Präsidentschaftswahl in Frankreich: Türöffner für die extreme Rechte

Der Linkspolitiker Jean-Luc Mélenchon will erneut versuchen, Präsident von Frankreich zu werden. Der Linken tut er damit keinen Gefallen.

M uss die französische Linke bei den Präsidentschaftswahlen (zum vierten Mal) auf die Karte Mélenchon setzen? Wenn nicht, um zu gewinnen, so doch wenigstens, um den Vormarsch der extremen Rechten zu stoppen? Viele, die in der Vergangenheit links gewählt hatten und sich mit der Rechtswende unter Emmanuel Macron nicht abfinden wollten, hatten inständig etwas anderes gehofft: dass eine andere Persönlichkeit eine vereinte Linke repräsentieren würde.

Der Traum von der Einheit und einem möglichen linken Wahlsieg ist mit der Kandidatur Jean-Luc Mélenchons nun geplatzt. Der 74-Jährige versteht es, sich in seiner Partei La France insoumise unentbehrlich zu machen. Die übrigen Linksparteien (Sozialisten, Grüne und Kommunisten) hat er mit seiner Teilnahme an den Präsidentschaftswahlen vor vollendete Tatsachen gestellt.

Dafür hat er überzeugend klingende Argumente: Er hat mehr Erfahrung als die anderen, verfügt über eine Partei, die eingespielt als Wahlmaschine funktioniert, und auch über eine klar definierte Wählerbasis, vor allem bei den Jugendlichen und der Bevölkerung in den Vorstädten. Und er ist zweifellos am ehesten in der Lage, genügend Stimmen zu erhalten, um in die Stichwahl zu gelangen.

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Laut Meinungsforschern steht Mélenchon für die erste Runde gut da, doch als Teilnehmer am Finale ist er eine schlechte Wahl. Gegen den voraussichtlichen Gegner in der Stichwahl, den Rechtsextremisten Jordan Bardella vom Rassemblement National, würde er haushoch (laut derzeitigen Umfragen mit 72 zu 28 Prozent) verlieren. Mélenchon hat seine Fans, aber vor allem hat er die negative Mehrheit einer soliden Abneigung gegen sich.

Schon jetzt spaltet darum seine Kandidatur mehr, als sie eint. Man kann ihn hassen oder anbeten, doch so oder so bedeutet er für die Linke ein Dilemma: Als Favorit für die erste Runde, aber Katastrophe für den zweiten und entscheidenden Durchgang würde ausgerechnet der Kandidat, der mit seiner Kandidatur die extreme Rechte verhindern will, dieser das Tor zur Macht sperrangelweit öffnen.

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