Große EU-Asylreform: EU-Kommission legt Migrationsstrategie vor

Mehr Grenzschutz, mehr Abschiebungen, gezielte Arbeitsmigration: Die EU-Kommission hat ihre Fünfjahresstrategie für Migration verkündet.

epd | Die EU-Kommission hat erstmals eine Europäische Strategie für Asyl- und Migrationsmanagement vorgelegt. Sie definiert die politischen Leitlinien und Prioritäten der EU für die kommenden fünf Jahre: ein „faires und zugleich konsequentes“ Migrationssystem, das illegale Migration eindämmt, Schutzbedürftige besser schützt und gezielt Fachkräfte für den europäischen Arbeitsmarkt gewinnt, wie die Kommission erklärte.

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner betonte, die Kontrolle über illegale Migration solle Vertrauen in die EU-Institutionen zurückgewinnen und zugleich die Grundlage für legale Migration schaffen. „Das eine bedingt das andere“, sagte er.

„Migrationsdiplomatie“ als neuer Schwerpunkt

Die Strategie enthält bislang keine neuen Instrumente, setzt aber einen klaren Schwerpunkt auf die „Migrationsdiplomatie“ mit Drittstaaten, um Abschiebungen zu erleichtern und Kooperationen zu stärken. Als Hebel nannte Brunner Handelspolitik, Entwicklungszusammenarbeit und die Vergabe von Visa.

Am Donnerstag verabschiedete die Kommission zudem erstmals eine EU-weite Visa-Strategie. Sie soll eine effizientere Visapolitik ermöglichen, die Sicherheit stärkt, legale Mobilität erleichtert und die Wettbewerbsfähigkeit der EU erhöht.

Bis Sommer 2026 soll die große EU-Asylreform, die in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht wurde, umgesetzt sein. Die neue Strategie legt darüber hinaus Ziele für die Zeit danach fest.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei!

Jetzt unterstützen

  • informationsspiegel

    Related Posts

    Büchner-Preisträgerin Christine Wunnicke: Fröhliche Wissenschaft und heitere Aufklärung
    • July 10, 2026

    Christine Wunnicke hat den diesjährigen Büchnerpreis verliehen bekommen. Federleicht verbindet sie mikroskopisch genaue Erkundungen mit Humor. mehr…

    Weiterlesen
    Krankschreibung in Schweden: „Selbstverständlich und unproblematisch“
    • July 10, 2026

    In Deutschland soll die Teilzeitkrankschreibung eingeführt werden, Vorbild ist Schweden. Wie funktioniert es dort? mehr…

    Weiterlesen

    Nicht verpassen

    Büchner-Preisträgerin Christine Wunnicke: Fröhliche Wissenschaft und heitere Aufklärung

    • 3 views
    Büchner-Preisträgerin Christine Wunnicke: Fröhliche Wissenschaft und heitere Aufklärung

    Krankschreibung in Schweden: „Selbstverständlich und unproblematisch“

    • 5 views
    Krankschreibung in Schweden: „Selbstverständlich und unproblematisch“

    Die Wahrheit: „Der Papst hat gratuliert“

    • 4 views
    Die Wahrheit: „Der Papst hat gratuliert“

    Neuer Job für Tübinger OB: Palmer macht den Musk

    • 5 views
    Neuer Job für Tübinger OB: Palmer macht den Musk

    Hitze, Klima, Wohnen: Was das Kapital nicht schafft

    • 4 views
    Hitze, Klima, Wohnen: Was das Kapital nicht schafft

    Wahlarena in Mecklenburg-Vorpommern: Wie will die CDU im Osten ohne AfD und Linke regieren?

    • 4 views
    Wahlarena in Mecklenburg-Vorpommern: Wie will die CDU im Osten ohne AfD und Linke regieren?