
Es wird heiß in den Großstädten und Schatten ist Mangelware. Das zeigt ein Bericht der Deutschen Umwelthilfe. Welche Städte sind betroffen?
In Deutschland sind fast eine Million Bäume aus Großstädten verschwunden – gefällt oder abgestorben. Das ergibt der sogenannte Hitze-Check der Deutsche Umwelthilfe (DUH), der am Dienstag veröffentlicht wurde. Sie sagen: Weniger Bäume bedeuten weniger Schutz vor den Folgen der Klimakrise.
Der Schwund der Bäume wurde über die letzten sieben Jahre betrachtet. „Wenn sich dieser Trend fortsetzt, leben wir in wenigen Jahren in menschenfeindlichen Betonwüsten“, mahnt Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. Bereits das dritte Jahr in Folge möchte der Verein mit den Zahlen „Politiker und Politikerinnen wachrütteln“.
Untersucht wurden 195 deutsche Städte mit mehr als 50.000 Einwohner*innen. Neben der Anzahl der Bäume werden weitere Aspekte bewertet: Wie viel Schatten spenden die Bäume? Wie viel Fläche ist versiegelt? Wie belastet sind die Bewohner*innen durch die Hitze? Noten erhielten die Städte in Form von Ampelfarben.
Beton statt Schatten
Nur Sieben Städte haben 30 Prozent schattige Fläche durch Bäume und kriegen dahingehend grünes Licht. Dazu zählen auch Kiel und Wuppertal, die „Gewinner“ der Studie. Bei der Versiegelung leuchtet es bundesweit gelb und rot: Alle Städte haben in den vergangenen Jahren neue Flächen versiegelt. Durch den Beton heizen die Städte sich weiter auf.
Offenburg und Mannheim schneiden in der Gesamtwertung am schlechtesten ab. „Der Hitze-Check legt den Finger in die Wunde“, sagt Georg Pins vom Fachbereich Klima, Natur und Umwelt der Stadt Mannheim. Ein Hitzeaktionsplan wird umgesetzt: Plätze werden entsiegelt, Regenwasser wird lokal gespeichert.
Forderung an Bundesregierung
Die Forderungen der DUH richten sich an die Bundesebene: Bau- und Gesundheitsministerin sollen wirksame Hitzeschutzmaßnahmen durchsetzen und verbindliche Gesetze liefern. Es sei wichtig, die Städte umzubauen und bei Sanierungen und Neugestaltungen die Begrünung gleich mitzudenken.
Anlässlich der Ergebnisse motiviert der Umweltverein BaumEntscheid e.V. Städte zur Gründung von Bürgerentscheiden zu mehr Stadtgrün und Hitzeschutz. „Städte ohne ausreichend Baumschatten werden ungesunde bis unerträgliche Städte“, so Heinrich Strößenreuther, Gründer und Vorstand des Vereins.
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 330 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei!
Jetzt unterstützen







