannien Militärflugzeuge aufsteigen lassen. Der britische Premierminister Keir Starmer sagte am Samstag in einer kurzen Fernsehansprache, dies sei Teil von „koordinierten regionalen Verteidigungseinsätzen, um unsere Bevölkerung, unsere Interessen und unsere Verbündeten zu schützen“. Dies stehe in Einklang mit dem Völkerrecht.
Starmer hatte zuvor eine Krisensitzung mit wichtigen Ministern zur Lage im Nahen Osten abgehalten. Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen massive Luftangriffe auf den Iran gestartet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Ziele in Israel und anderen Staaten in der Region.
16:27 Uhr: Auswärtiges Amt verschärft Reisehinweise für Nahen Osten
rtr | Das Auswärtige Amt verschärft seine Reise- und Sicherheitshinweise für den gesamten Nahen Osten, wie aus dem Ministerium in Berlin zu hören ist. Eine Reisewarnung gibt es demnach für Bahrain, Irak (bisher Teilreisewarnung), Israel, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Für den Libanon sei zusätzlich eine Ausreiseaufforderung ausgesprochen worden, für den Iran gelte seit Herbst 2022 eine Reisewarnung mit Ausreiseaufforderung. Die jeweiligen deutschen Auslandsvertretungen stünden in Kontakt mit den deutschen Staatsangehörigen vor Ort, hieß es weiter.
Das Auswärtige Amt habe zudem Maßnahmen zum Schutz der entsandten Mitarbeiter getroffen. Der Krisenstab des Ministeriums habe am Samstag unter der Leitung von Staatssekretär Geza Andreas von Geyr getagt.
15.54 Uhr: Revolutionsführer Chamenei kündigt Rede an
rtr | Der iranische Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei will sich dem Fernsehsender Al-Alam zufolge in wenigen Minuten in einer Rede äußern. Die Ankündigung erfolgt Stunden nach Angriffen der USA und Israels, die sich gegen die iranische Führung richteten.
15.43 Uhr: Saudi-Arabien meldet iranische Angriffe
rtr | Saudi-Arabien hat iranische Angriffe auf sein Territorium bestätigt. Die Angriffe hätten sich gegen die Hauptstadt Riad und die Ostprovinz des Königreichs gerichtet, meldet die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Auf die Angriffe sei reagiert worden, heißt es weiter, ohne dass Details genannt wurden.
15.30 Uhr: Irans Außenminister ohne Überblick über Schäden an Raketenstellungen
rtr | Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi versichert, keine Raketen zu entwickeln, die die USA erreichen können. Zugleich räumt er ein, noch keinen genauen Überblick über die Schäden an den eigenen Raketenstellungen zu haben. Auf diplomatischer Ebene habe er sich bereits mit seinem russischen Amtskollegen sowie Vertretern aus der Türkei, Pakistan, Saudi-Arabien und Kuwait ausgetauscht.
14:52 Uhr: Zwischen Jubel und Furcht
Die Angriffe durch Israel und die USA sorgen im Iran für gemischte Gefühle. Viele Iraner haben diesen Moment ersehnt. Aber zugleich herrscht Angst, dass das Regime mit gesteigerter Brutalität gegen die eigene Bevölkerung auf die Luftschläge antwortet. 🐾 Teseo La Marca berichtet für die taz.
14:51 Uhr: Merz, Macron und Starmer verurteilen iranische Angriffe auf Staaten der Region
afp Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben die iranischen Angriffe auf Staaten in der Region „auf das Schärfste“ verurteilt. „Iran muss seine willkürlichen Militärschläge unterlassen“, hieß es am Samstag in einer gemeinsamen Erklärung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Regierungschef Keir Starmer.
Darin riefen sie zugleich zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf und forderten, die Führung in Teheran müsse „eine Verhandlungslösung finden“.
14:45 Uhr: Russland verurteilt Luftangriffe gegen den Iran
afp | Russland hat die US-israelischen Luftangriffe gegen den Iran scharf verurteilt. Das Außenministerium in Moskau erklärte am Samstag, die USA und Israel hätten „wieder einmal ein gefährliches Abenteuer gestartet, das die Region schnell an den Rand einer humanitären, wirtschaftlichen und – das kann nicht ausgeschlossen werden – radiologischen Katastrophe bringt“. Der russische Außenminister Sergej Lawrow verurteilte den Angriff demnach auch in einem Telefonat mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi.
