Blauer Engel vergeben: Weniger Verpackungsmüll beim Versand und in der Gastronomie

Die Versandhändler Memo und Sykell dürfen ab sofort das Umweltzeichen Blauer Engel führen. Am Montag vergab das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) das Siegel für nachhaltige Mehrwegsysteme der beiden Unternehmen. Der Blaue Engel wird seit fast 50 Jahren von der Bundesregierung verliehen und gilt als eines der renommiertesten Gütesiegel für Umweltschutz in Europa.

Das BMUKN vergibt das Öko-Label, wenn die untersuchten Produkte wenig bis gar keine Schadstoffe enthalten oder möglichst umweltfreundlich hergestellt werden. Unternehmen können ihre Produkte eigenständig für die Voraussetzungen prüfen lassen. Schlussendlich entscheidet eine Jury über die Vergabe. Die JurorInnen setzen sich aus Umweltverbänden, VertreterInnen der Industrie- und Handelskammer, der Gewerkschaften sowie des Städtetags zusammen.

Die beiden Unternehmen erhalten das Siegel, weil sie für ihre Mehrwegprodukte in der Gastronomie und im Versandhandel Verpackungsmüll sparen.

Der Online-Versandhändler Memo setzt beim Versand auf die sogenannte memo Box, eine Mehrwegalternative zu Pappkartons. Das Unternehmen, zu dessen Markenkern es nach eigenen Angaben immer schon gehört, sich mit ökologischen und sozialverträglichen Produkten für einen „verantwortungsvollen Konsum“ einzusetzen, vertreibt Büro- und Schulartikel sowie Haushaltswaren.

Orientierungshilfe für VerbraucherInnen

Sykell erhält den Blauen Engel für seine Mehrwegbehälter für die Gastronomie. Die sollen eine Alternative etwa für mit Plastik beschichtete Pappbecher oder -schalen bieten und können an ganz normalen Pfandautomaten in Supermärkten wieder abgeben werden. Das Unternehmen, heißt es auf der Webseite, verfolgt damit das Ziel eines sogenannten zirkulären Konsums, also eines Kreislaufs, bei dem so viel eingesetztes Material wie möglich wiederverwendet wird.

Der Blaue Engel ist einerseits gute Werbung für die ausgezeichneten Unternehmen. Vor allem aber soll er VerbraucherInnen dabei helfen, nachhaltige Produkte zu erkennen. Er zeige ökologische Produktalternativen auf und böte beim Einkauf eine praktische Orientierungshilfe, die VerbraucherInnen die Auswahl und Kaufentscheidung erleichtern solle, heißt es.

Grundproblem Verpackungen

Deutschland hatte zuletzt den meisten Verpackungsmüll in der Europäischen Union produziert. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts (Destatis) für das Jahr 2021 hervor. Die Deutschen kommen auf 237 Kilogramm Verpackungsmüll pro Kopf, zeigen Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat – der EU-Durchschnitt liegt bei knapp 189 Kilogramm. Laut Umweltbundesamt wurden 2022 etwa zwei Drittel des Verpackungsabfalls recycelt.

Das Prinzip der Mehrwegverpackungen ist hierzulande nicht neu. Seit dem 1. Januar 2023 sind die Gastronomie oder auch Supermärkte in Deutschland verpflichtet, Mehrwegverpackungen für Lebensmittel und Getränke zum Mitnehmen anzubieten. Seitdem soll VerbraucherInnen die freie Wahl gelassen werden, ob sie Ihre Lebensmittel in Wegwerfverpackungen oder in säuber- und nachfüllbaren Mehrwegbehältern mitnehmen. Ob sie nachhaltiger konsumieren, bleibt damit eine Frage der Eigenverantwortung.

  • informationsspiegel

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