Russischer Drohenangriff auf Luzk: Terror gegen Zivilbevölkerung in der Westukraine

„Die Stadt ist voller Rauch. Die Anwohner werden gebeten, sich möglichst wenig im Freien aufzuhalten, Fenster und Türen fest zu schließen und bei Bedarf Schutzausrüstung zu verwenden“. So warnte die Stadtverwaltung von Luzk, keine 100 Kilometer von der EU-Außengrenze entfernt, seine gut 200.000 Einwohner vor der Gefahr.

Am Morgen des 1. April wurden die Luzker wieder einmal durch Luftalarm, das Heulen der Shahed-Drohnen und die Schüsse der Luftabwehr geweckt. Zehn russische Drohnen griffen das Industriegebiet der Stadt an. An mehreren Stellen brachen Feuer aus. Der größte ukrainische Postdienst, Nova Poshta, gab die Zerstörung seines Lagers bekannt. Zum zweiten Mal in diesem Jahr wurde ein Lagerhaus für Lebensmittel einer lokalen Supermarktkette getroffen. Die reagierte mit Humor und kündigte an, dass zum 1. April „schwarze Marken-Hamburger“ im Angebot seien, womit sie auf Brände und Rauch anspielten.

In Luzk gab es diesmal keine Toten und Verletzten. Zwar ist die Stadt verrußt, doch das Leben geht weiter. Die Menschen arbeiten, gehen zur Schule, fahren Auto und betreiben Handel. Aber die Einwohner ziehen doch langsam ihre Lehren aus früheren russischen Terrorangriffen und gehen bei Luftalarm in die Schutzräume.

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Krieg in der Ukraine

Mit dem Einmarsch im 24. Februar 2022 begann der groß angelegte russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Bereits im März 2014 erfolgte die Annexion der Krim, kurz darauf entbrannte der Konflikt in den ostukrainischen Gebieten.

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Russischer Terror gegen ukrainische Zivilisten verstärkt

Bereits 2025 gab es in der Stadt ganz im Westen der Ukraine mehrere Raketen- und Drohnenangriffe. Doch in diesem Jahr verschärften die Russen den Terror gegen die Zivilbevölkerung drastisch. Am 24. März griffen mehrere hundert Drohnen der Russischen Föderation die Zentren anderer westukrainischer Städte wie Lwiw, Ternopil, Iwano-Frankiwsk und Winnyzja an.

Die Journalistin der Zeitung Rayon.Lutsk, Iryna Dimitrova, ist bereits zum dritten Mal Opfer russischer Angriffe geworden. Trümmer einer abgeschossenen Drohne fielen auf den Balkon ihrer Wohnung. Glücklicherweise konnte das Feuer schnell gelöscht werden.

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Ich rate sehr dazu, Luftschutzräume aufzusuchen

Iryna Dimitrova, deren Wohnung zum dritten Mal von Drohnen zerstört wurde

2022 wurde ihre Wohnung in Donezk getroffen, das sie bereits früher verlassen hatte. 2024 gab es einen Angriff auf Kurachowe, eine Kleinstadt im Donbass, in der sie damals lebte. Und am 1. April überlebte sie mit ihrem Sohn in Luzk im Keller des Hauses, in dem sie eine Wohnung gemietet hat.

„Den Schock habe ich noch nicht überwunden, es ist schwierig, in die Wohnung zu kommen oder dort gar zu schlafen. Vielleicht können wir bei Bekannten unterkommen. Ich rate sehr dazu, Luftschutzräume aufzusuchen“, sagt Iryna.

Ziel ist die Zermürbung der Ukrainer

Das ukrainische Militär geht davon aus, dass Drohnenangriffe dieser Art weitergehen werden. „Die Angriffe werden nicht auf militärische Ziele, sondern auf die Grundbedürfnisse der Zivilbevölkerung abzielen: Strom, Wasser, Wohninfrastruktur. Deshalb muss man auf alles vorbereitet sein. Wir halten durch, und ihr haltet auch durch. Passt auf euch auf, unterstützt eure Angehörigen, helft den Soldaten“, schrieb der Soldat Stanislaw „Osman“ Bunjatow in seinem Telegram-Kanal.

Seinen Worten zufolge seien die Kommandeure der russischen Besatzungstruppen „etwas nervös“. An der Front versuchen die Russen, die Frontlinie mit mechanisierten Vorstößen zu durchbrechen, im Hinterland hingegen die Angriffe auf die Zivilbevölkerung auszuweiten. Ziel sei, die Ukrainer zu zermürben, um sie dazu zu bringen, den Krieg um jeden Preis beenden zu wollen.

Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete den neuen massiven nächtlichen Angriff der Russen im Westen der Ukraine als Reaktion auf diplomatische Bemühungen.

In seinen sozialen Netzwerken schrieb er: „Wir haben zu Ostern einen Waffenstillstand vorgeschlagen – sie antworten mit Shahed-Drohnen. Wir haben den Waffenstillstand besonders in Bezug auf Energieanlagen vorgeschlagen, aber die Russen ignorieren das und versuchen erneut, unsere Umspannwerke und Transformatoren anzugreifen.“

Aus dem Ukrainischen Gaby Coldewey

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