Freibadsaison startet: Die Sonne scheint über Berlins Bädern

Mit Sprühkreide angebrachte, lilafarbene Bodenspuren vor dem Eingang des Prinzenbads weisen auf die zentrale Neuerung in den Freibädern in der kommenden Sommersaison hin. „Express-Eingang Fast lane“ steht da geschrieben, auch ein Banner über dem Eingang weist auf das neue Konzept hin. Eine zweite Blaue führt die Be­su­che­r:in­nen zur Kasse. Zu betrachten sind die Spuren erstmals am Mittwochvormittag auf der Saisoneröffnungs-Pressekonferenz der Berliner Bäder Betriebe (BBB).

Hinter dem Eingang warten die noch unberührten Wasseroberflächen in den drei Becken des Kreuzberger Sommerbades darauf gebrochen zu werden; für etwas Bewegung sorgt lediglich ein Wasserpilz im Kinderbecken. Wie immer öffnet das Bad am 1. Mai als erstes seine Tore, zusammen mit dem Sommerbad Seestraße und dem Strandbad Wannsee. Die Einlasssituation haben die Bäder-Betriebe überarbeitet, um langen Schlangen und damit „stressigen Situationen“, wie es der BBB-Vorstandsvorsitzende Johannes Kleinsorg formuliert, entgegenzutreten.

Konkret heißt das: Die Kassen aller Bäder werden, anders als vergangene Saison, immer geöffnet sein. Wer jedoch vorab ein Ticket erworben hat, online und mit Einlass-Zeitfenster, darf über die neuen Express-Eingänge schneller in die Bäder. Das gilt auch für die Inhaber der Sommer-Mehrfachkarte, die nach der ursprünglichen Ankündigung ihrer Streichung doch erhalten wurde und bis zum Monatsende noch für vergünstigte 70 Euro erworben werden kann. Innen- und Sportsenatorin Iris Spranger (SPD) sprach von einem „Fehler“, der auch aufgrund massiver Proteste korrigiert wurde, und kündigte an, die Karte „dauerhaft in die Tarifstruktur“ aufzunehmen.

Auch ein weiterer Fehler ist korrigiert: Die Außenbecken werden wieder beheizt, auf 22 Grad. Im vergangenen Jahr hatte es noch große Aufregung über unbeheizte und anfangs eiskalte Becken gegeben – auch ein Grund, warum die Besucherzahlen mit 1,4 Millionen etwa eine halbe Million hinter dem Rekordjahr 2024 zurückgeblieben waren. Auch diese Maßnahme, so Spranger, sei kein einmaliges Zurückrudern. Man werde es auch künftig bei den beheizten Außenpools belassen.

Investitionen geplant

Ganz grundsätzlich scheint wie an diesem Vormittag die Sonne über den Bädern zu strahlen – mit 14 Freibädern, 11 Strandbädern und 67 Bädern insgesamt die größte Bäderlandschaft europaweit, wie Spranger stolz verkündete. Bis 2030 sollen mehr als 600 Millionen Euro in ihre Infrastruktur investiert werden, davon ein Drittel aus dem Berliner Klimapakt für energetische Sanierungen, Solarabsorber, neue Pumpen oder Abdeckungen der Becken. Grundsaniert werden dabei etwa die Bäder in Charlottenburg, Baumschulenweg und Seestraße.

Geplant sind auch Erweiterungen, etwa ein neues Außenbecken und eine Plansche im Stadtbad Tiergarten, ebenso ein Außenbecken im Paracelsus-Bad in Reinickendorf. Für ein ganz neues Kombi-Bad am Kienberg in Marzahn laufe derweil eine Machbarkeitsstudie. Und für die Beschäftigten und Auszubildenden haben sich die Bäder-Betriebe Belegungsrechte bei der Gesobau im Märkischen Viertel gesichert; auch ein neuer Wohnturm mit Werkswohnungen, der 2029 fertig sein soll, ist in Planung.

Ein abgekühltes Thema ist derweil die Sicherheit: Im vergangenen Jahr gab es „keine schwerwiegenden Sicherheitsvorfälle oder frühzeitige Schließungen“, so Spranger. Die Zahl der registrierten Straftaten ist von 250 auf 201 um 20 Prozent gesunken; ebenso die Kosten für die Sicherheit. Am Sicherheitskonzept, bestehend aus Ausweiskontrollen, Videoüberwachung der Eingänge und direktem Kontrakt zur Polizei werde aber weiter festgehalten. Der Ausblick auf die Badesaison scheint ungetrübt. „Alle freuen sich auf den Sommer“, so Bäder-Chef Kleinsorg.

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