Die „Absichten der Aggressoren“ seien eindeutig, erklärte das russische Außenministerium: „Die verfassungsmäßige Ordnung und die Regierung eines Landes zu zerstören, das für sie unerwünscht ist und das sich weigert, sich ihrem Diktat der Gewalt und des Hegemonismus zu unterwerfen.“
Wie das Außenministerium weiter erklärte, verurteilte Lawrow in dem Telefonat mit Araghtschi den „unprovozierten bewaffneten Angriff der USA und Israels auf den Iran, der die Grundsätze und Normen des Völkerrechts verletzt und die schwerwiegenden Folgen für die regionale und globale Stabilität und Sicherheit völlig außer Acht lässt“.
Das Telefonat sei auf Initiative des Iran zustandegekommen, betonte das russische Außenministerium. Die iranische Seite habe dabei ihren „aufrichtigen Dank für die fortwährende und solide Unterstützung durch die Russische Föderation“ zum Ausdruck gebracht.
Der russische Ex-Präsident Dmitri Medwedew kritisierte ebenfalls die Regierung von US-Präsident Donald Trump. „Der Friedensstifter hat einmal mehr sein wahres Gesicht gezeigt“, schrieb der Vertraute von Kreml-Chef Wladimir Putin im Onlinedienst Telegram. „All die Gespräche mit dem Iran waren nur ein Deckmantel. Daran hat nie jemand gezweifelt.“
Niemand sei daran interessiert gewesen, „irgendetwas Konkretes zu verhandeln“, schrieb Medwedew, der derzeit Vizevorsitzender des russischen Sicherheitsrats ist.
Die russische Botschaft in Teheran verurteilte die „Aggression der USA und Israels“ und forderte die russischen Staatsbürger im Iran auf, das Land nach Möglichkeit zu verlassen. Alle sollten „wachsam“ bleiben und „Militär- und Regierungseinrichtungen“ meiden, erklärte die Botschaft.
Die russische Botschaft in Tel Aviv rief russische Staatsbürger in Israel auf, das Land „bis zu einer Normalisierung der Situation“ zu verlassen. Wer bleiben wolle, solle „wachsam“ sein und den Anordnungen der israelischen Sicherheitsbehörden Folge leisten.
14:19 Uhr: Paris fordert Ende der Eskalation
dpa | Nach den Angriffen Israels und der USA auf Ziele im Iran hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die Lage als „gefährlich für alle“ bezeichnet. „Der Ausbruch des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran hat schwerwiegende Folgen für Frieden und internationale Sicherheit“, teilte er auf der Plattform X mit. Die Eskalation müsse gestoppt werden. Macron forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates.
„Das iranische Regime muss verstehen, dass es keine andere Wahl mehr hat, als ernsthafte Verhandlungen aufzunehmen“, um sein Atom- und Raketenprogramm wie auch „seine Aktionen zur regionalen Destabilisierung“ zu beenden, schrieb der französische Präsident. „Dies ist absolut notwendig für die Sicherheit aller im Mittleren Osten.“
Das iranische Volk müsse seine Zukunft frei gestalten können. „Die vom islamischen Regime verübten Massaker diskreditieren es und erfordern, dass dem Volk wieder Gehör verschafft wird.“
14:15 Uhr: Massive Luftangriffe reichen laut Experte nicht für Machtwechsel im Iran
ap | Der massive Einsatz der US-Luftstreitkräfte gegen den Iran allein wird nach Ansicht eines Experten nicht ausreichen, um einen Regierungswechsel in der Islamischen Republik herbeizuführen. Dazu müssten die USA die iranische Bevölkerung und Teile der aktuellen Regierung aktiv für einen Wandel gewinnen, sagte der Sicherheitsexperte Phillips O’Brien der Nachrichtenagentur AP.
US-Präsident Donald Trump habe den Angriff anscheinend aus innenpolitischen Gründen angeordnet und werde daher keine hohen US-Verluste riskieren wollen, indem er Bodentruppen zur Unterstützung der Luftkampagne einsetze, ergänzte er. O’Brien ist Professor für Strategische Studien an der Universität St. Andrews in Schottland.
