Knutschen im Club: Doppel-Date zu dritt

D a sitze ich also mit A. und seinem besten, seinem ältesten Freund. A. ist schüchtern, er kichert viel, ich treibe die Konversation voran. Wir fühlen uns alle etwas fremd auf den Bierbänken vor der Trompete. Die Menschen um uns herum sind zwar immerhin wie wir um die 40 und nicht 20 Jahre jünger, wie in vielen Clubs, aber sehen alle aus, als kämen sie direkt von ihren Büros in Reinickendorf oder Spandau. Es war meine Idee gewesen, altersgerecht auf eine After-Work-Party zu gehen. Viel Auswahl gab es nicht, und so entschieden wir uns für die Bar von Ben Becker.

Von A. kam die Idee, aus unserem zweiten Date ein Doppel-Date zu machen. Er habe einem Freund von unserem Tanzvorhaben erzählt und der fragte, ob er sich anschließen könne. Und weil ich offen für Neues bin, stimmte ich zu und hatte keine Schwierigkeit, eine Freundin zu überzeugen, sich anzuschließen. Sie ist dem Konzept Doppel-Date grundsätzlich zugeneigter als ich.

Doch eine Kette ungünstiger Umstände – der Freund sagte ab, irgendwas mit Arbeit, daraufhin sagte ich meiner Freundin ab, dann sagte sein Freund doch zu, war außerdem schon unterwegs; meine Freundin war aber schon in die Pantoffeln geschlüpft und nicht mehr bereit, sie durch Straßenschuhe zu ersetzen – führte dazu, dass wir nun plötzlich zu dritt sind.

Nach drei Wodka E (A. und sein Freund) beziehungsweise zwei Aperol Spritz (ich) verlagern wir unsere Dreisamkeit auf die Tanzfläche. Der Freund und ich lassen uns von der Musik treiben. Nach dem vierten oder fünften Wodka E kommt auch in A.s Beine Bewegung. Ich hatte eigentlich auf knutschen gehofft, fühle mich durch den Chaperone unter uns aber gehemmt. Der versteht offenbar doch irgendwann, dass er unser Date crasht und verabschiedet sich.

A. setzt sich auf eine Bank, mit rotem Leder überzogen, ich tanze noch ein bisschen, setze mich dann zu ihm und lehne mich an seine Schulter. A. stupst mich mit der Nase an, ich drehe mich zu ihm und küsse ihn zum ersten Mal. Und küsse. Und küsse. Wow, wie er küsst. Ich schwinge mich auf seinen Schoß, wir saugen, knabbern, beißen, lecken. Ich grabe meine Hände in sein Haar. A. schiebt seine Hand unter meine Bluse, will meine Brust streicheln, kommt aber nicht am gepolsterten BH vorbei.

Knutschen, bis keine Luft mehr da ist

Ich schiebe mich etwas nach oben, küsse A.s Stirn. Er küsst meinen Hals, mein Dekolletee. Ich fahre mit einer Hand in meinen Ausschnitt und schiebe den Cup meines BHs zur Seite, lege meine Brustwarze frei, A. nimmt sie in den Mund, umspielt sie mit seiner Zunge und beißt sanft zu. Ich stöhne leise auf. Dann knutschen wir weiter. Bis keine Luft mehr da ist. Ich richte mich auf, zuppele meine Bluse zurecht, rutsche von seinem Schoß und sehe, dass die Bargäste sich mittlerweile nicht mehr nur hinten auf der Tanzfläche drängen, sondern auch hier im vorderen Bereich tanzen – wir müssen nicht gerade wenige Zu­schaue­r*in­nen gehabt haben.

Wir grinsen uns an, zwischen verwegen und verschämt, ich blicke auf die Uhr auf seinem Handgelenk. Nach Mitternacht. „Wollen wir los?“, frage ich und wir machen uns auf den Weg zum nächsten Nachtbus, je­de*r zu sich nach Hause. Am nächsten Tag ist Bürotag.

„Mit dir kann man kutschen, als gäb’s kein Morgen“, schreibt er mir später. „Das überzeugt mich auch immer wieder an mir“, antworte ich. Er reagiert mit einem Sonnenbrillen-Emoji und schlägt vor, am nächsten Wochenende in eine Ausstellung zu gehen – knutschen inklusive.

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