Trump in Nahost: Armselige Vorstellung

Bei seiner ersten Auslandsreise genoss der US-Präsident nicht nur den Pomp und Kitsch der arabischen Königshäuser, sondern auch ihren Herrschaftsstil.

P omp und Business waren die Grundthemen der ersten offi­ziellen Auslandsreise des US-Präsidenten Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit, die ihn dieser Tage nach Saudi-Arabien, Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate führte. Milliardendeals für den US-Flugzeugbauer Boeing, diverse andere angekündigte Investitionen aus den Golfstaaten in den USA und ein paar Waffenverkäufe stehen auf der Habenseite des Businessteils.

Politisch gibt es die Aufhebung der Syrien-Sanktionen und die Aufwertung des neuen Machthabers al-Scharaa zu vermelden – sonst nichts. Außer, dass den USA nunmehr nicht nur de facto, sondern auch offiziell die Lage der Menschenrechte in den betreffenden Ländern vollkommen schnurzpiepe ist. Die USA würden aufhören, anderen zu sagen, wie sie leben sollen, sagte Trump.

Es ist offenkundig, wie sehr Trump es schätzt, mit Herrschern zu sprechen, deren Macht durch keine Parlamente, keine kritische Medienöffentlichkeit und keine aufmüpfige Zivilgesellschaft eingeschränkt ist. Das möchte er auch gern. Den Pomp und Kitsch der Königshäuser hat er schon in seinen Trump-Towern stets zu kopieren versucht, auf dieser Reise durfte er ihn ausführlich genießen. Und die Gastgeber waren klug genug, genau zu wissen, wie man Trump selig macht.

Dass in allen drei Ländern auch sein Familienunternehmen teils recht massive geschäftliche Interessen verfolgt, ist hinter der Diskussion über das Angebot von Katar, Trump eine luxuriös ausgebaute Boeing 747-8 als vorübergehende Präsidentenmaschine zu schenken, fast untergegangen.

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Auch das ist eine Besonderheit dieser Präsidentschaft: Die Korruption ist so offensichtlich, dass sie keinen Aufschrei mehr auslöst. Es ist eine Kettenreaktion der Käuflichkeit: Die Multimilliardäre, die Millionen für Trumps Amtseinführung spendeten, durften alle mit nach Saudi-Arabien und dort ihre eigenen Deals machen. Es ist ein Schauspiel, in dem sehr viel Geld bewegt wird – und es ist furchtbar armselig. American Greatness jedenfalls war eigentlich immer ganz anders gemeint.

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