Sommerwetter: Klimakrise lässt Wasser knapper werden

Für das anstehende Pfingstwochenende sind deutschlandweit Sonnenschein und bis zu 30 Grad angekündigt. Doch durch das sommerliche Wetter könnte das Wasser mancherorts knapper werden – davor warnte der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer.

Der Grünen-Politiker rief die Menschen in Niedersachsen aus diesem Grunde dazu auf, sparsam mit Wasser umzugehen. „Unsere Gewässer und Flüsse werden immer trockener“, sagte er der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). „Grundwasser, das mehr als 80 Prozent unseres Trinkwassers liefert, wird immer knapper.“

Trotz teils kräftiger Regenfälle im Mai sind die Grundwasserstände in Niedersachsen niedrig: 93 von 161 Messstellen im Land weisen laut des Umweltministeriums niedrige Grundwasserstände auf, 9 unterschreiten sogar den bisher niedrigsten Wert. Auch bei den Talsperren im Herz mache sich der Wassermangel bemerkbar – dort liege der Füllstand momentan bei 64 und nicht mehr bei 78 Prozent, wie im Mittel der vorigen Jahre.

Ein Grund für die Wasserprobleme ist die Klimaerwärmung. „Die Klimakrise – mit insgesamt mittlerweile 2,5 Grad Erwärmung in Deutschland – verschärft die Wassersituation in Niedersachsen erheblich“, erläuterte Meyer auf Nachfrage der taz. „Die Verdunstung steigt immer mehr an, denn mit jedem Grad Celsius kann die Luft 7 Prozent mehr Wasserdampf aufnehmen.“

Weniger Wasser kann dadurch ins Grundwasser sickern, was nicht nur für die Natur, sondern auch für uns Menschen zum Problem wird. Hinzu kommt, dass an heißen Tagen der Wasserverbrauch steigt.

Anpassungen in Landwirtschaft und Privathaushalten nötig

„Die Lage ist vielerorts angespannt“, sagte Meyer. „Aufgrund der Klimakrise ist mit zunehmenden Dürre- und Trockenphasen zu rechnen. Das lehren uns die vergangenen Jahre. Vermehrte Starkregenereignisse im Winter gleichen den Wasserspiegel nicht aus. Daher ist ein sparsamer und vorausschauender Umgang mit der Lebensgrundlage Wasser so wichtig.“

In vielen Landkreisen sind die Grundwasserpegel über die vergangenen Jahre deutlich gesunken, so auch in Hannover. Laut Henning Schlaefke, Verbandsgeschäftsführer des Wasserverbands Nordhannover, erfüllt die Grundwasserbildung in Niedersachsen nicht die Erwartungen – sie sei leicht rückgängig.

Daher sei in der Region Hannover im letzten Sommer zum dritten Mal in Folge eine Allgemeinverfügung über den Umgang mit Wasser verabschiedet worden. Diese sollte „signalisieren, dass die Nutzung von Wasser nicht so locker sein sollte“, sagte Schlaefke zur taz.

Die Allgemeinverfügung schränkte zum Beispiel das Bewässern von Grünflächen bei Temperaturen von über 27 Grad zwischen 11 und 17 Uhr ein. „Damit der Rasen grün bleibt, muss man nicht in der Mittagshitze gießen, da gibt es Alternativen“, so Schlaefke. „Wasser ist ein besonders hohes Gut, das man nicht verschwenderisch einsetzen sollte. Das muss in den Köpfen der Bürger landen.“

Durch ein kollektives Bemühen, Trinkwasser zu sparen, würden Natur und Landwirtschaft profitieren – das erklärte Bernd Alt, Mitglied des BUND-Kreisvorstands in Hannover, der taz bei einer früheren Recherche.

Wassermangel betrifft vor allem die Landwirtschaft, Gewässer und die öffentliche Wasserversorgung. Deshalb müssten auch Privathaushalte in Zeiten der Knappheit beim Bewässern von Gärten oder dem Füllen von Schwimmbecken Abstriche machen, so Meyer. Auch die Landwirtschaft müsse sich anpassen und Felder nach Möglichkeit nachts oder durch bodennahe Bewässerungstechnik beregnen, um die Verdunstung gering zu halten.

Wichtig ist laut Umweltminister Meyer auch sowohl „die verstärkte Renaturierung von Gewässern, mehr Entsiegelung als auch mehr Wasserrückhalt und Speicherung zu ermöglichen“, um der Wasserknappheit entgegenzuwirken.

  • informationsspiegel

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