Zwar könnten Luftangriffe Gebäude zerstören und die derzeitige Führung schwächen. Aber ohne die Zusammenarbeit von Menschen innerhalb des Irans, die bereit seien, Trumps Ziel der Ablösung der derzeitigen Regierung zu unterstützen, werde es keinen dauerhaften Machtwechsel geben.
Innerhalb weniger Tage werde man sehen können, ob die Unterstützung für die jetzige Führung nachlässt, ob iranische Militäreinheiten rebellieren oder ob Mitglieder der Regierung beginnen, sich gegen die Machthaber des Landes auszusprechen, fügte O’Brien hinzu.
13:58 Uhr: Iran meldet 51 Tote durch israelischen Angriff auf Mädchenschule
afp Nach einem israelischen Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Iran ist die Zahl der Todesopfer iranischen Medienberichten zufolge auf 51 gestiegen. 60 weitere Schüler seien bei dem Angriff auf die Grundschule in Minab in der südiranischen Provinz Hormosgan nahe der Küste der strategisch wichtigen Straße von Hormus verletzt worden, berichteten am Samstag staatliche iranische Medien. Anfangs war unter Berufung auf lokale Behörden gemeldet worden, dass 24 Schulkinder getötet worden seien.
Israel und die USA hatten am Samstagmorgen Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Die israelische Armee sprach von Angriffen auf zahlreiche militärische Ziele. Israelischen Medienberichten zufolge zielten die Angriffe auch auf das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, und auf Irans Präsident Massud Peseschkian ab.
13:50 Uhr Angriffe auf den Iran eindeutig völkerrechtswidrig
Der Angriff von Israel und den USA auf den Iran verletzt das Völkerrecht. Er verstößt gegen das Gewaltverbot der UN-Charta. Es gibt auch 🐾 keinen Rechtfertigungsgrund hierfür, berichtet Christian Rath, Rechtspolitischer Korrespondent der taz.
13:10 Uhr: Israel ruft Notstand aus, Schulen werden geschlossen
rtr | Israel hat nach den iranischen Raketenangriffen den Notstand ausgerufen. Verteidigungsminister Israel Katz warnt die Bevölkerung vor weiteren Angriffen mit Raketen und Drohnen. Öffentliche Versammlungen sind verboten, Schulen und Arbeitsstätten geschlossen. Krankenhäuser verlegen Patienten in unterirdische Schutzräume. Das Militär hat Zehntausende Reservisten einberufen, um unter anderem die Grenzen zu verstärken. Die Polizei rät von nicht notwendigen Fahrten ab.
12:33 Uhr: Angriffe auf Iran dürften mehrere Tage andauern
ap | Die Angriffe Israels und der USA auf den Iran dürften noch mehrere Tage andauern. Das sagte eine mit den militärischen Plänen vertraute Person am Samstag der Nachrichtenagentur AP. Die am Samstag begonnene Operation sei von den USA und Israel monatelang geplant und abgesprochen worden, sagte die Gewährsperson, die anonym bleiben wollte, weil sie nicht zur Weitergabe dieser Informationen befugt war.
12:05 Uhr: Chamenei und Peseschkian im Visier US-israelischer Angriffe im Iran
afp/taz | Die gemeinsamen Angriffe der USA und Israels haben israelischen Medienberichten zufolge auch auf das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, abgezielt. Chamenei sowie Irans Präsident Massud Peseschkian „gehörten zu den Zielen des Angriffs“, berichtete der Sender Kan am Samstag unter Berufung auf eine israelische Quelle. Ob die Ziele getroffen worden seien, sei nicht bekannt. Staatliche iranische Medien berichteten, Präsident Peseschkian sei „sicher und wohlauf“.
Laut Informationen einiger Medien geht Israel davon aus, dass der Befehlshaber der iranischen Revolutionswächter getötet worden sei. Offiziell bestätigt ist das nicht. Der Iran ließ hingegen verlauten, Chamenei sei in Sicherheit.
12:00 Uhr: Explosionen an US-Konsulat im nordirakischen Erbil
afp | Mittlerweile ist auch die nordirakische Stadt Erbil von mehreren Explosionen erschüttert worden. Ein Anwohner sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, in der Gegend um das US-Konsulat in Erbil habe es mindestens drei große Explosionen gegeben.
