• In Sachsen-Anhalt wird heute ein neuer Landtag gewählt. Seit 8 Uhr sind die Wahllokale für die rund 1,7 Millionen Stimmberechtigten geöffnet. Schon um 16 Uhr liegt die Wahlbeteiligung höher als 2021 – ein Rekord. Eine erste Demo zieht bereits durch Magdeburg. Am Abend sind weitere Proteste geplant.
• Obwohl das Bundesland vergleichsweise wenige Einwohner hat, hat der Ausgang der Wahl bundespolitische Bedeutung. Auch international wird die Wahl genau beobachtet.
• Die rechtsextreme AfD liegt in Umfragen vorn. Unklar ist jedoch, ob sie genug Sitze für eine Alleinregierung erhält. Das ist abhängig davon, ob kleinere Parteien die Fünfprozenthürde nehmen.
16.35 Uhr: Rekordbeteiligung wird erreicht
rtr | Die Wahlbeteilung bei der Landtagswahl liegt um 16.00 Uhr bei 65,3 Prozent und damit deutlich höher als bei der Wahl 2021. Damals hatte die Beteiligung zum gleichen Zeitpunkt 41 Prozent betragen. Nur 1998 war die Wahlbeteiligung insgesamt mit 71,7 Prozent höher. Absehbar dürfte auch diese Marke gerissen werden: Diese Zahlen beinhalten noch nicht einmal die Briefwähler. Die insgesamt rund 2.130 Wahllokale im Land haben noch bis 18.00 Uhr geöffnet.
🐾 Ein Dorf vor der Wahl
Was macht es mit einem Ort, wenn Nachbarn nicht mehr miteinander reden können, weil die eine Hälfte AfD wählt und die andere angstvoll schweigt? Eine lesenswerte Reportage von einem Heimatbesuch in Eimersleben im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt von taz-Autorin Juliane Baxmann.
16 Uhr: „Kein Bock auf diese braune Scheiße“
taz | Vor dem Landtag auf dem Domplatz in Magdeburg, wo abends eine Kundgebung des breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses Sachsen-Anhalt weltoffen stattfindet, wird kräftig gewerkelt. Etwa zwei Dutzend Menschen kriechen auf dem Boden, um bunte Papiere aneinanderzureihen und mit Steinen auf dem Boden zu befestigen. Daraus soll einmal ein riesiger Schriftzug „Wir bleiben bunt“ werden. „Einfach um zu zeigen, wir haben kein’ Bock auf diese braune Scheiße. Wir wollen Diversität, wir wollen so leben“, erklärt eine Frau mit Dreadlocks lachend. „Egal wie die Wahl ausgeht!“, bekräftigt sie noch einmal. (tk)
15.35 Uhr: Dogmatische Linke beklagen „taktisches Wählen“
taz | Auf der vergeblichen Suche nach linken Krawallen, die rechte Medien seit Wochen an die Wand malen, belagert die geballte Ansammlung rechter Streamer:innen etwa 50 junge Aktivist:innen dogmatischer kommunistischer Gruppen. Diese halten Banner in die Luft, auf denen etwa „Sozialismus oder Barbarei“ steht. Vergeblich versuchen sie sich so vor den Kameras und Mikrofonen zu schützen, die ihnen die Streamer schamlos ins Gesicht drücken, um doch noch irgendeinen Satz zu hören, den sie ausschlachten können.
Dann wechseln die Kommunist:innen ihre Strategie – und beginnen dem Publikum der rechten Streams laut zu erklären, wie Ostdeutschland seit der „Annexion“ 1990 systematisch abgehängt würde. Jetzt „taktisch zu wählen“ sei nur eine Verschiebung des Problems, weil auch die anderen Parteien nicht für wirkliche Veränderung stünden. Am Ende würden alle die Interessen der Konzerne vertreten. Veränderung gebe es deshalb nur, wenn sich junge Menschen „kollektiv organisieren und zu einem Subjekt des revolutionären Kampfes werden“. Gleich wollen die Aktivist:innen einmal zum Hasselbachplatz und zurück laufen. (tk)
15.24 Uhr: „I am from Canada“, sagt der AfD-Mann
taz | In der Berufsschule Otto von Guericke in Magdeburg beginnen Wahlhelfer:innen mit der Prüfung der Gültigkeit der Wahlscheine, die den Briefwahlunterlagen beiliegen. Zunächst werden die Briefe ordentlich sortiert. Auf dem Tisch sind schätzungsweise 500 rosa Briefe. Sortiert wird nach Wahlbezirk und in Zehnerstapeln. Insgesamt 7 Wahlhelfende haben sich hier in einem Raum zusammengefunden und machen ihre Arbeit sehr konzentriert.
