Tod einer Schauspielgröße: Angelica Domröse ist tot

afp/dpa | Trauer um Angelica Domröse: Die Schauspielerin ist am Freitag im Alter von 85 Jahren in Berlin gestorben, wie die Defa-Stiftung mitteilte. Bekannt war die in Berlin aufgewachsene Domröse vor allem aus dem DDR-Film „Die Legende von Paul und Paula“, in dem sie 1973 an der Seite von Winfried Glatzeder die Rolle ihres Lebens spielte.

Der Film des Regisseurs Heiner Carow erzählt von einer alleinstehenden jungen Mutter zweier Kinder, die mit ihrer Liebe zu einem verheirateten Staatsdiener gegen gesellschaftliche Normen und Anpassungsideologien aufbegehrt. Domröse stand auch lange auf der Theaterbühne, war „Polizeiruf“-Kommissarin und inszenierte selbst.

Eine Zäsur in Domröses Leben war das Jahr 1976, als sie die Petition gegen die Ausbürgerung des DDR-Liedermachers Wolf Biermann unterschrieb. Das DDR-Regime legte ihr fortan Steine in den Weg, sodass sie und ihr Mann, der Schauspieler Hilmar Thate, im Jahr 1980 schließlich ausreisten. Thate starb im Jahr 2016.

Domröse gehört zu den wenigen DDR-Schauspieler:innen, die auch nach ihrer Übersiedlung in den Westen erfolgreich blieben. Sie übernahm wieder Fernsehrollen und spielte vier Jahre lang die Kommissarin Vera Bilewski im „Polizeiruf 110“. In den 90er Jahren entdeckte sie die Regie für sich und inszenierte Theaterstücke.

„Eine unverwechselbare Charaktergröße“

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) erklärte, Domröse habe als Paula gelehrt, „dass Liebe und Freiheit keine Kompromisse dulden“. Sie sei aber „nicht nur das Gesicht einer der größten Erfolge des DDR-Kinos“, sondern am Theater in Ost und West und im Fernsehen „eine unverwechselbare Charaktergröße“ gewesen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte, Domröse habe über Jahrzehnte „Generationen von Zuschauerinnen und Zuschauern bewegt“. „Ihre Rollen waren von einer unheimlichen Authentizität und künstlerischer Kraft geprägt, die das Lebensgefühl vieler Menschen widerspiegelte.“

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte Domröse als „eine der prägendsten Schauspielerinnen unseres Landes“, sowohl auf der Bühne als auch im Film. „Ihr Werk spiegelt die jüngere deutsche Geschichte wider“, erklärte er. Deutschland habe mit ihr eine große Schauspielerin verloren, „doch mit ihren Filmen wird sie immer ein Teil von uns bleiben“.

  • informationsspiegel

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