
Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern darf die AfD auf extreme Zuwächse hoffen. Sie kann laut Umfragen die SPD überholen, die bisher stärkste Partei dort ist und die Ministerpräsidentin Manuela Schwesig stellt. Für die SPD wird es schwer, noch eine mehrheitsfähige Koalition zu finden. Die Wahl findet am 20. September statt, zeitgleich mit der Abgeordnetenhauswahl in Berlin und zwei Wochen nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Die folgenden Grafiken zeigen die Werte der jeweils jüngsten Umfrage. Ältere Umfragen anderer Institute lassen sich per Mausklick anzeigen. Aber wie bei allen Umfragen gilt auch hier, dass sie nur Momentaufnahmen zeigen. Bis zum Wahlsonntag kann sich noch viel ändern.
Die Prozente
Die AfD liegt im Ostseebundesland laut Umfragen weit vorn. Demnach kann die rechtsextreme Partei ihren Stimmenanteil von der letzten Wahl 2021 noch mal nahezu verdoppeln. Die SPD hat zwar zuletzt wieder aufgeholt, muss aber dennoch mit starken Verlusten gegenüber 2021 rechnen. Auch CDU und Grünen drohen Verluste. Für die Grünen könnte das dramatisch sein, wenn sie wie in den Umfragen unter 5 Prozent bleiben und damit aus dem Landtag fliegen. Der CDU droht das schlechteste Landtagswahlergebnis in ihrer Geschichte.
Neu in Parlament einziehen könnte das BSW. Es wird bei 5 Prozent oder knapp darüber gesehen.
Die Linke, die derzeit mit der SPD zusammen regiert, kann mit Gewinnen rechnen.
Die FDP spielt nur eine Rolle am Rande. Mal wird sie bei 3 Prozent gesehen, mal wegen noch geringeren Werten gleich unter „Sonstige“ unsichtbar verbucht.
Die fiktive Direktwahl
Ministerpräsident:innen werden auch in Mecklenburg-Vorpommern nicht direkt, sondern von den Abgeordneten des Landtags gewählt. Deshalb ist die Frage nach der Direktwahl nur theoretisch. Sie zeigt aber das Potenzial der Spitzenkandidat:innen, deren Beliebtheit am Ende doch in eine Wahlentscheidung münden könnte.
Und hier liegt SPD-Amtsinhaberin Manuela Schwesig klar vorn. Fast die Hälfte der Befragten möchte sie gern weiterhin im Amt sehen. CDU-Spitzenkandidat Daniel Peters bleibt eine Randerscheinung.
Auffällig sind die Umfragewerte des AfD-Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm. Der „Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten“ – offizieller „Spitzenkandidat“ ist AfD-Fraktionschef Enrico Schult – findet deutlich weniger Zuspruch als seine Partei. Das ist ein Hinweis darauf sein, dass selbst potenzielle AfD-Wähler:innen die Braunen nicht wirklich an der Macht sehen wollen.
Der Umfrageverlauf
Die AfD liegt in allen Umfragen schon seit drei Jahren vorn. Ihr laut Infratest dimap zwischenzeitlich auf 20 Prozentpunkte angewachsener Vorsprung ist zuletzt aber deutlich abgeschmolzen, weil die SPD aufgeholt hat. Offensichtlich wirkt hier ein Effekt, der auch schon bei anderen Landtagswahlen, etwa 2024 in Brandenburg, sichtbar wurde. Die Anti-AfD-Wähler:innen tendieren zum stärksten Gegner der AfD. Und das ist hier die SPD. Vor allem die CDU und das BSW, aber auch die Grüne haben im Gegenzug Stimmenanteile verloren.
Die Sitze
Die aus den Umfragen errechnete Sitzverteilung für den kommenden Landtag ist entsprechend. Die AfD darf darauf hoffen, die Zahl ihrer Abgeordneten zu verdoppeln. Die SPD muss herbe Verluste befürchten.
Der Koalitionsrechner
In der folgenden Grafik können Sie ihre Wunschkoalition eintragen – und schauen, ob sie eine Mehrheit hätte. Schwierig wird es aber, ein Bündnis zu finden, dass nicht nur rechnerisch auf mehr als die Hälfte der Sitze käme, sondern auch politisch denkbar ist.
Eine Koalition gegen die AfD wird schwer. SPD, Linke und CDU könnten zusammen eine rechnerische Mehrheit bekommen. Aber die Union schließt weiterhin vehement jede Zusammenarbeit mit der Linkspartei aus. In Thüringen haben SPD, CDU und BSW eine Dreierkoalition gebildet. Aber auch die hätte in Mecklenburg-Vorpommern keine Mehrheit. Auch für die in Sachsen-Anhalt zumindest denkbare braun-lila Zusammenarbeit aus AfD und BSW scheint es an der Ostsee nicht zu reichen. Und von einer absoluten Mehrheit ist die AfD, anders als in Sachsen-Anhalt, derzeit weit entfernt.
Die Wahlkreise
In der folgenden Grafik werden ab dem Wahlabend die Resultate der einzelnen Wahlkreise sichtbar.
Die Hochburgen
In dieser Grafik können Sie ab dem Wahlabend sehen, wo die einzelnen Parteien besonders stark oder besonders schwach abgeschnitten haben.
Die Wählerwanderung
Auch diese letzte Grafik wird erst am Wahlabend mit Daten befüllt.
Sie wird dann zeigen, von und zu welchen Parteien die Wähler:innen gewechselt sind.