Nach einer ersten Zählung kommen sie auf 424 abgegebene Briefwahlunterlagen. Für etwas Irritation sorgt dabei ein Gast, der ein AfD-Shirt und eine AfD-Kappe trägt und seinen Blick auf die Arbeit der Wahlhelfer:innen richtet. „I am from Canada“, sagt er, als ihn die taz fragt, was er im Wahllokal macht. (nka/cd)
🐾 Wetten, dass… die Demokratie gewinnt?!
taz | Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Sven Schulze sorgt sich angesichts der AfD um die Zukunft seines Bundeslandes – und war damit auf dem taz-Wahlforum in Magdeburg nicht allein. Zuvor berichteten beim Forum der Zivilgesellschaft vier Ehrenamtliche aus Sachsen-Anhalt über ihren Kampf für die Demokratie. Hier der Mitschnitt der Diskussion aller Spitzenkandidat:innen und der Diskussion der Ehrenamtlichen.
14.45 Uhr: Rechte Streamer warten auf linke Demo
taz | Vor dem Hauptbahnhof in Magdeburg sammeln sich Streamer aus dem extrem rechten Spektrum und eine Menge Polizeiautos. Hier soll gleich die Demo „Kein Morgen den Faschisten“ beginnen. Beworben wurde sie aus dem Spektrum der dogmatischen Linken. Bislang sind noch keine Teilnehmer:innen erkennbar. Darum begnügen sich die Streamer damit, Passant:innen nach der Wahl zu fragen. Derweil steigen aus den Polizeiautos die ersten Beamt:innen und legen Schutzausrüstung an. (dmn)
14.35 Uhr: Wahlleitung verzeichnet Rekordbeteiligung
taz | Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich nicht nur eine deutlich höhere, sondern inzwischen sogar eine Rekordbeteiligung ab. Stand 14 Uhr betrug die Wahlbeteiligung laut der Landeswahlleiterin satte 54,4 Prozent. Zum Vergleich: Bei der vergangenen Landtagswahl am 6. Juni 2021 waren es um 14 Uhr erst 27,1 Prozent. Überhaupt lag die Beteiligung um diese Uhrzeit seit der ersten Nachwendewahl 1990 nie derart hoch. Gezählt wird hierbei erst mal nur die Urnenwahl. (rru)
14.16 Uhr: Halbzeitpause bei Hertha BSC gegen Magdeburg
taz | Zur Halbzeit hat Hertha BSC noch nicht die Demokratie gerettet. Die Zeit hatte die Hoffnung geäußert, dass rechte Fußballfans aus Magdeburg es nicht in die Wahllokale schaffen würden. „Völliger Quatsch“, kommentiert Vincent Bruckmann-Levinson in der taz: „Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr und das Spiel beginnt um 13.30 Uhr.“ Und obendrein: „Fußballfans, vor allem jene, die sich organisieren, sind wichtig für die Demokratie.“ Beim Spiel steht es übrigens zur Halbzeit 1:1. Rund 7.000 Magdeburger:innen sollen für die Partie in Berlin angereist sein. (ras)
13.48 Uhr: Spielen bis zum Schluss
taz | Es erinnert an die Kapelle auf der „Titanic“, die bis zum Schluss spielte: An der Seite des Landtagsgebäudes in Magdeburg gibt es eine kleine Bühne, hier musiziert eine Jazzband. „Die besten Gute-Laune-Songs aus verschiedenen Epochen“, kündigt der Moderator die Saxofontruppe an. Am Rande spaziert ein Mann um die 60 mit seiner Deutschlandfahne. Ein anderer eilt ihm hinterher und schlägt ein. Die Band spielt stoisch weiter. (cd)
Umfragen I: Dunkle Mächte gegen Wagenknecht
