Jemens Regierung fällt auseinander: Südjemens Separatistenführer zieht in den Krieg

Jemens international anerkannte Regierung geht verstärkt gegen die Kräfte vor, die ein unabhängiges Südjemen wiederherstellen wollen. Am Mittwoch früh verkündete der Präsidialrat – Jemens von Saudi-Arabien unterstützte kollektive Staatsführung, die in der größten südjemenitischen Hafenstadt Aden residiert – auf einer Sitzung die Absetzung seines nicht anwesenden Vizepräsidenten Aidarus al-Zubaidi.

Er ist Gründer und Vorsitzender des „Southern Transitional Council“ (STC), der ebenfalls in Aden basiert ist und mit Unterstützung der Vereinigten Arabischen Emirate Südjemen als eigenen Staat wiedergründen will, wie es von der Unabhängigkeit 1967 bis zur Vereinigung mit Nordjemen 1990 existierte. Es gibt zur Stunde keine Klarheit darüber, wo Zubaidi sich jetzt aufhält.

Auf seiner Sitzung entließ der Präsidialrat auch die Minister für Verkehr, Planung und internationale Zusammenarbeit und leitete Ermittlungen gegen sie ein. Sie haben die Sezessionsbestrebungen des STC unterstützt.

Dies folgt auf intensive saudische Luftangriffe auf jemenitische Militärstellungen in der Provinz Al-Dhalea. Dorthin soll Zubaidi Waffen und Kämpfer aus Aden für STC-Kämpfer transferiert haben. Die saudischen Militärschläge seien „präemptive“ Maßnahme gegen eine drohende Destabilisierung, hieß es in einer Erklärung. Es wurden auch regierungstreue Militäreinheiten in Bewegung gesetzt, um die vollständige Kontrolle über die vom STC kontrollierten Stadtviertel in Aden zu übernehmen.

Eigentlich hatte der Präsidialrat seine Schutzmacht Saudi-Arabien gebeten, einen „südlichen Dialog“ in die Wege zu leiten. Dafür sollte STC-Chef Zubaidi in die saudische Hauptstadt Riad reisen. Aber in letzter Minute verzichtete er auf die Reise und verzog sich an einen unbekannten Ort. Einigen Berichten zufolge hält er sich jetzt in der STC-Hochburg Al-Dhalea auf, die jetzt bombardiert wurde. STC-Außensprecher Amr al-Baidh jedoch dementierte, dass Zubaidi Aden verlassen habe.

Mögliche Kriegsvorbereitungen

Der Präsidialrat geht davon aus, dass der STC-Chef untergetaucht ist und Krieg vorbereitet. Gegenüber der taz sagte Thabet al-Ahmadi, Berater des Präsidialrats: „Nach unseren Informationen hat Aidarous al-Zubaidi Aden verlassen, nachdem er große Mengen Waffen nach Al-Dhalea gebracht hatte, und er hat die militärische Befehlsgewalt an zwei junge Rebellen übergeben. Mukhtar al-Nubi and Moamen al-Saqqaf. Dies hat Spannungen innerhalb des STC herbeigeführt.“

Der Journalist Salah bin Lugbai, der dem STC nahesteht, sagte, Zubaidi habe zuvor saudische Vermittler getroffen, aber diese hätten „unmögliche Forderungen“ gestellt, etwa die Auflösung des STC. Dies habe Zubaidi abgelehnt und daher nur eine Delegation nach Riad geschickt. Zu dieser sei nach der Landung der Kontakt abgebrochen.

Die Spannungen im Süden Jemens eskalieren seit einiger Zeit. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabische Emirate sind historisch die beiden militärischen Verbündeten der international anerkannten jemenitischen Regierung gegen die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen, die in Jemens Hauptstadt Sanaa herrschen. Aber Saudis und Emiratis sind zerstritten, seit die Emirate die Abspaltung des Südens unterstützen.

Saudi-Arabien sieht die militärischen Bewegungen des STC, der die Sezession betreibt, in den Provinzen Hadramaut und al-Mahrah entlang seiner Südgrenze als Bedrohung an. Als der STC eine Aufforderung zurückwies, sich aus diesen Regionen zurückzuziehen, flog Saudi-Arabien Luftangriffe auf den Hafen Mukalla in Hadramaut, wo militärische Ausrüstung aus den Emiraten für den STC gelandet war. Dies veranlasste Jemens Präsidialrat, das bestehende Verteidigungsabkommen mit den Emiraten auszusetzen und den Abzug aller emiratischen Kräfte aus dem Land zu fordern.

Die in Sanaa im Norden Jemens herrschenden Huthi-Rebellen beobachten all diese Entwicklungen mit Sorge, obwohl sich ihre Medien darüber mokieren, dass ihre Gegner sich jetzt gegenseitig bekämpfen. Neue kriegerische Auseinandersetzungen in anderen Landesteilen könnten auf Dauer auch ihre Herrschaft gefährden, ebenso die zunehmenden regierungsfeindlichen Proteste in ihrer Schutzmacht Iran.

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