11:46 Uhr: Explosionen in Tel Aviv
taz | Laut Aussagen des Jerusalem-Korrespondenten des CNN war in Tel Aviv eine Explosion zu hören. Woher diese stammt, ist nicht klar.
11:25 Uhr: Erneute Internetsperre in Iran
taz | Wie die Organisation NetBlocks berichtet, ist das Internet in Iran erneut weitgehend blockiert. Am Samstagmorgen sei der Datenverkehr auf vier Prozent des normalen Niveau abgefallen.
10:56 Uhr: Mehrere Explosionen in Dubai
taz | Laut Berichten von CNN-Journalist:innen vor Ort sind mehrere Explosionen in Dubai zu hören gewesen.
10:46 Uhr: Laut Iran vier US-Stützpunkte im Nahen angegriffen
dpa | Die iranischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben als Reaktion auf die Angriffe Israels und der USA vier US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Unter den Zielen war der Militärstützpunkt Al-Udeid in Katar, der Stützpunkt Al-Salem in Kuwait, der Luftwaffenstützpunkt Al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie die US-Flotte in Bahrain, wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete.
10:43 Uhr: Starke Explosionen in Riad in Saudi-Arabien zu hören
afp/taz | Laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP waren starke Explosionen in Riad in Saudi-Arabien zu hören. Nähere Informationen gibt es bislang nicht.
10:36 Uhr: US-Kongress war wohl „nicht wirklich“ informiert gewesen
taz | Der demokratischer Senator Jack Reed kritisiert in einem offiziellen Statement, dass der US-Kongress „nicht wirklich“ über die Schläge informiert worden war. Der Präsident habe keine Ziele definiert, so Reed.
10:31 Uhr: Stützpunkt pro-iranischer Gruppen im Irak laut Sicherheitskreisen „bombardiert“
afp | Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran ist auch im Irak ein Stützpunkt pro-iranischer Gruppen „bombardiert“ worden. Das verlautete aus irakischen Sicherheitskreisen sowie von der pro-iranischen, paramilitärischen Gruppe Hasched-al-Schaabi. Bei dem Angriff habe es auch Opfer gegeben, hieß es aus den Sicherheitskreisen.
10:23 Uhr: Linke kritisiert Angriffe Israels und der USA
dpa | Die Linkspartei kritisiert die Angriffe Israels und der USA auf den Iran. „Das Völkerrecht spielt dabei mal wieder keine Rolle“, sagte Fraktionschef Sören Pellmann der Deutschen Presse-Agentur. „Damit legen die USA und Israel die Lunte an das Pulverfass eines Krieges, der verheerende Folgen für den Mittleren Osten und darüber hinaus haben wird.“ Es gelte jetzt auf internationaler Ebene, diese Eskalation zu verhindern, um die Zivilbevölkerung in der gesamten Region zu schützen. „Hier steht auch die Bundesregierung als enger Partner Israels in der Pflicht.“
Parteichef Jan van Aken erklärte: „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind in diesen Stunden bei den Menschen in Teheran, Tel Aviv und der gesamten Region.“ Noch sei das Ziel der Angriffe unklar. „Es steht zu befürchten, dass Israel und die USA einen Regimewechsel herbeibomben möchten.“ Van Aken betonte: „Es ist richtig, dass eine Atombombe des Iran auf jeden Fall verhindert werden muss.“ Dies könnten aber keine militärischen Angriffe erreichen, sondern nur Verhandlungen und engmaschige Überwachungen vor Ort.
10.20 Uhr: Bundesregierung ruft Krisenstab zusammen
rtr | Die Bundesregierung ruft den Krisenstab zusammen. Das Treffen sei für 12 Uhr (MEZ) im Auswärtigen Amt angesetzt, teilt ein Sprecher des Auswärtigen Amtes mit. Das Auswärtige Amt stehe in engem und ständigem Kontakt mit den Botschaften in Iran und Israel sowie den weiteren Vertretungen in der Region.
10:07 Uhr: Katar fängt iranische Raketen ab
taz | Laut CNN haben katarische Streitkräfte zwei Raketen im Luftraum ihres Landes abgeschossen.
