Queeres Leben in Senegal: Zehn Jahre Haft auf Homosexualität

Die senegalesische Regierung verschärft Strafen wegen Homosexualität. Das neue Strafmaß: bis zu zehn Jahre Haft. Wie kann queeres Leben das überstehen?

Das Leben für queere Menschen wird gefährlicher: Denn im westafrikanischen Senegal soll Homosexualität künftig mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden können. Damit verdoppelt sich das Strafmaß. Zuvor waren gleichgeschlechtliche Beziehungen mit ein bis fünf Jahren strafbar.

Die Regierung in Dakar steckt in einer politischen und ökonomischen Krise. „Die Stimmung in der Gesellschaft ist bereits sehr anti-LGBTQ. Mit der Verschärfung, versucht die Regierung zu punkten und von den Problemen abzulenken“, erklärtAfrika-Korrespondentin Helena Kreiensiek. Mit Betroffenen zu sprechen ist nun kaum mehr möglich.

„Viele trauen sich nicht ihre Häuser zu verlassen oder über ihre Sexualität zu sprechen kaum zu sprechen und NGos, die früher Kontaktstelle waren, halten sich mit ihrer Arbeit bedeckter.“ Auch in anderen Ländern, wie Uganda und Ghana, ist die queerfeindliche Stimmung gestiegen. „Man kann von einer afrikaweiten Kampagne sprechen, die mit Mitteln von evangelikalen Organisationen finanziert wird“, erzählt Korrespondentin Kreiensiek.

Was will die Regierung in Dakar mit ihrer queerfeindlichen Politik erreichen? Und wie geht es der LGBTQ-Bewegung vor Ort? Darüber sprechen Afrika-Korrespondentin Helena Kreiensiek und taz-Redakteurin Anastasia Zejneli.

Die aktuelle Folge wurde aufgezeichnet am 16. Juli um 16 Uhr MEZ.

Fernverbindung – Der Auslands-Podcast der taz erscheint jede Woche auf taz.de und überall, wo es Podcasts gibt.

Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community!

Jetzt unterstützen

  • informationsspiegel

    Related Posts

    Erinnerung an Hans Henny Jahnn: Eine Orgel ohne Pomp
    • July 30, 2026

    Der Schriftsteller Hans Henny Jahnn hat auch Orgeln gebaut. Seine größte erhaltene in Hamburg hätten Deutschnationale in den 1920ern fast noch verhindert. mehr…

    Weiterlesen
    Neue Regeln für Reparaturen: Reparieren ja – aber bitte nicht selbst
    • July 30, 2026

    Ver­brau­che­r:in­nen haben künftig ein Recht auf Reparatur. Das schafft kaum Verbesserung für Menschen, die selbst reparieren wollen, kritisieren Verbände. mehr…

    Weiterlesen

    Nicht verpassen

    Erinnerung an Hans Henny Jahnn: Eine Orgel ohne Pomp

    • 6 views
    Erinnerung an Hans Henny Jahnn: Eine Orgel ohne Pomp

    Neue Regeln für Reparaturen: Reparieren ja – aber bitte nicht selbst

    • 8 views
    Neue Regeln für Reparaturen: Reparieren ja – aber bitte nicht selbst

    Queeres Leben in Senegal: Zehn Jahre Haft auf Homosexualität

    • 7 views
    Queeres Leben in Senegal: Zehn Jahre Haft auf Homosexualität

    Feuergewitter in Südwestfrankreich: Der Feind der Feuerwehr

    • 12 views
    Feuergewitter in Südwestfrankreich: Der Feind der Feuerwehr

    Afrikanischer Blick auf Klimawandel: Warum bei Hitze in Uganda die Sauna voll ist

    • 7 views
    Afrikanischer Blick auf Klimawandel: Warum bei Hitze in Uganda die Sauna voll ist

    Zu rechts für lokale Spitzenämter: Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen

    • 5 views
    Zu rechts für lokale Spitzenämter: Mehrere AfD-Bewerber von Kommunalwahl ausgeschlossen