taz | Sahra Wagenknecht vom Stern, der ihren Namen trägt, wittert die große Verschwörung. „Wir kennen es, dass wir kurz vor Wahlen plötzlich in einigen Umfragen ganz schlechte Werte bekommen“, erklärte sie im Interview mit t-online auf den Hinweis, dass ihr BSW in Sachsen-Anhalt in allen Vorwahlumfragen kontinuierlich unter 5 Prozent taxiert wurde. „Vielleicht sind bestimmte Institute auch nicht in der Lage, seriöse Daten zu erheben“, fügte Wagenknecht noch hinzu. (rru)
Umfragen II: Kubicki und die 10-Punkte-Frage
taz | Auch FDP-Chef Wolfgang Kubicki beschäftigt sich mit dem vermeintlich zweifelhaften Wert von Umfragen. Die Liberalen klebten in Sachsen-Anhalt zuletzt bei 3 Prozent fest. Kubicki glaubt trotzdem, dass seine Partei nach Schließung der Wahllokale auf 5 bis 6 Prozent kommen wird. Die geringe Parteienbindung im Osten, die vielen Unentschlossenen: Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren hätten die Institute schließlich auch zum Teil um 10 Punkte danebengehauen, so Kubicki zur taz.
Womit er recht hat: 2021 prognostizierten alle Meinungsforschungsinstitute noch wenige Tage vor der Wahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD. Am Ende kam die CDU auf 37 Prozent, die AfD auf 21 Prozent. Insbesondere die letzte Insa-Umfrage vor der Wahl wirkte im Rückblick peinlich falsch, mit einer maximalen Abweichung zum Wahlergebnis von 10,1 Prozentpunkten zuungunsten der CDU.
Nun sind Abweichungen zwischen Umfragen und Ergebnis eher die Regel. Auch bei der Wahl in Baden-Württemberg im März dieses Jahres betrug beispielsweise die maximale Insa-Abweichung 6,2 Punkte, in dem Fall zuungunsten der Grünen. Eine Schieflage wie 2021 in Sachsen-Anhalt ist dennoch außergewöhnlich. Selbst die als hochseriös geltende Forschungsgruppe Wahlen des ZDF kam damals auf eine Maximalabweichung von 7,1 Punkten.
Kleiner Dämpfer für die Hoffnungen von Wolfgang Kubicki: Ausgerechnet bei der FDP in Sachsen-Anhalt lagen vor fünf Jahren alle Institute fast richtig. Prognostiziert wurden 6,5 bis 7 Prozent, bei der Wahl bekamen die Liberalen dann 6,4 Prozent. (rru)
Umfragen III: Vorsorglich niedrig stapeln
taz | Jörg Schönenborn, der Herrscher über Balken-, Torten- und Säulendiagramme und somit so etwas wie der Gereon Asmuth der ARD, verweist mit Blick auf die Vorwahlumfragen unterdessen auch diesmal vorsorglich auf die „Besonderheiten des Bundeslandes Sachsen-Anhalt“. Eben die geringe Parteienbindung und die hohe Wechselbereitschaft der Wähler:innen. „Sollte das Ergebnis am Sonntag in Sachsen-Anhalt den Vorwahlumfragen sehr nahe kommen“, wäre das für Sachsen-Anhalt „wirklich ungewöhnlich“, so Schönenborn. (rru)
🐾 Egal, was kommt
Tausende feierten am Samstag in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg die Demokratie und Zivilgesellschaft. Vor der Wahl fassen sie Mut und versprechen sich Zusammenhalt – egal, was kommt. taz-Korrespondent David Muschenich war vor Ort.
afp | Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab. Bis 12 Uhr am Sonntag hatten 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, bei der letzten Landtagswahl, waren es nur 22,4 Prozent.