10:01 Uhr: Explosionen in Bahrains Hauptstadt Manama
afp/taz/dpa | Laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP hat es in der bahrainischen Hauptstadt Explosionen gegeben. Dort befindet sich eine wichtige Marinebasis der USA: Sie ist das Hauptquartier der US-Marine im Nahen Osten. Iranische Streitkräfte gaben an, den Angriff ausgeführt zu haben.
Auch in Abu Dhabi und Katar soll es Explosionen gegeben haben, berichtet CNN.
09:47 Uhr: Mit Teheran verbündete Huthi-Miliz kündigt neue Attacken auf Schiffe an
ap | Nach dem Angriff Israels und der USA auf den Iran hat auch die mit Teheran verbündete Huthi-Miliz im Jemen neue Attacken auf den Schiffsverkehr in der Region angekündigt. Die Huthi würden Schiffe auf dem Weg durch das Rote Meer und auch Israel selbst angreifen, um damit den Iran zu unterstützen, sagten zwei Huthi-Funktionäre am Samstag der Nachrichtenagentur AP.
09:32 Uhr: Schah-Sohn und Trump rufen iranische Bevölkerung zum Umsturz auf
taz/afp | Der Schah-Sohn Reza Pahlavi fordert in einem auf X veröffentlichten Statement das Militär, Sicherheitskräfte und Strafverfolgungsbehörden auf, sich von der Regierung in Teheran abzuwenden. „Ihre Pflicht ist es, das Volk zu verteidigen, nicht ein Regime, das unser Heimatland durch Unterdrückung und Verbrechen in Geiselhaft hält. Schließen Sie sich der Nation an und tragen Sie zu einem stabilen und sicheren Übergang bei. Andernfalls werden Sie mit dem havarierten Schiff Khameneis und seines Regimes untergehen“, sagte er.
An die iranische Bevölkerung appelliert er, wieder auf die Straße zu gehen. „Die Hilfe, die der Präsident der Vereinigten Staaten dem tapferen iranischen Volk versprochen hat, ist nun eingetroffen“, sagte er. Es handele sich um eine „humanitäre Intervention“, die auf die Islamische Republik abziele, nicht auf das Land Iran. „Die Zeit, wieder auf die Straße zu gehen, ist nah.“
Gleichzeitig mit Luftangriffen auf den Iran hat auch US-Präsident Donald Trump die Bevölkerung des Landes aufgerufen, die Regierung in Teheran zu „übernehmen“. „Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung“, sagte Trump in der Nacht auf Samstag in einer Ansprache. „Ihr werdet sie übernehmen können. Das wird wahrscheinlich eure einzige Chance in Generationen sein.“
09:27 Uhr: Teheran startet Gegenangriff
ap | Nach dem Angriff Israels und der USA auf Iran hat Teheran mit Gegenschlägen begonnen. Im Norden Israels waren Explosionen zu hören, wie Bewohner berichteten. Das israelische Militär teilte mit, iranische Geschosse würden mit dem Raketenabwehrsystem abgefangen.
09:18 Uhr: Iran feuert laut Israel Raketen ab
rtr | Der Iran feuert nach Angaben des israelischen Militärs Raketen in Richtung Israel ab. Über das israelische Mobilfunknetz werden Warnungen verschickt, dass Raketen entdeckt worden sind.
09:14 Uhr: Iran warnt Staatsbürger im Ausland
taz | Der regierungsnahe Account Iran Military Media auf X ruft Staatsbürger im Ausland auf, sich in Sicherheit zu bringen. „Iranische Staatsbürger mit Wohnsitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait, Katar, Bahrain und Jordanien, die diese Länder noch nicht verlassen konnten, werden dringend gebeten, das Gebiet dieser fünf Länder so schnell wie möglich zu verlassen“, lautet die Warnung auf X.
Falls eine Abreise nicht möglich sei, solle sich von Militärstützpunkten, Hotels, Piers, Geschäftskomplexen oder US-assoziierten Orten Abstand genommen werden. Unnötige Reisen sollten laut dem iranischen Militär vermieden werden.
09:00 Uhr: Trump erklärt US-Beteiligung (aktualisiert)
dpa/rtr | Das US-Militär hat nach Angaben von Präsident Donald Trump umfangreiche Angriffe gegen den Iran begonnen. Das sagte der Republikaner in einem auf seiner Plattform Truth Social verbreiteten Video.
