
Der US-Präsident verfolgt eine rigide Geschlechterpolitik. Nun gibt es neue Einschränkungen für junge trans Menschen bei der medizinischen Versorgung.
dpa | Auf Anordnung von Präsident Donald Trump zahlt die staatliche Gesundheitsfürsorge der USA künftig nicht mehr für Operationen und Hormonbehandlungen von transgender Kindern und Jugendlichen. Auch viele andere medizinische Behandlungen werden laut dem Leiter der staatlichen Gesundheitssysteme Medicare und Medicaid, Mehmet Oz, nicht länger unterstützt. Die Behandlung von psychischen Problemen sei davon ausgenommen. Die neuen Regeln sollen am 13. Oktober in Kraft treten.
Während Medicaid als Gesundheitsprogramm für Menschen mit geringerem Einkommen geschaffen wurde, widmet sich Medicare Senioren und Menschen mit Behinderungen. Die Abrechnung von Leistungen über die Programme macht einen wesentlichen Teil der Einnahmen vieler Kliniken aus. Eine flächendeckende Krankenversicherung wie in Deutschland gibt es in den Vereinigten Staaten nicht.
Die US-Regierung teilt sich mit den Bundesstaaten die Kosten für Medicaid. Bundesstaatliche Gelder sind von der neuen Regelung nicht betroffen, allerdings haben zahlreiche republikanisch dominierte Bundesstaaten derartige Behandlungen schon zuvor stark eingeschränkt. Wie viele Kinder und Jugendliche von der neuen Regelung betroffen sein werden, ist auch deswegen schwer zu beziffern. US-Medien gehen von relativ wenigen Fällen aus.
Trump und seine Republikaner haben das kontrovers diskutierte Thema mit Aufregerpotenzial schon häufig für ihre politischen Zwecke genutzt, nicht nur im Wahlkampf. Und auch diesmal appellierte der US-Präsident via Truth Social an die Wähler: „Bitte erinnert euch daran, wenn ihr bei den Zwischenwahlen im November eure Stimme abgebt.“ Die Demokraten hielten Kinder für zu jung, um zu wählen, aber offensichtlich für alt genug, „um sich ihre Geschlechtsorgane abzuhacken“, höhnte Trump. „Wir werden Amerikas Kinder beschützen.“
Kritiker werfen dem 80-Jährigen vor, mit der Beschneidung von Minderheitenrechten und aggressiver, diskriminierender Rhetorik einen regelrechten Kulturkampf in den USA angezettelt zu haben – ein Vorwurf, den umgekehrt auch die politische Rechte linksliberalen Kreisen in den USA macht, die sie für „woke“, also ideologisch verblendet und politisch überkorrekt hält.
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