12.35 Uhr: Schwierige Fälle
taz | Das Wahllokal in der Magdeburger Innenstadt ist recht ruhig, zwei Wähler:innen geben gerade ihre Stimme ab. Trotzdem: „Gut 200 Leute waren heute schon hier“, sagt der Wahlleiter. An ihn wurde die Journalistin verwiesen. „Schwierige Fälle zu ihm“, hatte einer der Wahlhelfer gesagt, als sie sich als taz zu erkennen gab. Im Wahlkreis gebe es knapp 1.200 Wahlberechtigte, sagt der Wahlleiter. 50 Prozent davon hätten bereits per Briefwahl abgestimmt. (cd)
11.26 Uhr: Sunnyboy-Siegmund stimmt in Tangermünde ab
taz | Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der AfD und rechtsextreme Sunnyboy Ulrich Siegmund seine Stimme abgegeben. Mit seiner Ehefrau fuhr er auf einer Simson vor dem Wahllokal in Tangermünde vor.
🐾 Was die Arbeiterklasse denkt
Die AfD schneidet vor allem in der Arbeiterschaft gut ab. Die taz hat in Magdeburg und Rügen nachgehakt, was die Menschen bewegt und was sie umstimmen würde.
10.43 Uhr: Hape Kerkeling droht für den Staatsfunk
dpa | Hape Kerkeling bekommt die Goldene Henne – und nutzt den Moment, um eine Wahlempfehlung für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auszusprechen. „Wenn Sie Ihre Stimme abgeben am Sonntag, dann stimmen Sie auch für den MDR, den Mitteldeutschen Rundfunk und seine Hörfunkwellen“, sagte der 61-Jährige bei seiner Dankesrede am Wochenende. „Und falls Sie es nicht tun sollten, komme ich persönlich vorbei mit ’ner Taschenlampe und ’nem Mikro und sende alleine bei Ihnen“, so Kerkeling weiter.
Die AfD in Sachsen-Anhalt hatte angekündigt, im Fall einer Alleinregierung die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen. Die Partei spricht sich für eine grundlegende Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus.
10.26 Uhr: Wer ist das Schlafschaf?
taz | Am Vormittag sind Magdeburgs Straßen sonntäglich leer. Vor dem Bahnhof und in der Fußgängerzone deutet wenig darauf hin, welche entscheidende Wahl Sachsen-Anhalt heute bevorsteht. Das erste Wahlplakat, das Reisende am Bahnhofsvorplatz begrüßt, ist von der Partei „die Partei“. Darauf ein Wecker, der 19.33 Uhr anzeigt. Darüber der Satz: „Ihr werdet’s verschlafen gehabt haben“. (cd)
9.37 Uhr: Alle Augen auf Sachsen-Anhalt
dpa/taz | Der Wahlkampf ist vorbei, heute fällt die Entscheidung: Scheitern SPD, Linke und FDP an der Fünfprozenthürde, kann die AfD allein regieren. Mindestens aber wird die Partei mit dem rechtsextremen Sunnyboy als Spitzenkandidaten stärkste Kraft im Landtag. Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte allerdings auf Stimmen der Linken angewiesen sein – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen. Das Problem: Die CDU lehnt für sich in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition und „ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD.
Das Wunschszenario von Ministerpräsident Sven Schulze (CDU): eine Mehrheit für die sogenannten Parteien der Mitte – etwa für CDU, SPD und Grüne. Angesichts der Umfragen erscheint das als sehr unwahrscheinlich. Derzeit regiert in Magdeburg eine Koalition aus CDU, SPD und FDP.
🐾 Tausende vor der Wahl auf der Straße
Am Vorabend der Wahl ziehen Tausende Antifas durch Halle und Magdeburg. Immer dabei: Das Ringen damit, vor Ort weiterzumachen – oder zu gehen. Timm Kühn war für die taz vor Ort.
8.30 Uhr: Taktisch wählen oder nicht?
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte es der AfD erstmals gelingen, eine absolute Mehrheit zu erringen. Mehrere Organisationen haben daher die Wahlberechtigten zur taktischen Stimmabgabe aufgerufen, um eine Regierung der AfD zu verhindern.
Denn weil die Fünfprozenthürde Kleinparteien von der Vergabe der Sitze ausschließt, benötigen die Rechtsextremen nicht unbedingt mehr als 50 Prozent der Zweistimmen für eine absolute Mehrheit. Wenn besonders viele Parteien knapp an der Hürde scheitern, könnten mitunter schon gut 40 Prozent der Zweitstimmen dafür reichen.