„Unser Ziel ist es, das amerikanische Volk dadurch zu schützen, dass die unmittelbare Bedrohung durch das iranische Regime eliminiert wird“, sagte Trump in einem am Samstag auf sozialen Netzwerken veröffentlichten Video.
Der Iran entwickle Langstreckenraketen, welche die USA und andere Länder bedrohten. „Wir werden ihre Raketen zerstören und ihre Raketenindustrie dem Boden gleichmachen.“ Die USA würden mit ihren Angriffen sicherstellen, dass der Iran keine Atombombe erhalte. „Wir werden ihre Marine auslöschen.“
08:25 Uhr: US-Angriffe von Luft und See aus
rtr/afp | Ein US-Regierungsvertreter sprach gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters von US-Angriffe auf den Iran von der Luft und von See aus.
Im Süden Teherans sind laut einem iranischen Regierungsvertreter mehrere Ministerien angegriffen worden. In Teheran bilden sich an den Tankstellen derweil lange Schlangen. Zudem verlassen laut Augenzeugen zahlreiche Menschen die Stadt.
08:12 Uhr: Explosionen auch in anderen Städten
rtr | Auch in den iranischen Städten Isfahan, Ghom, Karadsch und Kermanschah werden der Nachrichtenagentur Fars zufolge Explosionen gemeldet.
Der iranische Revolutionsführer Ajatollah Ali Chamenei ist einem Regierungsvertreter zufolge an einen sicheren Ort gebracht worden. Er halte sich nicht in Teheran auf, sagt der Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters am Samstag.
08:04 Uhr: Ausnahmezustand in Israel ausgerufen
dpa/rtr | In ganz Israel wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz teilte mit, er habe einen sofortigen Ausnahmezustand im gesamten Land ausgerufen. In ganz Israel heulten Sirenen. Der heimische Luftraum wurde für den zivilen Luftverkehr geschlossen. Er werde wieder freigegeben, „sobald es die Sicherheitslage erlaubt“, teilte die Flughafenbehörde mit.
Die US-Botschaft in Katar hat für alle Mitarbeiter eine Ausgangssperre verhängt. Sie empfiehlt allen Amerikanern, dies bis auf Weiteres ebenfalls zu tun.
Der neue Angriff erfolgt zwei Tage nach einer weiteren Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran über das umstrittene Atomprogramm der Islamischen Republik. US-Präsident Donald Trump hatte der iranischen Führung in den vergangenen Wochen wiederholt mit militärischen Angriffen gedroht – auch vor dem Hintergrund des brutalen Vorgehens des iranischen Sicherheitsapparats gegen die Proteste zu Jahresbeginn. Trump stellte dem Iran kürzlich ein Ultimatum bis Anfang März. „Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich“.
07:53 Uhr: USA laut NYT am Angriff beteiligt
Foto: Giannis Angelakis/AP/dpa
rtr/dpa | Die USA beteiligen sich einem Medienbericht zufolge am israelischen Militärschlag gegen den Iran. Das berichtete die New York Times am Samstag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter. Auch israelischen Verteidigungskreisen zufolge ist der Angriff mit den USA abgestimmt. Die Aktion sei seit Monaten vorbereitet worden, das Datum des Angriffs stehe seit Wochen fest.
07:50 Uhr: Rauchsäulen in Teheran
rtr/afp | Israel greift den Iran an. Eigenen Angaben zufolge wurde ein „Präventivschlag“ gegen den Iran gestartet. „Der Staat Israel hat einen Präventivschlag gegen den Iran gestartet, um Bedrohungen für den Staat Israel zu beseitigen“, teilte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz am Samstag mit.
In Israel wurde Luftalarm ausgelöst, um die Bevölkerung vor einem möglichen Gegenschlag des Iran zu warnen, wie das israelische Militär mitteilte. Der israelische Luftraum wurde für den zivilen Luftverkehr geschlossen.
Iranischen Staatsmedien zufolge waren im Zentrum von Teheran drei Explosionen zu hören. Dicker Rauch sei aufgestiegen. Die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete, dass eine der Rauchsäulen in der Nähe eines Viertels im Zentrum zu sehen sei, in dem sich die Residenz des geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, sowie das Präsidentenamt befinden.






