Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Ramelow für Zusammenarbeit von Linke und CDU

Wegen fehlender Mehrheiten arbeiten Linke und CDU in Thüringen seit Jahren zusammen. Bodo Ramelow empfiehlt das nun auch dem Nachbarland Sachsen-Anhalt.

dpa/afp | Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat für eine Kooperation von CDU und Linke plädiert, um eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt zu verhindern. „Wer Schaden vom Land Sachsen-Anhalt abwenden will, der muss also in der Lage sein, über Parteigrenzen hinweg miteinander zu reden“, sagte Ramelow dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Es ist die CDU, die rumeiert, statt zu sagen: Wir arbeiten bei Themen zusammen, bei denen wir zusammenarbeiten können.“ Ramelow ist heute Vizepräsident des Bundestages. Von 2014 bis 2024 war Ramelow Ministerpräsident in Thüringen. Dort gibt es eine Zusammenarbeit zwischen Linke und CDU seit Jahren – die Mehrheitsverhältnisse im Landtag erfordern es, weil alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen.

Ramelow distanziert sich von Schwerdtner

Auch der Linkspartei-Co-Vorsitzende Luigi Pantisano hatte am Sonntag im ZDF erklärt: „Wir haben in den letzten Jahren als Linke gezeigt, dass wir Verantwortung für dieses Land übernehmen.“ Das gelte vor allem, wenn es darum gehe, eine AfD-Regierung zu verhindern.

Ramelow distanzierte sich im Gespräch mit dem RND von Äußerungen der Co-Parteichefin Ines Schwerdtner, die dem Stern gesagt hatte, mit der Berliner Linken in der Regierung werde es Vergesellschaftungen geben. Parteivorsitzende sollten sich vor Wahlen zurückhaltend zu landespolitischen Themen äußern, mahnte Ramelow. „So fand ich die Äußerung von Ines Schwerdtner zur Enteignung von Wohnungsgesellschaften als Bedingung für eine Koalition in Berlin nicht sehr hilfreich.“

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit “Alles beginnt im Zentrum”. Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion.

Jetzt unterstützen

  • informationsspiegel

    Related Posts

    Film „The Uprising“: Die Reichen könnten Sch#$$ kriegen
    • September 11, 2026

    Gewalt in Zeitlupe, Hauen und Stechen, orgiastisches Morden und Meucheln: Vor Paul Greengrass’ neuem Film „The Uprising“ könnten Milliardäre Schiss kriegen. mehr…

    Weiterlesen
    Tagebuch aus Armenien: Nach der Flucht kommt das große Spiel
    • September 11, 2026

    In Armenien haben sich Migranten aus Russland zusammengetan, um der Gesellschaft zu helfen. Sie kümmern sich um den Spielplatzbau. mehr…

    Weiterlesen

    Nicht verpassen

    Film „The Uprising“: Die Reichen könnten Sch#$$ kriegen

    • 7 views
    Film „The Uprising“: Die Reichen könnten Sch#$$ kriegen

    Tagebuch aus Armenien: Nach der Flucht kommt das große Spiel

    • 8 views
    Tagebuch aus Armenien: Nach der Flucht kommt das große Spiel

    Boom bei Basketball-WM der Frauen: Vielversprechender Vorgeschmack

    • 6 views
    Boom bei Basketball-WM der Frauen: Vielversprechender Vorgeschmack

    Zivilgesellschaft in Ost und West: Engagiert, aber nicht unverwundbar

    • 5 views
    Zivilgesellschaft in Ost und West: Engagiert, aber nicht unverwundbar

    Digitales Bezahlen: Läden sollen künftig Kartenzahlung anbieten müssen

    • 5 views
    Digitales Bezahlen: Läden sollen künftig Kartenzahlung anbieten müssen

    Wegen Zusammenarbeit mit Rosatom: Klage gegen Ausbau von Brennelementefabrik

    • 5 views
    Wegen Zusammenarbeit mit Rosatom: Klage gegen Ausbau von Brennelementefabrik