Nach Zugunglück in Spanien: Mindestens 41 Menschen sind tot

afp | Nach dem schweren Zugunglück in Spanien hat in dem Land eine dreitägige Staatstrauer begonnen. Im ganzen Land wehen die Flaggen auf halbmast. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Dienstag die Unglücksstelle nahe Adamuz im Süden des Landes und trafen mit Rettungskräften zusammen. Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen auf mindestens 41.

Eine weitere Leiche wurde am Montagabend aus einem der entgleisten Waggons geborgen, wie die andalusische Regionalregierung mitteilte. 39 Verletzte werden weiter in Krankenhäusern behandelt, darunter vier Kinder. Insgesamt waren bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge mehr als 120 Menschen verletzt worden.

Arbeiter setzen schweres Gerät ein

Am Montag hatte der andalusische Regionalpräsident Juan Manuel Moreno gewarnt, es könne ein bis zwei Tage dauern, bis die genaue Zahl der Todesopfer feststehe. Arbeiter setzten schweres Gerät ein, um die zum Teil völlig verbeulten und einen Hang hinabgestürzten Waggons anzuheben und Helfern Zugang zu verschaffen.

Bei dem Unglück war am Sonntagabend ein Hochgeschwindigkeitszug nahe dem Ort Adamuz im Süden Spaniens entgleist und mit einem entgegenkommenden Zug zusammengestoßen, der ebenfalls entgleiste. Das Unglück ereignete sich auf gerader Strecke, die Ursache ist bislang unklar. Die beiden Züge waren mit einer Geschwindigkeit von über 200 Stundenkilometern unterwegs, als sie kollidierten.

Unglücksursache bislang unklar

Unter den Überlebenden ist nach spanischen Medienberichten ein sechsjähriges Mädchen, das bei dem Unglück seine Eltern, seinen Bruder und einen Cousin verlor. Feuerwehrmann Angel Uceda schilderte dem Radiosender Onda Cero, die Handys hätten neben den Verletzten und Toten geklingelt, als er in einen der verunglückten Waggons gelangt sei. „Es war grauenhaft, aber wir mussten unseren Job machen“, sagte er.

Die Unglücksursache ist bislang unklar. Das Unglück ereignete sich auf gerader Strecke in einem frisch sanierten Abschnitt, beide Züge waren zudem innerhalb der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit unterwegs. Der zuerst entgleiste Zug war zuletzt drei Tage vor dem Unglück gewartet worden.

Untersuchungsbericht noch nicht veröffentlicht

20 Minuten vor dem Unglück hatten drei andere Züge die Stelle passiert, ohne dass „die geringste Anomalie auf der Strecke“ gemeldet worden sei, sagte Verkehrsminister Óscar Puente am Dienstag. Unklar ist laut Puente, ob ein auf Fotos von der Unfallstelle zu sehender Bruch einer Schiene „die Ursache oder die Folge“ des Unglücks sei.

Ein erster Untersuchungsbericht zu dem Unglück sei in zwei bis drei Monaten zu erwarten, sagte der Chef des spanischen Ingenieursverbands, César Franco.

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