Wer taktisch wählen will, kann deshalb sein Kreuz bei kleineren Parteien machen, die unter die Fünfprozenthürde fallen könnten. In Sachsen-Anhalt standen in den letzten Umfragen vor allem SPD und Grüne mit 8 beziehungsweise 6 Prozent darüber. Schaffen beide den Einzug in das neue Landesparlament, sinkt die Chance der AfD auf eine absolute Mehrheit deutlich.
🐾 Plattenverschiebung in Halle-Neustadt
In den Plattenbauten in Halle-Neustadt wohnen Jüngere mit Migrationsgeschichte und Ältere mit DDR-Biografie Tür an Tür. Die einen dürfen bei der Landtagswahl abstimmen, die anderen nicht. taz-Reporterin Anne Fromm war vor der Wahl dort.
8.00 Uhr: Die Wahllokale sind eröffnet
taz | Seit 8 Uhr morgens können die Wähler:innen ihre Stimme in den rund 2.600 Wahllokalen abgeben. Wahlberechtigt sind alle Deutschen über 18 Jahren, die seit mindestens 3 Monaten in dem Bundesland wohnen – rund 1,69 Millionen Menschen. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr.
In 41 Wahlkreisen werden Direktkandidat:innen gewählt. Daneben werden über die Zweitstimme im Regelfall 42 weitere Abgeordnete bestimmt.
7.59 Uhr: Was sagen die Umfragen?
taz Die AfD wird laut allen Umfragen stärkste Partei. Zuletzt zwischen 40 und 43 Prozent gesehen. Besonders gut schnitt sie beim Institut Insa ab, das viele Umfragen im Auftrag der rechtspopulistischen Webseite Nius erstellt hat. Mehrfach sah Insa auch das BSW nah an der Fünfprozenthürde, das sich der AfD als möglicher Partner angeboten hat.
Zweistärkste Partei wird wohl die CDU des amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze. Sie rangierte zuletzt bei 22 bis 23 Prozent. Das wäre ein dramatischer Verlust gegenüber der letzten Wahl vor 5 Jahren. Da war die CDU nach einem überraschenden Schlussspurt auf 37 Prozent gekommen und hatte die AfD weit hinter sich gelassen.
Die Linke wird von den Instituten zwischen 11 und 13 Prozent gesehen. Die SPD hat sich nach einem Umfragetief, bei dem ihr drohte, unter die Fünprozenthürde zu fallen, wieder leicht erholt und lag zuletzt bei 8 Prozent. Die Grünen müssen wohl um den Wiedereinzug in den Landtag zittern.
Dass Umfragen aber keinesfalls schon Wahlergebnisse vorwegnehmen, weiß man nirgendwo besser als in Sachsen-Anhalt. Bei der letzten Wahl holte die Union dort 7 bis 10 Prozentpunkte mehr, als ihr in Umfragen zugerechnet worden waren. Umgekehrt lag die AfD rund 5 Prozentpunkte schwächer als erwartet. Solche Verschiebungen sind auch an diesem Wahlsonntag nicht ausgeschlossen. Sie könnten aber auch komplett in die andere Richtung gehen.
7.45 Uhr: Wie wahrscheinlich ist ein Wahlsieg der AfD?
taz | Statistiker:innen der Ludwig-Maximilians-Universität in München haben ein Tool erstellt, mit dem die Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Wahlausgänge anhand der Umfragen berechnet werden kann.
Unter koala.stat.uni-muenchen.de kann man zum Beispiel sehen, dass es in Sachsen-Anhalt sehr unwahrscheinlich ist, dass überhaupt eine denkbare Koalition eine Mehrheit zustande bekommt. Dass der AfD ein Alleinsieg gelingt, hat laut den Statistikern eine Wahrscheinlichkeit von nur gut 7 Prozent. Alle anderen haben gar keine Chance.
Interessant ist dort vor allem die Analyse der verschiedenen Umfrageinstitute. Legt man nur die Werte des von Rechten beauftragte Insa zugrunde, steigt die Wahrscheinlichkeit einer AfD-Alleinregierung auf 38 Prozent.







