Staatsvertrag zu KI-Plattformen: Mehr regeln, mehr werben

Die Bundesländer wollen mit einem neuen Medienstaatsvertrag Anbieter von auf Künstlicher Intelligenz basierenden Informationssystemen regulieren.

epd Mit einer Novelle des Medienstaatsvertrags wollen die Bundesländer unter anderem Informationssysteme regulieren, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Außerdem soll die Neuregelung sicherstellen, dass Medieninhalte auf Onlineplattformen gut gefunden werden.

Wie die Staatskanzlei Rheinland-Pfalz am Donnerstag mitteilte, wurde der Entwurf für das neue Gesetz am Mittwoch in der Rundfunkkommission beschlossen und soll im Oktober veröffentlicht werden. Dann beginnt die öffentliche Anhörung, die sechs Wochen dauern soll.

Der Medienstaatssekretär von Rheinland-Pfalz, Torsten Welling (CDU), sagte, der sogenannte Digitale-Medien-Staatsvertrag schaffe Souveränität für Medien und deren Nutzer: „Wir sorgen für faire Spielregeln, damit journalistisch verantwortete Medien auch morgen sicht- und hörbar bleiben.“

Mit dem neuen Staatsvertrag wollen die Bundesländer nach Angaben der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz die Refinanzierung von Medieninhalten verbessern, die Medienvielfalt fördern und die Medienaufsicht modernisieren und verschlanken. Auch eine umfassende Reform des Medienkonzentrationsrechts sei geplant.

Regelungen für Werbung lockern

Laut dem Entwurf, der dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt, wollen die Länder unter anderem für private Radio- und Fernsehmedien die Regelungen für Werbung lockern. So soll Werbung künftig nicht mehr in Blöcken gesendet werden müssen und bundesweite Anbieter sollen regionalisierte Werbung senden können.

Der neue Staatsvertrag wird von den Ländern als „Digitale-Medien-Staatsvertrag Teil 2“ bezeichnet, erste Eckpunkte waren bereits im Oktober 2025 vorgelegt worden. Im Juni hatten sich die Ministerpräsidenten auf einen Entwurf für den ersten Teil des Digitale-Medien-Staatsvertrags geeinigt.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit “Alles beginnt im Zentrum”. Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion.

Jetzt unterstützen

  • informationsspiegel

    Related Posts

    Fastfood-Eröffnung ohne Skandal-Youtuber: Kein Steak-Sandwich für den Frauenschläger
    • September 17, 2026

    Ein neuer Fastfood-Laden wollte mit dem umstrittenen Rapper Mois Kunden ins linke Hannover-Linden locken. Nach Protest ringt er um Schadensbegrenzung. mehr…

    Weiterlesen
    Streit über Bahnstrecke Hamburg–Hannover: Nun also doch ein Neubau
    • September 17, 2026

    Union und SPD im Bundestag wollen den Bau einer neuen Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover. Verkehrswendeak­ti­vis­ten jubeln, Na­tur­schüt­ze­r protestieren. mehr…

    Weiterlesen

    Nicht verpassen

    Fastfood-Eröffnung ohne Skandal-Youtuber: Kein Steak-Sandwich für den Frauenschläger

    • 3 views
    Fastfood-Eröffnung ohne Skandal-Youtuber: Kein Steak-Sandwich für den Frauenschläger

    Streit über Bahnstrecke Hamburg–Hannover: Nun also doch ein Neubau

    • 3 views
    Streit über Bahnstrecke Hamburg–Hannover: Nun also doch ein Neubau

    Klimawandel bedroht Landwirtschaft: Kartoffelernte bricht durch Hitze und Dürre ein

    • 3 views
    Klimawandel bedroht Landwirtschaft: Kartoffelernte bricht durch Hitze und Dürre ein

    Iran-Bericht von Amnesty International: Ein Dokument des Grauens

    • 3 views
    Iran-Bericht von Amnesty International: Ein Dokument des Grauens

    Gewalt unter Eritreern in Deutschland: Zwei eritreische Regierungsgegner in Untersuchungshaft

    • 3 views
    Gewalt unter Eritreern in Deutschland: Zwei eritreische Regierungsgegner in Untersuchungshaft

    Künstliche Intelligenz als Gefahr: OpenAI macht weitere KI-Probleme öffentlich

    • 3 views
    Künstliche Intelligenz als Gefahr: OpenAI macht weitere KI-Probleme öffentlich