Siedlerterror im Westjordanland: Brandanschlag auf eine Moschee, Angriff auf Schafhirten

Israelische Siedler haben das palästinensische Dorf Jibiya nordwestlich von Ramallah im besetzten Westjordanland angegriffen. Dabei steckten sie laut örtlichen Medienberichten am Freitag eine Moschee und mehrere palästinensische Fahrzeuge in Brand. Außerdem hätten sie Hassgraffiti an mehreren Gebäuden angebracht. Berichte über Verletzte gab es nicht.

Der Angriff sei kein Einzelfall, sondern Teil einer systematischen Politik und offizieller Aufstachelung durch die israelische Regierung, erklärte das palästinensische Religionsministerium laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa. Das Ziel sei, Palästinenser einzuschüchtern und ihre Präsenz sowie ihre religiöse Identität anzugreifen. Den Brandanschlag auf die Moschee bezeichnete das Ministerium als „feigen Terrorakt“.

Es rief die Palästinenser auf, Moscheen durch Präsenz von Menschen vor Angriffen von israelischen Siedlern zu schützen. Von internationalen Organisationen wie der Unesco forderte das Ministerium den Schutz von Gebetsstätten.

Nach Bericht der Agentur Wafa wurden außerdem fünf Palästinenser am Sonntagmorgen von Siedlern nahe Bethlehem mit Reizgas verletzt. Eine Gruppe Siedler habe das Dorf gestürmt, Bewohner angegriffen und das Gas versprüht. Sie hätten außerdem Handys gestohlen und Sachbeschädigung begangen, so Wafa.

Für Aufruhr sorgte außerdem ein viral gegangenes Video, in dem ein israelischer Siedler wiederholt brutal mit einem Stock auf einen Hund einschlägt. Das Tier, Berichten zufolge Lucy genannt, gehört einer palästinensischen Familie. Das Tier sei angebunden gewesen, habe keine Gefahr dargestellt, erklärte der Besitzer gegenüber der israelischen Zeitung Haaretz. Der Angriff ereignete sich am Freitag im Dorf Atarat. Die Polizei gab an, Ermittlungen aufgenommen zu haben, der Hund befindet sich in Behandlung.

Weitere Siedlerübergriffe ereigneten sich lokaler Berichte zufolge am Wochenende nahe des christlichen Dorfs Taybeh, wo Sielder laut Wafa ihre Tiere auf palästinensischem Privatland weideten. Und in Khirbet al-Tawil, südlich von Nablus, wo sie Hirten angriffen und ein Schaf überfuhren. Auch davon ging ein Video viral.

Die Siedlergewalt im Westjordanland hat seit 2023 massiv zugenommen. Das israelische Militär selbst zählte im Jahr 2025 etwa 2,4 Angriffe pro Tag. Die Attacken werden außerdem immer tödlicher, nur seit Jahresbeginn wurden bereits 13 Menschen von Siedlern getötet. Darunter sind auch Minderjährige, etwa jüngst ein 13-Jähriger auf dem Gelände seiner Schule. Die Europäische Union erließ in diesem Zuge jüngst Sanktionen gegen Siedlerorganisationen. Der israelische Staat bedachte die völkerrechtswidrigen Siedlungen wie auch selbst nach israelischem Recht illegale Außenposten allein seit 2022 mit umgerechnet über fünf Milliarden Euro.

Mit Material von kna

  • informationsspiegel

    Related Posts

    Krieg in der Ukraine: Kraftwerk in Cherson angegriffen
    • August 28, 2026

    Russland und die Ukraine überziehen einander erneut mit Angriffen aus der Luft. Der Gouverneur von Cherson bittet die Bevölkerung, die Stadt zu verlassen. mehr…

    Weiterlesen
    Tagebuch aus Kasachstan: Die schwierige Suche nach den Quellen der Vernunft
    • August 28, 2026

    Immer mehr Regierungen verstehen nicht mehr, warum Russland den Krieg gegen die Ukraine führt. Wann kommt die Erkenntnis zu Putin? mehr…

    Weiterlesen

    Nicht verpassen

    Krieg in der Ukraine: Kraftwerk in Cherson angegriffen

    • 4 views
    Krieg in der Ukraine: Kraftwerk in Cherson angegriffen

    Tagebuch aus Kasachstan: Die schwierige Suche nach den Quellen der Vernunft

    • 4 views
    Tagebuch aus Kasachstan: Die schwierige Suche nach den Quellen der Vernunft

    Gletscherforscher zur Flutkatastrophe: „Gebirge erwärmen sich schneller als der Rest der Erde“

    • 5 views
    Gletscherforscher zur Flutkatastrophe: „Gebirge erwärmen sich schneller als der Rest der Erde“

    Nach Sturzflut in Nepal und Tibet: Überflutungsrisiko behindert Rettungseinsätze

    • 4 views
    Nach Sturzflut in Nepal und Tibet: Überflutungsrisiko behindert Rettungseinsätze

    Fifa-Chef Infantino vor Gericht?: In der Logik der Aufklärung

    • 7 views
    Fifa-Chef Infantino vor Gericht?: In der Logik der Aufklärung

    Rentenausgaben seit der Jahrtausendwende: Mehr Alte sind Deutschland weniger wert (zumindest relativ)

    • 8 views
    Rentenausgaben seit der Jahrtausendwende: Mehr Alte sind Deutschland weniger wert (zumindest relativ)