Drohnenangriffe auf Moskau: Und die Kreml-Party steigt

Russlands Präsident Putin will in diesen Tagen Stärke demonstrieren – und geriert sich als Opfer, wenn ukrainische Drohnen auf Moskau fliegen.

U krainische Drohnen fliegen dieser Tage wieder vermehrt nach Russland. Ziele sind die Hauptstadt Moskau, aber auch die Stadt Kursk im gleichnamigen Gebiet, das ukrainische Truppen bei einer Überraschungsoffensive 2024 in Teilen eingenommen hatten. „Da sieht man es wieder, die Ukraine will ja überhaupt keinen Frieden“, werden einige laut sagen oder es zumindest denken.

Das sind dieselben Leute, die mittlerweile zwar zur Kenntnis nehmen, wer der Aggressor in diesem Krieg ist. Jedoch haben sie kein Problem damit, Kyjiw zumindest eine Teilschuld an diesem sinnlosen Gemetzel zuzuweisen und die Menschen in den völkerrechtswidrig besetzten ukrainischen Gebieten auf unbestimmte Zeit an Russland auszuliefern.

Präsident Wladimir Putin hingegen versucht guten Willen zu zeigen – vorgeblich. Drei Tage sollen die Waffen schweigen – nicht zufällig rund um den 9. Mai, am 80. Jahrestag des Sieges über den Faschismus. Die Friedfertigkeit kommt nicht von ungefähr: Der Kremlchef will sich seine militärische Leistungsschau auf dem Roten Platz in Moskau sowie die Laune seiner diesmal doch recht sparsam anreisenden ausländischen Staatsgäste nicht verderben lassen. Die Party soll ungestört steigen. Schließlich geht es auch darum, die Verdienste der Roten Armee zu würdigen, die laut Kreml-Narrativ eigentlich eine russische war.

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Dummerweise gibt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der eine 30-tägige Waffenruhe vorgeschlagen hat und faschistischer Anwandlungen genauso verdächtig ist wie seine Landsleute (eine weitere Mär des Kreml), mal wieder den Spielverderber. Aus gutem Grund: Tagtäglich werden durch russische Angriffe ganze Landstriche und Stadtteile in der Ukraine in Schutt und Asche gelegt. Dabei sind immer wieder getötete und verletzte Zi­vi­lis­t*in­nen zu beklagen. Und jetzt soll Selenskyj in diesen miesen Deal einschlagen und drei Tage durchatmen?

Das wäre wohl doch ein wenig zu viel verlangt. Denn er weiß eins genau: Es wird genauso weitergehen – kaum dass der letzte Panzer vom Roten Platz gerollt ist.

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