Trauer um malischen Musiker: Amadou Bagayoko ist tot

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Mariam Doumbia bildete der Sänger das weltbekannte Duo Amadou & Mariam. Am Freitag verstarb er in seiner Heimatstadt Bamako im Alter von 70 Jahren.

Bamako ap/taz | Der malische Gitarrist und Sänger Amadou Bagayoko ist tot. Der blinde Musiker sei am Freitag in seiner Heimatstadt Bamako gestorben, sagte der malische Kulturminister Mamou Daffé im staatlichen Fernsehen, ohne Einzelheiten zu nennen. Der Sänger bildete gemeinsam mit seiner Ehefrau Mariam Doumbia das Duo Amadou & Mariam.

Bagayoko erblindete im Alter von 15 Jahren aufgrund eines angeborenen grauen Stars. Er studierte Musik am Institut für Junge Blinde in Mali, wo er seine spätere Ehefrau kennenlernte. Das Paar gründete 1980 die Band Mali’s Blind Couple, mit der sich die beiden zunächst lokal einen Namen machten. In ihrer Musik vermischten sie traditionelle afrikanische Einflüsse mit Elementen aus Rock, Blues und Pop, was ihnen schließlich auch eine weltweite Anhängerschaft einbrachte.

Sie wurden zu einem der erfolgreichsten afrikanischen Duos und spielten an der Seite von Künstlern wie Damon Albarn von Blur und Gorillaz und dem Pink-Floyd-Gitarristen David Gilmour – einem ihrer Kindheitsidole.

Das Duo produzierte mehr als zehn preisgekrönte Alben und gewannen unter anderem 2005 („Dimanche à Bamako“) und 2013 („Folia“) den französischen Musikpreis Victoire de la Musique. Für „Dimanche à Bamako“ erhielten sie 2006 auch einen der BBC Radio Awards für Weltmusik. Ihr Album „Welcome to Mali“ von 2008 wurde bei den Grammys für das beste zeitgenössische Weltmusikalbum nominiert. Sie komponierten auch den offiziellen Song für die Männerfußball-WM 2006 in Deutschland.

Bagayogos letzter größerer Auftritt mit Doumbia war bei der Abschlussfeier der Paralympischen Spiele in Paris im vergangenen Jahr. Sein Schwiegersohn Youssouf Fadiga sagte der Nachrichtenagentur afp, dass der Musiker schon eine Weile schwer erkrankt war. Am Freitagabend hatte der Manager des Duos, Yannick Tardy, der in Frankreich ansässig ist, laut der britischen Tageszeitung The Guardian mit Mariam telefoniert und teilte danach mit, dass Amadou nach einem Erschöpfungszustand in eine Klinik gebracht worden und später am Tag gestorben sei.

Amadou Bagayogo hinterlässt seine Frau und drei Kinder, darunter seinen Sohn Sam, der ebenfalls Musiker ist.

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