Brand ums AKW Tschornobyl: Feuer in der Sperrzone

Seit drei Tagen kämpfen Feuerwehrleute gegen einen Großbrand in der Sperrzone um das Atomkraftwerk Tschornobyl.

Das Feuer rund um das Atomkraftwerk Tschornobyl hat sich ausgeweitet. Nach ukrainischen Angaben war der Brand am 7. Mai 2026 durch den Absturz zweier russischer Drohnen im Bereich des Naturschutzgebiets in der Sperrzone ausgelöst worden. Angefacht wird das Feuer durch trockene Witterung und starken Wind. Insgesamt sind mehr als 300 Einsatzkräfte sowie zahlreiche Löschfahrzeuge im Einsatz.

In einigen Waldabschnitten müssen die Feuerwehrleute mit äußerster Vorsicht vorgehen, da es in Verdacht steht, vermint zu sein. Zwischen dem 24. Februar und dem 31. März 2022 war das Territorium des AKW von russischen Truppen besetzt. „Die Situation ist unter Kontrolle, es gibt nur noch kleinere Brandherde“, zitiert die Ukrajinska Pravda den Direktor der „Zone“, Denys Nestorow. Er bestätigte, dass aktuell eine Fläche von rund 1.200 Hektar von dem Brand betroffen ist.

Trotz des großflächigen Brandes bewege sich die Strahlenbelastung weiterhin im Normbereich. Die gemessenen Werte, so Nestorow, liegen demnach zwischen 0,17 und 0,32 Mikrosievert pro Stunde. Tags zuvor hatte die ukrainische Atomaufsichtsbehörde gemeldet, dass in der Region des Waldbrandes eine leicht erhöhte Konzentration von Cäsium-137 festgestellt wurde. Gleichzeitig betonte die Behörde aber auch, dass die gemessenen Werte weiterhin deutlich unter den in der Ukraine zulässigen Grenzwerten liegen.

Auch Elche unter den Opfern

Während der Löscharbeiten konnten Rettungskräfte und Freiwillige zwei junge Elche aus dem Brandgebiet retten. Die Tiere gelten in der Ukraine als gefährdete Art und stehen unter Schutz. Das erste Elchkalb wurde von Feuerwehrleuten direkt in einem verrauchten Waldabschnitt entdeckt. Nach Angaben der Helfer war das Tier erschöpft, orientierungslos und offenbar von seiner Mutter getrennt worden.

Kurze Zeit später fanden Mitarbeiter der Organisation Clean Futures Fund ein weiteres Elchkalb, das sich bei der Flucht vor dem Feuer in einem Netz verfangen hatte. Das Tier wies Verletzungen und Erschöpfungserscheinungen auf. Beide Tiere wurden in den Safari-Park Medvyno Safari Park gebracht, wo sie nun tierärztlich versorgt und rehabilitiert werden.

Die Sperrzone rund um Tschornobyl gilt als eines der wichtigsten Rückzugsgebiete für Wildtiere in der Ukraine. Wegen der geringen menschlichen Aktivität konnten sich dort zahlreiche Arten ansiedeln, neben Elchen auch Wölfe und Luchse.

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